CSS-Technik-News über die Frage, ob das Anbieten eines RSS-Feeds automatisch auch das Einverständnis bedeutet, diesen Feed auch auf anderen Sites syndizieren zu lassen. Ich meine, aus einer eher pragmatischen Perspektive gesehen, ja, das tut es. Denn darauf zumindest läuft es hinaus. Ok, formaljuristisch gesehen ist es wohl nicht so: Denn die Tatsache, dass ich einen RSS-Feed anbiete heisst ja eben erstmal nur, dass ich anderen ein Format anbiete welches sie lesen dürfen. Da ist kein Recht auf Weiterveröffentlichung automatisch drin enthalten. Nur, da es eben nun mal so einfach ist, einen RSS-Feed dann eben auf einer anderen Site darstellen zu lassen, muss ich mir als Anbieter eines RSS-Feeds darüber im Klaren sein, dass das passieren wird. Also ich bin teilweise überrascht, wo mein RSS-Feed überall syndiziert wird. Und ich bin in keinem einzigen Fall gefragt worden, ob das OK sei. Womit ich aber auch kein Problem habe, denn ich erwarte nicht, dass man mich fragt. Das wäre auch etwas utopisch. Deswegen: Wenn man einen RSS-Feed anbietet, wird es passieren dass dieser sonstwo im Netz auftaucht. Wenn man damit ein Problem hat, könnte man sich auch fragen ob es Sinn macht derart offene Formate einzusetzen.
RSS und Urheberrecht?
13. Juli 2003 - 18:17 Uhr - Moe8 Kommentare:
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Das dürfte umso mehr der Fall sein, wenn die Inhalte tatsächlich physikalisch kopiert werden.
Was die Veröffentlichung angeht, da legen sich ja auch Suchmaschinen auf die sichere Seite und veröffentlichen nur Ausschnitte. Googles Dokumentkonvertierung (zB PDF->HTML) ist schon ein Grenzbereich, denke ich.
Was das offene Format angeht: ???
Du kannst doch nicht einfach jeden Bild-/Tonträger, jedes Buch frei kopieren und damit Asche machen, nur weil das Format offen ist?
Das Urheberrecht spricht da eine klare Sprache.
Gleiches gilt dann aber auch für HTML und damit Websites. HTML ist ebenfalls ein offenes Format, ebenso wie CSS.
Nach deiner Logik wäre es ebenso ok, das HTML und CSS deiner Seite zu klauen und damit um mich zu hauen, ohne Konsequenzen zu fürchten?
Imho ist, nur weil ich ein offenes Format zur Verfügung stelle, in keinster Weise automatisch mein Einverständnis erklärt, dass jemand diese Inhalte auf seiner Website nutzen darf.
Feedster? Ist doch nichts anderes als Google?
Klar, wer nicht will, dass seine Inhalte gefunden werden, oder nicht damit leben kann, dass sie evt. genutzt/kopiert/verwendet werden, soll sich aus dem Netz fernhalten ...
bei html verhält es sich etwas anderes als bei rss: es gibt eine menge rss-tools in weblogs usw wo ich nur den feed angeben muss den ich auf meinen seiten syndizieren will. weil es so einfach ist, glauben dann eben viele leuet es sei auch legal. fremdes html zu rippen und auf den eigenen seiten im eigenen design darzustellen ist zwar ebenso möglich, dürfte aber aufgrund der tatsache dass dafür etwas mehr arbeit nötig ist wohl kaum geschehen, ohne ein unrechtsbewusstsein zu erzeugen. wer das macht, weiss das es nicht rechtens ist. bei rss bin ich mir da nicht so sicher.
zu feedster: feedster speichert den *gesamten* content jedes postings in der datenbank und dieser ist afaik auch über die seiten von feedster abrufbar. ich kann also indem ich einen fremden feed bei fedster anmelde dafür sorgen, dass der gesamte content auch auf den seiten von feedster steht. dies wäre für die suchmaschinenfunktion von feedster afaik nicht zwingend nötig, ist also urheberrechtlich nicht unbedenklich. wobei man den bot ja natürlich in der robots.txt excluden könnte.
