Er ist schon früh ein überzeugter Nationalsozialist. Nach Mitgliedschaft in der Hitler-Jugend seit 1931 wird er am 1. Juli 1933 Mitglied der SS. Während des Studiums engagiert er sich in der NS-Studentenbewegung und findet im Heidelberger Studentenführer Gustav Adolf Scheel einen ersten wichtigen Mentor. Im Sommer 1935 wirft Schleyer seinem Corps "mangelnde nationalsozialistische Gesinnung" vor und tritt unter öffentlichem Protest aus der Verbindung aus, als der übergeordnete Kösener SC-Verband sich weigert, alle jüdischen Alten Herren aus dem Corps auszuschließen. [...]Wobei das Eine mit dem Anderen selbstverständlich nichts zu tun hat, und die Opfer der RAF nicht die Hinterbliebenen, sondern die Getöteten sind.
Schleyer beginnt seine erste Karriere als Funktionär in der nationalsozialistischen Studentenschaft. [...]
Er übernimmt dann die Leitung des Studentenwerks der Universität in Prag. Am 1. April 1943 tritt er als Sachbearbeiter in den Zentralverband der Industrie für Böhmen und Mähren ein. Hier wird er dann später Leiter des Präsidialbüros und persönlicher Sekretär des Präsidenten Dr. Bernhard Adolf, der maßgeblich für die "Arisierung" und Germanisierung der böhmischen Industrie verantwortlich ist. [...]
Im Entnazifizierungsverfahren wird er zunächst als Minderbelasteter eingestuft. Hiergegen legt Schleyer Widerspruch ein, im Revisionsverfahren wird er im Dezember 1948 als Mitläufer eingestuft. [...]
Anlässlich seiner Wahl zum Präsidenten des BDI wird Schleyer in einer Sendung des deutschen Fernsehens auf seine NS-Vergangenheit angesprochen (Offiziersrang in der SS). Er erklärt, er sei stolz auf diese Vergangenheit.
Schleyer der Vergangenheit?
12. Februar 2007 - 18:50 Uhr - Moe
Die Witwe und der Sohn von Hanns-Martin Schleyer zeigen sich also erschüttert, dass Brigitte Mohnhaupt nun freigelassen werden soll, obwohl sie doch eine Verbrecherin und Terroristin gewesen sei und keine Reue zeige. Und damit scheinen sie nicht alleine zu sein, denn die meisten der Online-Umfragen die ich heute gesehen habe zeigen, dass ca. 60% der Abstimmenden der Meinung sind, Mohnhaupt habe ihr Recht auf Freiheit in der Tat für den Rest ihres Lebens verwirkt. Vielleicht passt das damit ganz gut zusammen, dass unlängst erstmals erhoben wurde, dass eine Mehrheit in Deutschland von der gegenwärtigen Demokratie - und der damit einhergehenden Rechtsstaatlichkeit (?) - nix mehr hält. Aber wer ist nun eigentlich dieser Schleyer gewesen? Ob er jemals persönlich einen Menschen getötet hat, weiss ich nicht. Vielleicht kann man anhand seiner Biografie jedoch erahnen, wie er selbst zu Begriffen wie "Schuld" oder "Reue" stand, die nun von seinen Nachkommen eingefordert werden. Die Wikipedia schreibt über Hanns-Martin Schleyer:
6 Kommentare:
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Deine Argumentation ist aus meiner Sicht absoluter Unsinn, denn nur weil HM Schleyer nie was bereut zu haben scheint, haben seine Hinterbliebenen nicht weniger Recht sich darüber aufzuregen, dass seine Mörder den Mord nicht bereuen bzw. "Schuld" anerkennen. Nur weil jemand etwas falsch macht, ist es bei anderen nicht weniger falsch.
Aber Ulrike Mohnhaupt hat ihre Strafe abgesessen. Und da die RAF immer als "normale" Verbrecher und nicht, wie sie selbst es verlangten, als Kriegsgegner der BRD behandelt wurden, muss man das auch heute noch tun. Und wenn normale Mörder auch ohne Reue zu zeigen oder mit der Justiz zusammenzuarbeiten nach der gerichtlich festgelegten Mindesthaft auf Bewährung entlassen werden können, dann können das auch RAF-Mörder. Wenn nicht damit zu rechnen ist, dass Mohnhaupt wieder Morde begeht, wird sie entlassen. Und damit ist das Thema eigentlich gegessen.