Semesterbeiträge an der Uni Gießen

14. Mai 2006 - 16:42 Uhr - Moe
Die Semesterbeiträge an der Uni Gießen, die man bei jeder Rückmeldung bezahlen muss, betrugen im Jahr 1997 schlappe 171,50 DM. Für das kommende Semester werden - und das ist ja bislang noch ohne die geplanten Studiengebühren - 189,80 € erhoben:
Semesterticket 71,50
Semesterbeitrag für die Studentenschaft 7,41
Semesterbeitrag für das Studentenwerk 60,89
Verwaltungskostenbeitrag 50,00
Gesamtbetrag ohne individuelle Gebühren nach §3 StuGuG (Studienguthaben erschöpft) 189,80
Nur mal, um die Entwicklung der Semesterbeiträge über auch nur die letzten 9 Jahre aufzuzeigen, die haben sich in diesem Zeitraum bereits mehr als verdoppelt. Dazu kommen bereits jetzt schon Gebühren ab mindestens 500 € pro Semester, wenn das Studienguthaben erschöpft ist (sog. "Langzeitstudenten"). Und ab dem kommenden Wintersemester solls in Hessen dann eben Studiengebühren für alle geben. Und ja, es soll auch Leute geben, die zwar ihr Studium beendet und einen Job haben, die das aber dennoch für falsch halten. Und da bin ich nicht der einzige. Für einige Geldverdiener scheint das kaum vorstellbar, wenn man sich so manch dümmliche Polarisierung der letzten Tage anhört. Bildung wird zur Ware, und das vornehmliche "Qualitäts"-Kriterium eines Studiums wird die Geschwindigkeit, in der man durchkommt. Ein neuer "Bildungsbegriff" - wenn man das noch so nennen kann - hält damit Einzug.

6 Kommentare:

  1. umo schrieb:
    Und dazu kommen ab nächstem Jahr durch den Wegfall des Kindergeldes für 'Kinder' über 25 Jahre noch ca. 1.800 Euro pro Jahr (für 2 Jahre). Macht insgesamt eine Mehrbelastung in Höhe von ca 2.800 pro Jahr für die Familie mit studierenden 'über 25 jährigen'. N.B. in Hessen kann für das Masterstudium noch mehr genommen werden. Fazit: alles Gerede über eine Angebots- und Nachfrage-gesteuerte Bildung und dadurch eventuell eintretende Verbesserungen ist nur Volksverdummung: hier geht es einzig und allein um das Stopfen von Haushaltslöchern. Und letztlich auch um einen Generationenkonflikt: bei den Renten für Alte wird eine Absenkung verhindert, dafür wird bei den Studiengebühren für Jüngere zugelangt.
    # 14. Mai 2006 - 19:56 Uhr
  2. Roland schrieb:
    Wenn ich so darüber nachdenke, hätte ich mir (unter den heutigen Bedingungen) ein Studium nie leisten können, es sei denn ich hätte Frau und Kind verhungern lassen.
    # 16. Mai 2006 - 15:35 Uhr
  3. Moe schrieb:
    Das wird vielen von denen, die nun Studiengebühren befürworten, nicht anders gehen.
    # 16. Mai 2006 - 17:20 Uhr
  4. Superstundent schrieb:
    Der Löwenanteil dieses beitrages setzt sich aus dem Semesterticket und dem beitrag fürs studentenwerk.

    Semesterticket ist ja wohl ein Bonus, so billig fährt niemand anderes.

    Der Studentenbeitrag finaziert u.a. Verpflegung (essen ab 1,20€) versicherung usw, fliesst also über umwege auch wieder in die tach der studenten.

    PS ich studiere selber (und zahle noch mehr)
    # 19. Mai 2006 - 12:43 Uhr
  5. Claudia Troßmann schrieb:
    Hallo Moe,
    das hat mich gerade kramen lasse,
    1985 habe ich in Frankfurt 60 DM bezahlt.
    10 Jahre später waren es 80 DM
    Wo es mich regelmäßig erwischt hat, das waren die Säumnisgebühren. Etwa 20-25 DM, nun ja, ich und Rückmeldetermine. :-(
    Ich habe Anfang der 80er in Berlin schon gegen Unigebühren demonstriert, damals ging ich noch zur Schule. Aber es war schlichtweg schon damals so, dass fast jede/r StudentIn nebenbei jobben musste, um sein/ihr Studium zu finanzieren. Bildungsabbau hat in Deutschland seit Kohl Tradition. Das scheint den Wenigsten bewusst zu sein. Lieber zeigt man auf die Langzeitstudenten. Dabei brauchen die meist nur so lange, weil sie 1. jobben und 2. nicht immer gleich in das Seminar kommen, wo sie Scheine brauchen. Aber das wird gerne ausgeblendet, passt ja nicht ins Bild.

    Ich denke, es reicht wirklich. Bildung ist ein Menschenrecht für jeden!!!.

    Liebe Grüße

    Claudia Troßmann
    aus anderen Gründen Fan von Corts ;-)

    PS: Das Protestblog und Uebergebuehr.de sind bei http://www.odenwald-bisz.de verlinkt. Das ist neben regelmäßigen Einträgen zum Studentenprotest das Mindeste an Solidarität, was ich tun kann. Nur nicht aufgeben und ordentlich Sand im Getriebe sein. Wie sagte heute jemand zu mir: "Mehr Frankreich in Feutschland.." :-))
    # 26. Mai 2006 - 15:31 Uhr
  6. Moe schrieb:
    Vielen Dank für die Info! Der Anstieg der Kosten ist ja wirklich krass.
    # 27. Mai 2006 - 13:42 Uhr

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