CCC warnt vor Biometrie-Desaster bei neuen Reisepässen

08. September 2005 - 11:26 Uhr - Moe
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat kürzlich die "BioP2-Studie" zur Leistungsfähigkeit biometrischer Verfahren für die neuen Reisepässe ("ePass") veröffentlicht. Der Chaos Computer Club (CCC) warnt nach Auswertung der Studie nachdrücklich vor dem Einsatz der offensichtlich untauglichen Biometriesysteme. [...]
Die getesteten Verfahren wiesen zwischen 3 und 23 Prozent der teilnehmenden Personen fälschlich zurück. Wenn diese Systeme tatsächlich flächendeckend in der Passkontrolle eingesetzt werden, stehen täglich zehntausende Menschen an den Flughäfen vor rot blinkenden Bildschirmen. Ihre Fingerabdrücke oder digitalen Fotos würden von der Software nicht erkannt. Laut Bundesinnenministerium hätten diese Bürger dann mit einer "verschärften Kontrolle" zu rechnen. [...]
Die BioP2-Studie kommt zu dem Schluss, dass zahlreiche technische Verbesserungen sowie eine weitere "gründliche Untersuchung der Funktionstüchtigkeit, der Erkennungsleistung und der Überwindungssicherheit" notwendig sind. Das BSI räumt damit selbst ein, dass die Technologie alles andere als einsatztauglich ist. Es wird gar die Hoffnung bekundet, die Bürger würden sich schon an die dauernden Zurückweisungen, hohen Fehlerraten und nicht intuitive Benutzerführung der Systeme gewöhnen.
Weiterlesen beim CCC: Pressemitteilung BioP II Studie. [Citizen Insane via ICQ]

Die besagte Studie gibts übrigens hier: "Untersuchung der Leistungsfähigkeit von biometrischen Verifikationssystemen - BioP II" (PDF).

2 Kommentare:

  1. martin schrieb:
    Das gemeine ist, daß es immer die _selben_ sein werden, die zurückgewiesen werden. Sie müßten sich deshalb womöglich für den Rest ihres Lebens darauf einstellen, immer ganz genau unter die Lupe genommen zu werden.
    # 08. September 2005 - 12:12 Uhr
  2. DonLoewi schrieb:
    Ach was, je mehr solcher Dinge passieren, desto eher hört man mit diesem Schwachsinn auf, und die Leute kapieren endlich, dass diese "Anti-Terrormaßnahmen" gar nicht gegen die angebliche Zielgruppe gerichtet, sondern nur zu unserer totalen Kontrolle da ist ...
    # 09. September 2005 - 19:13 Uhr

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