Studiengebühren für alle

26. Januar 2005 - 12:05 Uhr - Moe
Nach der Klage einiger CDU-regierten Länder hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, und dem kostenpflichtigen Erststudium Tür und Tor geöffnet.
Warum auch nicht, all die alten Säcke da draussen haben schliesslich kostenlos studiert, und vielleicht ihre fette Frau in den 80ern immer schön auf Kur geschickt wenn die mal wieder Urlaub brauchte, denn die Kassen hattens ja, dafür habt ihr Euch jetzt schön reich daran gestossen, also wird jetzt abkassiert wo's geht. Daß ihr dafür die Massen dumm halten müsst, wisst ihr genau. Eine Rente wollt ihr ja schliesslich auch dafür sicher haben, daß ihr die letzten Drecksäcke seid. Wie soll das gehen, wenn Euch nicht bald irgendeiner für einen Euro pro Stunde den Rasen mäht. Damit es dazu kommt, muss man ihm eben die Chancen verbauen. Zwar sind und waren Studierende aus unteren sozialen Schichten schon immer an der Uni krass unterrepräsentiert, aber das ist nichts, was man mit Gebühren nicht noch verschärfen könne. Ich hab langsam genug von ständigen Diskussionen und der Suche nach Konsen mit irgendwelchen Leuten die ich ungefähr soviel verachte, wie sie mich.

Den Stuss muss man sich jedenfalls mal auf der Zunge zergehen lassen: Das Gericht geht davon aus, dass Studiengebühren den Ländern nun die Chance geben, die Qualität ihrer Hochschulen zu verbessern. Außerdem würden die Gebühren bei den Studenten zu einer "wertebewussten Inanspruchnahme" der Unis führen. Es sei zudem anzunehmen, dass die Länder die Gebühren sozialverträglich gestalten, damit auch Studenten aus einkommensschwachen Familien ihre Chancen auf Bildung wahren könnten.

3 Kommentare:

  1. René schrieb:
    Lustig wird es, wenn alle das gleiche zahlen müssen. Wenn also ein Medizinstudium genauso viel kostet wie ein Philosophiestudium. Oder wenn wirtschaftlich verwertbare Studiengänge wie Jura oder BWL ebensoviel kosten wie Politikwissenschaft. Oder noch besser: wenn die Kreditvergabe für die Studienfinanzierung nicht durch den Staat geregelt wird, sondern durch normale Banken. Da entscheidet dann die wirtschaftliche Verwertbarkeit des Studiums darüber, ob man den Kredit bekommt. "Was, sie wollen Soziologe werden? Da können sie doch nicht mal die 20% Zinsen abzahlen! Abgelehnt!". Schöne neue Welt.
    # 26. Januar 2005 - 12:25 Uhr
  2. aho schrieb:
    Das Problem ist, dass jene, die diese Entscheidung treffen, glauben, dass jede Studentin/jeder Student nach dem Studium in einen gut bezahlten, fristlos alimentierten Beruf kommt. Die Wahrheit ist eine andere: Alle Studis arbeiten heute nicht mehr für ihren Auf- sondern nur noch gegen ihren Abstieg. In manchen Berufen sind Studierte a) nicht fest angestellt, also meist "Honorarkräfte" oder "Freiberufliche" b) nicht sonderlich gut bezahlt und vor allem c) wesentlich besser qualifiziert als die derzeitigen "Chefs" und "Chefinnen".

    Was den Politikern und Verfassungsrichtern nicht klar ist, ist der Umstand, dass das Studium längst keine Garantie für ein gesichertes Leben ist.

    Studierende werden deshalb via Studiengebüren in eine klassische Schuldenfalle gejagt. Mal sehen, wieviele sich auf dieses ungewisse Abenteuer einlassen...
    # 26. Januar 2005 - 12:51 Uhr
  3. Student schrieb:
    Offensichtlich ist es für viele Menschen, leider auch "studierte", zu viel verlangt, zwischen der Sachfrage der Einführung von Studiengebühren und einer kompetenz- verfassungsrechtlichen Frage zu differenzieren. Klar, die Verfassungsrichter wollen nur die Studenten ärgern, indem sie Studiengebühren "einführen". So was lächerliches sollte man eigentlich von gebildeten Leuten nicht erwarten müssen. Ganz davon abgesehen, wie unangebracht persönliche Beleidigungen an dieser Stelle sind.
    # 27. Januar 2005 - 08:07 Uhr

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