Jüngstes Beispiel ist der "Weblog" - eine Art schwarzes Brett zum Online-Nachrichtenaustausch - der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zu den Arbeitsbedingungen beim Discounter Lidl. Verdi startete die Site gegen Jahresende, nachdem ihr "Schwarzbuch Lidl", das die Verhältnisse bei Lidl analysierte, bei den Beschäftigten für Aufsehen gesorgt hatte. Knapp einen Monat später berichtet Verdi-Online-Redakteur Bernd Steinmann von mehr als 13.000 virtuellen Besuchern und Beiträgen von 60 Personen. "Ich bin über die große Resonanz überrascht", sagt er. Sogar Kontakte zu Lidl-Mitarbeitern in Polen und Belgien haben sich ergeben. Nachteil der fortschrittlichen Vernetzung aus Gewerkschaftssicht: Die nötige Betreuung ist arbeitsaufwendig. "Für jedermann offene Weblogs laden Verrückte geradezu ein. Wir müssen ständig kontrollieren, dass keine Beleidigungen und Beschimpfungen drin stehen", sagt DGB-Sprecher Hilmar Höhn.
Heute liest man dann in der Telepolis, im Artikel "Kritik am Chef im Weblog führt leicht zur Kündigung", ebenso von Ulrich Hottelet:
Prominentestes Beispiel des digitalen Arbeitnehmerprotests in Deutschland ist der Weblog www.verdi-blog.de/lidl. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di startete ihn Ende 2004, nachdem ihr "Schwarzbuch Lidl" bei den Beschäftigten der Handelskette für Furore gesorgt hat. "Der Blog wird wie ein Forum genutzt. Ich bin über die große Resonanz überrascht", sagt ver.di-Online-Redakteur Bernd Steinmann. Einziger Nachteil der fortschrittlichen Vernetzung: Die nötige Betreuung ist arbeitsaufwändig. "Für jedermann offene Blogs laden Verrückte geradezu ein. Wir müssen ständig kontrollieren, dass keine Beleidigungen und Beschimpfungen drinnen stehen", seufzt DGB-Pressesprecher Hilmar Höhn.Naja. Durch Wiederholung wird es auch nicht wahrer.
Siehe auch Nico Lumma: "Alles Verrückte hier" vom 18.2.2005.
