Fussball, Videoüberwachung und Verhaltenskontrolle

19. Februar 2006 - 14:28 Uhr - Moe
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will während der Fußball-WM alle öffentlichen Übertragungen auf Großleinwände mit Videokameras überwachen lassen. [...] Überwachung via Kamera sei ein wesentlicher Bestandteil bei der Gewährleistung von Sicherheit, so Schäuble laut "BamS" weiter. Die Erfahrungen beim Münchner Oktoberfest belegten, "dass die Sicherheit auch bei Großveranstaltungen schon alleine dadurch zunimmt, dass den Teilnehmern die Tatsache der Videoüberwachung bekannt ist".
Tagesschau: Schäuble will Videoüberwachung der Großleinwände [via Mike]

Zum Oktoberfest habe ich mal vor 2 Jahren kurz was geschrieben. In der Tat wird aber nun eine nun eine neue Qualität der Argumentation eingeläutet, wenn es die Überwacher mal auf den Punkt bringen, dass die Videoüberwachung an sich natürlich überhaupt keinen Schutz bietet, sondern einfach nur das Verhalten derjenigen, die da überwacht werden, ändern soll. Das ist eine abstruse Logik, welche gleichermassen gefährlich ist, da sie tatsächliche Gefährdungspotentiale verdeckt. Vielleicht hilft sie aber dabei, marktkonformes Kundenverhalten zu erwarten.
Und wahrscheinlich wird es genug Menschen hierzulande geben, die für ein bisschen Fussball der Ausweitung der Videoüberwachung von öffentlichen Räumen Vorschub leisten. Olé!
Tags: , .

1 Kommentar:

  1. René schrieb:
    Ich habe es ja schon mehrfach geschrieben: wenn diese Weltmeisterschaft ein derart hohes Gefährdungspotential hat, dass dafür das Grundgesetz geändert werden muss um Soldaten (!) einsetzen zu können, darf diese Veranstaltung auf keinen Fall stattfinden.
    # 20. Februar 2006 - 14:36 Uhr

Kommentare werden moderiert und vor der Veröffentlichung manuell geprüft.

Kommentieren:

:

:
: