Ich schreibe hier gerade was für die Uni, und irgendwie stelle ich mir die Frage, wie ich das am besten mit den männlichen bzw. weiblichen Bezeichnern machen sollte. Ich glaube, bislang hab ich das meistens einfach irgendwie gemacht. Wenn nun die Begriffe im Text sehr oft auftauchen, fördert es nicht gerade den Lesefluß, jedesmal wieder von LernerInnen, KundInnen usw zu sprechen - oder ist das doch noch die beste Lösung?
Ziemlich oft liest man ja irgendwo aussschliesslich die männlichen Begriffe, und am Anfang der Arbeit steht dann, dass selbstverständlich auch Frauen damit gemeint seien. Nur ist das eine gute Lösung? Ok, sie ist pragmatisch, aber ich will eine Lösung die gut und pragmatisch zugleich ist.
Momentan denke ich darüber nach, immer nur die weibliche Form, als Kundinnen, Lernerinnen usw zu benutzen und dann am Anfang der Arbeit dazu zu schreiben, dass doch aber selbstverständlich auch Männer damit gemeint sind. :)
Eigentlich find ich die Idee ganz gut, aber ich bin mir nicht sicher ob das so der akademischen Hierarchie gerecht wird, falls ich es so abgeben würde. Wenn mans genau nimmt, müsste ich ja dann eigentlich dazu schreiben, dass ich mit den weiblichen Begriffen selbstverständlich ebenso nicht nur Männer, sondern auch Schwerbehinderte meine. Aber da ginge die Kritik dann wohl wirklich eine Spur zu weit. Und eigentlich gehts mir auch nicht darum hier Kritik zu üben, sondern ich will diese Frage nicht einfach nur ignorieren. Also was tun?
Update: Freak hat mich im IRC auf folgende Wikipedia-Seiten hingewiesen: Sexus (Sprache), Binnen-I.
Männliche und weibliche Bezeichner in akademischen Arbeiten?
07. Mai 2005 - 15:03 Uhr - Moe30 Kommentare:
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http://quick-times.ch/4too/...
also das liest sich ja schon irgendwie etwas seltsam. oder meinst du geschlechtsneutrale schwerbehinderte?
ein problem bekommt man dann, wenn man einen text schreibt, in dem man frauen und männer jeweils getrennt meint, dann muß man sich eine andere form überlegen.
persönlich finde ich auch das große i kein problem - beim lesen jedenfalls weniger als beim sprechen.
Nur die männliche Form geht problemlos durch.
Nur die männliche Form mit Vorbemerkung, dass natürlich auch die Frauen gemeint... geht problemlos durch.
Nur die weibliche Form mit Vorbemerkung, dass natürlich auch die Männer gemeint ... gibt einen Riesenskandal. Aufstand, Revolution, Provokation, was soll das? Ihr könnt doch die Männer nicht einfach ausschliessen usw.
Sehr bemerkenswert.
Das ganze übrigens im pädagogischen Umfeld, wo man anderes vermutet hätte.
Letztens dann im Werber-Umfeld gleiches erlebt: Wir haben doch im deutschen da eine Form für: Leser, Teilnehmer usw. Die steh doch für beide Geschlechter, was wollt ihr eigentlich.
Tja.
1.) Preussler, Annabell (2004): Über die Notwendigkeit des (geschlechter)gerechten Ausdrucks. In: MaDOnna. Zeitschrift der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Dortmund. http://bt-mac2.fernuni-hage...
2.) Hellinger, Marlis; Bierbach, Christine (1993): Eine Sprache für beide Geschlechter. Richtlinien für einen nicht-sexistischen Sprachgebrauch. UNSESCO. Bonn. http://www.unesco.de/pdf/ei...
@kiesow: Das meinte ich so: http://www.google.de/search...
Das sieht man nicht nur an Unis sehr oft in der einen oder anderen Formulierung.
@banane: Dass da noch jemand an "den gesunden Menschenverstand" glaubt ist ein beachtlicher Irrtum. ;)
Also mal abgesehen vom konstruktivistischen Einfluss von Sprache auf die Art und Weise, wie wir unsere (Wahrnehmung der) Welt konstruieren.
@fab1an: Immer beide Formen mit einem "und" zu nennen scheint mir eigentlich ziemlich "richtig" zu sein, dient aber auch nicht gerade dem Lesefluss.
@Rochus, Christian: Ich sympathsiere momentan am meisten damit, ausschliesslich die weibliche Form zu benutzen. Die KommilitonInnen mit denen ich darübergesprochen habe fanden das aber ausnahmslos eher mal panne, daher bin ich verunsichert und weiss es wirklich noch nicht.
Vielleicht nehme ich auch durchgehend die männliche Form und schreibe ne Seite auf der ich das Problem expliziere? Immerhin gehts ja auch um Zertifizierung in einem akademischen System (welches bekanntermassen ebenso von männlichen Profs und Mitarbeitern dominiert wird).
@Marco: Many thx, ich werd jetzt mal in Annabells Artikel reinschauen.
@elien: >bei der männlichen Form geschieht dies automatisch.
Genau darum gehts! Sollte das so sein?
Eine andere Möglichkeit ist noch, beide Begriffe mehr oder weniger abwechselnd zu nehmen, aber am Anfang darauf hinzuweisen, aus welchen Gründen du das machst.
Die fairste Schreibweise (beides auszuschreiben) ist leider auch die unleserlichste. Ich finde das große I nicht so schlecht.
