Die Wirtschaftswoche über Blogs

17. März 2005 - 11:20 Uhr - Moe
Matthias Hohensee und Jochen Mai haben für die aktuelle Ausgabe der Wirtschaftswoche (Print) einen Artikel über Weblogs geschrieben:
ALPHA-BLOGGER Internetjournale, im Szenejargon Blogs genannt, steigen zur Medienmacht auf. Die erfolgreichsten Autoren machen Karriere – oder beenden die von anderen.
Update: Den Artikel gibts nun auch online, Wirtschaftswoche: Beta-Blogger.

Jochen Mai hat in seinem Weblog bereits einige Überlegungen und Eindrücke zu dem Artikel veröffentlicht. Jochen Mai: blogschokolade. Nicht vergessen sollte man, daß "Erfolg" beim Bloggen keine wirklich meßbare Größe ist, und sich sicher nicht an quantitativen Zugriffszahlen mißt. Der "Impact" eines Blogs hat meines Erachtens nach nur am Rande mit den Zugriffszahlen zu tun.
Die drei Blog-Typen welche da konstruiert und dann nochmals von drei "Erfolgsmodellen" gefolgt werden, kann ich ganz und gar nicht nachvollziehen. Diese Kategorisierung erscheint mir recht willkürlich. Ausserdem legt sie nahe, daß vielgelesene oder stark vernetzte Weblogs eine höhere inhaltliche Qualität besitzen. Das klingt zwar erstmal logisch, scheint mir bei genauerem Hinsehen aber nicht haltbar.

6 Kommentare:

  1. jo schrieb:
    das beobachte ich aber schon: die deutschen frontblogger schreiben deutlich besser als der rest, bieten mehr abwechslung/unterhaltung und klauben interessante links zusammen. ausserdem tut sich auf diesen seiten meist mehr als woanders. nach den gesetzen des marktes setzt sich nunmal qualität durch - auf lange sich sowieso...

    hey, lief hier nicht die diskussion, dass sich die guten blogs langfristig durchsetzen als ich die möglichkeit der manipulation diskutierte? ich sagte: blogger können bewusst manipulieren. darauf ein aufschrei: nein, niemals, das würde sofort auffallen. qualität setzt sich durch und diese bluffer, wird der markt, die blogosphäre hinwegfegen!
    nun, der umgekehrte fall (ich bin bekehrt, schreibe: nur die guten setzen sich durch). und wieder ein aufschrei: nein, die schlechten schreiber sind genauso erfolgreich. ja, was denn nu?
    # 17. März 2005 - 13:55 Uhr
  2. Moe schrieb:
    Der Qualitätsbegriff ist gar nicht so einfach zu bestimmen. Ich denke in der Tat, daß Weblogs durch die Kommentarfunktion und die gegenseitigen Bezüge auf irgendeine Art und Weise selbstregulierend sein können. Da ging es um subjektive bzw unwahre Äusserungen oder Gerüchte. Das ist aber nur ein mögliches Qualitätskriterium von vielen.

    Ich meinte nicht "die schlechten schreiber sind genauso erfolgreich", sondern daß beispielsweise der Vernetzungsgrad nicht direkt abhängig vom Content der Blog-Einträge ist. Ebenso wenig die Wahrnehmung durch "traditionelle" Medien. Interessant ist an dieser Stelle Shirky's Artikel zu Power Laws: http://www.shirky.com/writi... , fast schon ein Klassiker.

    Die allgemeine Beobachtung, daß sich Qualität auf einem (unregulierten?) Markt durchsetzt, kann ich jedenfalls nicht uneingeschränkt teilen.

    Ich glaube nicht, daß ein vielgelesenes Blog auch *zwingenderweise* eine inhaltlich "hohe Qualität" haben *muss* (aber kann). Dies ist in anderen Medien auch nicht der Fall.

    Nur worauf wollte ich nochmal hinaus? Wahrscheinlich darauf, daß für die "Bekanntheit" eines Weblogs neben inhaltlicher Qualität noch viele andere Faktoren in Frage kommen. Und das sich umgekehrt auch nicht inhaltlich hammergute Blogbeiträge immer durch hohe Leserzahlen bemerkbar machen (müssen).
    # 17. März 2005 - 14:17 Uhr
  3. jo schrieb:
    ok, aber ich hab ja auch geschrieben, dass es keine eindeutig aussage für die frage (was macht einen blog erfolgreich?) gibt. das sind also auch meinerseits nur näherungswerte. dass es auch ausnahmen von der regel gibt, bestätigt diese doch erst... ;-)
    # 17. März 2005 - 14:58 Uhr
  4. immo schrieb:
    es war sicher etwas überspitzt formuliert, leicht provokativ und in der Bloggerszene leicht missverständlich aufgenommen.

    Allerdings zeigte sich Jo in der Disskussion bei IT&W "Handelsblatt im Blograusch" recht aufgeschlossen, einschließlich Lerneffekten und "schlug" sich achtbar, ohne zu kneifen.
    http://www.industrial-techn...

    Dagegen zeigten sich die Handelsblatt-Blogger überhaupt nicht (oder sie bemerkten die Diskussion nicht). Das wird sicher noch kommen.
    # 19. März 2005 - 11:54 Uhr
  5. Moe schrieb:
    Man muss nicht auf jede Diskussion einsteigen, wo jemand "dagegen" ist...
    Das vergessen diejenigen die fast permanente Kritik üben leider ab und an. Dass die Handelsblatt-Blogger darauf bislang nicht eingingen, ist meiner Ansicht nach also nicht soo die Aussage.
    Dass Jo aber mit wirklichem Interesse an der Blogosphäre dran ist, ist natürlich ne prima Sache.
    # 19. März 2005 - 12:41 Uhr
  6. jo schrieb:
    :-)
    # 29. März 2005 - 10:04 Uhr

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