Der Schuldirektor der
Pope John XXIII High School in Sparta, New Jersey will seinen Schülern die (private) Nutzung von Weblogs verbieten,
berichtet die Netzeitung. Er ist der Meinung, Pädophile würden darin persönliche Informationen von Kindern und Jugendlichen sammeln. Und damit sich niemand auch nur einen Gedanken darum macht, ob oder warum das so sein könnte, was man dagegen tun kann, und was Jugendliche im Internet darüber wissen sollten, verbietet er's eben gleich. Schliesslich haben seine Schützlinge ja auch keinen Sex vor der Ehe.
Darüber hinaus scheint Schuldirektor
Kieran McHugh ein interessantes Verständnis von Machtausübung und Zensur zu haben:
«Es handelt sich hier nicht um Zensur», sagt er. Die meisten Schüler würden sich ohnehin an die neuen Regeln halten.
Da kann man wirklich noch was lernen.
Weitere Quellen:
Boing Boing:
Principal says students can't keep blogs or MySpace profiles
APP.com:
Principal curbs kids' Internet activity
Jede Schule hat die Direktoren, die sie verdient.
Was die Frage der Autorität angeht, in den oben verlinkten Artikeln lässt sich nachlesen, dass der Direktor bereits mit Disziplinarmassnahmen gedroht hat. Welche Legitimierung die haben, sei mal dahingestellt.
Zum Zensurbegriff: es handelt sich immerhin um Kinder, nicht um erwachsene Personen. Wenn die Eltern und nicht der Direktor der Schule verboten hätten, ein Weblog anzulegen - ist das dann immer noch Zensur? Und was wenn der Direktor den Eltern empfiehlt, den Kindern ein Weblog zu verbieten: Zensur? Aus diesem Grund verwende ich den Zensurbegriff ausschließlich bei echter, staatlicher Zensur.
Und genau vor diesem Standpunkt ist dies meiner Meinung nach Zensur. Ein Schüler sollte alle Möglichkeiten, die er hat, um eigene Erfahrungen sammeln zu können, auch ausschöpfen können. Vor diesem Standpunkt kommt mir das Statement der Schuldirektorin dann auch so vor, als würde man dort Gehirnwäsche betreiben. Unsereins hätte wohl sofort rebelliert.
Dass durch die Wahl von Weblog-Titeln "genau so" "soziale Milieus" entstehen, halte ich - mit Verlaub - für ziemlich abwegig. Deinen Bezug auf die deutsche Geschichte ebenso. Derlei Absichten der Relativierung sind für mich nur schwer erträglich.
Auf derselben Ebene könntest Du jedenfalls auch diskutieren, warum dieser Schuldirektor pädophilen Menschen (wobei Pädophilie zunächst "nur" eine Neigung ist) eigentlich öffentlichkeitswirksam nachsagt, sie würden generell im Internet Jagd auf Kinder mit Weblogs machen, und ob dies nicht eine Form der Diskriminierung ist. Was meiner Ansicht nach nicht minder absurd als die von Dir vertretene Position wäre.
Aber eine Sache noch: Die Nummer mit den Juden versuchst Du hier bitte kein drittes Mal. Den Vorwurf über Erwartungen und Ausrutscher kannst Du auch bringen, ohne Antisemitismus-Vergleiche an den Haaren herbeizuziehen. Danke.
(um grad noch eine völlig überzogen polemische und politisch unkorrekte Pauschalisierung nachzulegen *fg*)
Jetzt geht es in deiner Formulierung nicht mehr um die Katholiken im Allgemeinen, sondern um die "katholische Kirche" im Speziellen. Aus der Kritik am Katholiken im Allgemeinen ist nun eine Organisationskritik geworden. Klar, jetzt klingt die Kritik nachvollziehbar. Ob Organisationen im Grössenformat von Volksparteien, Kirchen, staatlichen Organen usw. "differenziert" sein können (im Hinblick auf was eigentlich?), ist tatsächlich eine interessante Frage. Ich habe diesbezüglich auch meine Skepsis. Hier müsste jedoch nicht die Kirche, hier müsstest du zuerst klarer unterscheiden: zwischen den Katholiken (Plural), dem einzelnen Katholiken und der Organisation Kirche.
Sven Scholz: na, ja. Das ist nun wirklich die unterste Schublade. Eine solche Äusserung bedeutet doch nur eins: Wir wollen nicht diskutieren oder höchstens mit Leuten, die gleicher Meinung sind. Moe, das ist gemeint mit meiner Kritik. Genau solches fördern Beiträge wie dieser.