Vielleicht geht auch viel mit passiven Umschreibungen (wie die Studierenden, statt die Studenten bzw. Studentinnen und Studenten).
@Roland: nein, das Weglassen finde ich nicht gut. Auch, wenn viele es abstreiten, das Fehlen dieser Formen schließt Frauen aus. So wird oft gar nicht an eine Frau gedacht, wenn irgendwo "der Lehrer" steht (von beiden Geschlechtern). Das ist sogar mal wissenschaftlich nachgewiesen worden. Und was Mitglieder angeht: Ja, das ist Neutrum und da gebe ich dir recht - neutrale Formen feminisieren zu wollen ist Quatsch. Es heißt ja auch nicht Kindinnen oder Kinderinnen.
ups, dat war ja politisch unkorrekt:
"Eure SorgInnen möchte ich haben"
oder wäre es richtig
"Eure Sorgen und Sorginnen möchte ich haben"?
oder: Das Räuber erwartet eine Strafe von mindestens 500 Pronomen..oder so.
mal ganz im ernst. diese "nicht sexistische" schreibweise, die heute fast überall benutzt wird, stellt für mich die spitze des gutmenschentums dar. es gibt ein biologisches und ein grammatikalisches geschlecht, und wer damit nicht klar kommt, kann mir mal an DIE EICHEL fassen, oder DIE GESCHÄFTSLEITUNG informieren.
Ich mag Annabells erste Alternative (Hin- und Hergewechsel) ganz gern und hab die auch schon bei Fallbeispielen praktiziert. Aber wenn nun alle gemeint sind, wird es schnell krampfig.
Wenn in den USA ein Satz lautet: "Where no man has gone before", so bezieht sich dieses "man" auf Mensch. Wer definiert bei uns bei den männlichen Varianten, dass es der Mann ist?
Soviel ich weiß, entstand diese Frage im Zuge des Feminismus in Deutschland der 1970er Jahre - mit Verlaub, objektiv war damals sehr wenig. Also, ich für meinen Teil beziehe alles auf den Menschen. Der Kunde Mensch usw.
Anders ist es natürlich bei Berufsbezeichnungen: Frau Professorin statt Frau Professor, Kauffrau statt Kaufmann (war noch bis in den 1980er Jahren nur der Kaufmann)...
Quasi Platzhalter gegen die grammatikalische Geschlechter-Diskriminierung! ;-)
MFG
Eine Frage der Artikel
Also gut, wenn sich der deutsche Bundestag im Schillerjahr darauf einigt die Verfassung so zu ändern, dass man sich selbst auflösen kann, DANN werde ich vielleicht doch wählen gehen. Wenn aber das Gekaspere wie bei dem Kohl losgeht mit dem getürkten Misstrauensvotum, einem eindeutigen Verfassungsbruch, dann können sie mich mal gernhaben. Um meinen guten Willen zu Beweisen wollte ich hier auf ein sprachliches Problem hinweissen. Gesetzten Fall der deutsche Bundestag würde eine Frau wählen, ja was sit sie dann? Ich meine vielleicht Ute Vogt oder Frau Roth oder so. Gott schütze uns vor Frau Merkel, also was wäre sie dann? Kanzler oder Kanzlerin? Ich meine im Artikel 63 steht eindeutig 1) Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestage ohne Aussprache gewählt. Also, wie werden wir damit umgehen, wenn Ute Vogt na ja halt Kanzler wird. DAS wäre endlich eine Aufgabe für den deutschen Sprachrat. Ganz unabhänig von dem Wahlkram. Wie gehen wir mit den Artiklen um. Der die das, wenn sowohl männliche als auch weibliche Personen (der Mensch, die Person, ich winde mich jetzt bereits) gemeint sein können. Das Bundeskanzler klingt einfach zu doof. Ich bin dafür einfach ein -in anzuhängen, wenn denn das Amt oder so weiblich besetzt ist und es im Plural beim männlichen Artikel zu belassen, rein vom Sprachgefühl her und aber per Definition von einem geschlechtsneutralen pluralistsichem Artikel DER zu sprechen. Klingt das blöd? Aber mir fällt wirklich nichts besseres ein. Sorry. Gerade fällt mir auch ein, dass die Franzosen wohl le Blog sagen.Moe.
spät, aber hier noch, wie ich das gelöst habe:
"Aus Gründen der semantischen Vereinfachung und um den Lesefluss nicht
unangemessen zu stören, wurde auf die Doppelung männl./weibl. bei Substantiven verzichtet."
Gruß,
Markus
Hal R. Varian
Grundzüge der Mikroökonomie
5. Auflage, R. Oldenbourg Verlag München 2001
aus dem Amerikanischen von Prof. Dr. Reiner Buchegger
ist wohl doch nicht so unüblich. Nervt aber ungemeint.
Grüße Andreas
- Alle Doppelnennung sollen in immer abwechselnder Ordnung
genannt werden. Einmal also z.B. "Kundinnen und Kunden",
beim zweiten mal z.B. "Leser und Leserinnen"
- zu Krankenschwester, Putzfrau, Klofrau, Müllmann, Eismann,
Gasmann, etc. wird jeweils auch die andere Form gebildet.
- Hebamme wird zu "Hebamminnen und Hebammen"
Schönen Tag noch.
Vom "evaluator" wird in wissenschaftlichen Publikationen immer mit "she" gesprochen.
Das ist doch mal was.