Ein Studium ist einen Beitrag wert! Ein Studium eröffnet Aussichten auf einen Arbeitsplatz mit überdurchschnittlichem Gehalt und unterdurchschnittlichem Risiko von Arbeitslosigkeit. Gegenwärtig bezahlt der (überwiegende) Bevölkerungsteil der Nichtakademiker über die Steuern das Studium von Akademikern, die dann ein entsprechendes höheres Gehalt erreichen können. Gleichzeitig finanzieren einkommensschwächere Familien, aus denen immer noch zu wenige Kinder studieren, das Studium der Kinder aus einkommensstärkeren Familien. Unter der Voraussetzung, dass niemand aus finanziellen Gründen auf ein Studium verzichten muss, ist ein Studienbeitrag daher auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit.Völligst warped, IMHO. Da werden Dinge einfach um 180 Grad herumgedreht, Fakten pervertiert, dem Volk nach dem Maul geredet, und der Rest wird einfach durch die Abschaffung jeglicher Solidarprinzipien forciert.
Krieg ist Frieden. Unwissenheit ist Stärke. Freiheit ist Sklaverei.
[Mike via ICQ]
Immerhin hat Herr Corts schon einen Fanclub. [via Wikipedia]
Tags: Studiengebuehren, Hessen, UdoCorts.

Der Aufruf hat wahrscheinlich den Sinn, darauf vorzubereiten, dass da bald noch mehr in diesem Sinne kommt.
Diese Art von Verschlimmbesserung wird uns ja als höhere Eigenverantwortung und weniger Staat verkauft. Wobei ja bekannt ist, wer sich einen solcherart schwachen Staat am besten leisten kann. In Meck-Pomm wird noch auf Studiengebühren verzichtet. Aber wer weiß schon, wie lange das so bleibt.
Nach meiner Studienzeit habe ich ein (im Vergleich zum Durchschnitt) nur lächerlich geringes Risiko von Arbeitslosigkeit und verdiene voraussichtlich überdurchschnittlich viel Geld. Das Studium ist für mich an erster Stelle eine Investition in meine persönliche Zukunft - die Tatsache, dass es sich dabei um Bildung als Investitionsgut handelt, sollte nicht davon ablenken, dass es sich um eine persönliche, vor allem auf meinen eigenen Vorteil ausgerichtete Investition ist.
Nun kenne ich die Gesetze in Hessen nicht (ich komme aus NRW), aber zumindest hier ist es so, dass die Studierngebühren für niemanden ein Hindernis darstellen sollten. Für denjenigen, der schon BaFöG bezieht, fallen während des Studiums keinerlei zusätzliche Belastunen an, das Argument, Studiengebühren seien unsozial, kann also kaum gelten. Die Tatsache, dass man sein Studium (irgendwann) wird bezahlen müssen trägt weiterhin dazu bei, dass man sich diesem auch ernsthaft widmet und gezielt auf einen Abschluss hinarbeitet, der einen auch "in Lohn und Brot" bringt.
Was ich am Wichtigsten finde: Die Universitäten bekommen mehr Geld. Zumindest bei uns hier entrichtet man seine Studiengebühr direkt an die Uni, und wenn in einer Vorlesung für 50 Leute 400 sitzen und stehen, dann kann man nur sagen, dass das Geld dringend gebraucht wird. Für die Universitäten bringt das den Vorteil, vielleicht wieder etwas mehr finanziellen Investitionspielraum zu haben, für die Studenten den, dass sie jetzt vom notwendigen Übel zur echten, lohnenden "Zielgruppe" werden. Jede Uni wird versuchen, möglichst viele Studenten (und damit Geld) zu sich zu holen, was hoffentlich zu einem fruchtbaren Konkurrenzkampf führt, an dessen Ende sich die Universitäten zunehmend spezialisieren, dafür aber auf "ihrem" Gebiet auch international mithalten können.
Vermutlich werde ich von all diesen Veränderungen noch nichts mitbekommen und tatsächlich mehr zahlen, ohne mehr Leistung zu bekommen. Aber irgendeiner muss ja der erste sein, nach dem gleichen Prinzip wird auch irgendeine Generation (vermutlich auch meine) diejenige sein, die zwar noch Rentenbeiträge zahlt, später aber gar keine Rente bekommt.
Das ist zwar für den Moment schmerzhaft, aber auf Dauer wird es sich auszahlen und deshalb denke ich, dass man wesentlich schlechtere Dinge mit seinem Geld anfangen kann, als es in die eigene Bildung zu stecken.
Anfangs wurde heftig diskutiert und protestiert doch allmählich wurde es Gewohnheit. Mit den Studiengebühren kam auch die Hoffnung, dadurch würde einiges auf der Uni besser werden.
Nur das Lehrangebot wird nach wie vor reduziert, die Teilnehmeranzahl noch größer und der Druck noch höher. Ja, die Räume wurden ausgemalt, Beamer wurden installiert, die extrem flimmernden Bildschirme stehen aber auch noch da. Viele StudentInnen arbeiten neben dem Studium und dies wirkt sich auch auf das Studium aus. (In Innsbruck sind auch die Lebenserhaltenskosten und die Mietskosten hoch anzusetzen.)
Und nicht jeder fertige Akademiker bekommt nach dem Studium einen gut bezahlten Job. Ich suche ihn noch!
Eine Unverschämtheit finde ich ebenso die bis zu 1500 Euronen für das Promotionsstudium. Menschenskinder - wo liegt da die Begründung? Sicher nicht, dass Doktoranden u.U. wissenschaftliche Mitarbeiter sind, Seminare halten - und dafür auch noch bezahlen dürfen...
Wie sehr sich die akademische Elite, welche einen Job an der Klinik hat, über das Entgelt freuen kann, sieht man ja an tagesaktuellen Ereignissen, SW: Marburger Bund. Will heissen: IRONIE; mitten in die unsichere wirtschaftliche Lage werden zusätzliche finanzielle Unwägbarkeiten offen getan, die bar jeder Moral sind. Fakt ist, dass Ärzte in der Klinik sehr wenig Geld bekommen für die Leistung, die sie abliefern. Sie zählen aber noch immer zu den sog. "Besser-Verdienenden". Wer jetzt mit Ablassgeldern ankommt, scheint seine helle Freude daran zu haben, dass es neben niedrigen Tariflöhnen z.Zt. auch vermehrte Fallstricke in Sachen Existenzgründung gibt (undurchsichtige Finanzierungskonzepte, ruchlose Berater und Banker, etc.). Aber egal: Wir sind Papst - und das Geld geht an die Guten, gell...