Gerade heute habe ich in einem anderen Weblog nachgefragt, ob ich Infos über RSS und Urheberrecht bekommen kann. Da ich weiter im Netz gesucht habe, bin ich mehr oder weniger zufällig hier gelandet.
Ich glaube, dass den meisten Leuten nicht klar ist, dass Weblogs im Grunde Webseiten sind. Seit einigen Monaten bin ich bei 20six.de und mir sträuben sich die Haare, wenn ich sehe, wie die Leute offensichtlich gegen das geltende Urheberrecht verstossen. Wenn man mit der "Harke" dadurchgehen würde, bliebe kaum noch eigener "Content" übrig.
Ausserdem nehme ich an, dass die Mitglieder von 20six nicht alle sorgfältig die Richtlinien gelesen haben. Dort steht: "Wenn ein Nutzer Texte, Fotos, Grafiken oder Multimedia-Dateien zur Veröffentlichung in einen öffentlich zugänglichen Bereich von 20six eingibt, gewährt er anderen Mitgliedern der Community damit das gebührenfreie, zeitlich unbefristete, unwiderrufliche, nicht ausschließliche Recht, diese Inhalte (ganz oder teilweise) weltweit zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen und zu veröffentlichen, soweit dies allein zu dem Zweck geschieht, das betreffende 20six-Weblog, für das der Inhalt bestimmt ist, darzustellen, zu verbreiten und zu fördern. " Damit ist ja schon klar: kein Autorenschutz innerhalb der "Community".
Im Grunde bin ich nicht unbedingt auf die Wahrung meiner Urheberrechte bedacht. Es ärgert mich allerdings, wenn meine Inhalte stark modifiziert werden. Das läuft dann unter der Bezeichnung "Anpassung" , ist aber eigentlich eine Verfälschung.
Hier noch ein Zitat zum Nachdenken (gefunden bei http://www.20six.de/artikel...) - Eintrag vom Sonntag, 25. Juli 2004 :
""Wenn die Natur etwas geschaffen hat, dass am wenigsten empfänglich ist für exklusives Eigentum, dann ist es die Tätigkeit eines Verstandes, die man eine Idee nennt, und die der Einzelne nur solange als Eigentümer besitzen kann, wie er sie für sich behält; in dem Moment indem sie bekannt gemacht wird zwingt sie sich in das Eigentum aller und der Empfänger kann sich dieser Idee gar nicht mehr entäußern. Es macht ihren ganz eigenen Charakter aus, dass niemand die Idee weniger besitzt, weil sie jeder andere ganz besitzt. Wer von mir eine Idee erhält, der erhält auch Einsicht von mir, ohne dass sich meine Einsicht dadurch schmälerte; es ist wie wenn jemand seine Kerze an meiner entzündet und dadurch Licht erhält, ohne dass ich im Dunklen stünde ." (Thomas Jefferson - 3. Präsident der USA)
Das deutsche Urheberrecht gilt nur für "persönliche geistige Schöpfung" von "Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst". Ein RSS-Feed fällt hier unter die "Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme". Darüber, was wirklich schützenswert ist, wird immer wieder heftig vor Gericht gestritten. Es gab z.B. Urteile, dass der HTML- und CSS-Quelltext einer Website nicht unter das Urheberrecht fällt, oder dass bei Handylogos keine ausreichende schöpferische Tätigkeit vorliege, und diese somit auch nicht geschützt sind.
Zeitungsartikel fallen unter das Urheberrecht, also würde ich davon ausgehen, dass die meisten artikelähnlichen Blogeinträge auch urheberrechtlich geschützt sind. Bei einem RSS-Feed kommt es wohl letztendlich auf die Inhalte an: Wenn es sich nur um Zusammenfassungen handelt, darf man einen Feed sicherlich kopieren, da ein Zitieren aus Werken ja erlaubt ist. Je mehr der Feed allerdings eigene schöpferische Inhalte aufweist, desto eher fällt er unter das Urheberrecht.