Deutsche Bank soll Politiker verklagen?

12. Februar 2005 - 14:08 Uhr - Moe
Der Börsenexperte Wolfgang Gerke rät der Deutschen Bank, diejenigen PolitikerInnen die sagen was sie denken einfach zu verklagen:
Börsen-Experte Gerke hat der Deutschen Bank geraten, Politiker zu verklagen, die zum Bankenwechsel aufrufen. Es sei nicht die Aufgabe der Bank, Sozialpolitik zu machen, sagte er der Netzeitung.
[via Netzeitung: Gerke: Deutsche Bank soll Politiker verklagen]

Hintergrund sind die Stellenstreichungen trotz hoher Gewinne, und die darauffolgenden Vorschläge einige SPD-PolitikerInnen, doch einfach mal das "deutsch" aus dem Namen zu streichen, oder am besten gleich zur einer anderen Bank zu wechseln.

Gerke sagt dazu, es sei ja schliesslich auch nicht Aufgabe der Wirtschaft, zum Boykott von Parteien aufzurufen. Stimmt, die Wirtschaft kauft sich ja stattdessen systematisch in die Politik rein. Wer diesen Zusammenhang nicht sieht, hält seine Adressaten entweder für ziemlich blöde, oder ist selbst nicht so ganz geistig auf der Höh' - könnte man meinen.

6 Kommentare:

  1. beberlei schrieb:
    naja er hat schon recht, manche kommentare wie z.b. der boykottaufruf sind nicht angemessen. natürlich würde sich die DB noch schlechtere PR einholen mit dem verklagen, daher werden die das nich tmachen, aber schließlich hat die politik für die politik zu sorgen und nicht der wirtschaft reinzureden, so verquer deren entscheidungen auch sein möchten.

    übrigens habe ich es lieber, wenn die deutsche bank international stark genug bleibt, weil das sowieso die einzige deutsche bank ist, die einigermaßen einfluss im weltgeschehen hat und es wäre nicht so prall, wenn die übernommen wird von irgendeinem amerikanischen oder englischen bankgiganten...
    # 12. Februar 2005 - 19:06 Uhr
  2. Moe schrieb:
    > aber schließlich hat die politik für die politik zu sorgen und nicht der wirtschaft reinzureden

    das würde ich erstmal so unterschreiben. nur ist es doch nunmal sorum, dass die wirtschaft massiv und gezielt einfluss auf die politik nimmt.

    ansonsten denke ich mal, dass es nicht schade um einen laden ist, welcher sich am holocaust bereichert hat. soweit meine persönliche meinung.
    # 12. Februar 2005 - 22:05 Uhr
  3. René schrieb:
    Meinungsfreiheit gibt es auch für Politiker.
    # 13. Februar 2005 - 01:28 Uhr
  4. korfstroem schrieb:
    Der Boykottaufruf ist eine ökonomische Dummheit. Der Rat zur Klage fügt eine juristische Dummheit hinzu.

    Beide Vorschläge sind nur durch das Bestreben zu erklären, im Windschatten der Affäre an die Öffentlichkeit zu segeln.

    Oder anders gesagt:

    Wer in Hessen kennt Frau Ypsilanti?
    Wer in Deutschland kennt Herrn Professor Gerke?

    korfstroem

    http://korfstroem.blogg.de
    # 13. Februar 2005 - 14:09 Uhr
  5. djo schrieb:
    Hmm, Frau Ypsilanti kenne ich. Also schon mal zumindest einer hier aus Hessen im Forum ;)
    Prof. Gerke allerdings kenne ich nicht.
    # 14. Februar 2005 - 00:33 Uhr
  6. beberlei schrieb:
    ja moe, klar du hast recht. natürlich kann die politik allgemein kritisieren, dass die Deutsche Bank die leute entlässt. Warum sollten sie das nicht dürfen, Meinungsfreiheit. Aber die Sache ist ja, dass man beispielsweise mit einem Protestaufruf ja eher eine Grenze überschreitet, wo man als Unternehmen schon überlegen sollte, ob man wegen Rufschädigung klagen kann.

    Die anderen Kritiken an der Deutschen Bank finde ich angemeßen, die Wirtschaft mischt sich ja auch in die Gestaltung der Politik ein, also kann da ruhig eine Meinungsäußerung im umgekehrten Fall stattfinden.
    # 14. Februar 2005 - 11:39 Uhr

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