Ein interessanter Artikel in der FAZ, in dem es am Rande auch um Weblogs, Journalismus und Urheberrecht geht. Verkehrte Welt, könnte man meinen, wenn man sich die jüngsten Entwicklungen hierzulande ansieht. Ansonsten wird deutlich, das Weblogs durchs Katastrophen-Blogging wohl sehr viel Aufmerksamkeit druch die traditionellen Medien erfahren: Während Fernsehstationen aus Japan, Europa und Amerika für das Privatvideo eines skandinavischen Urlaubers viel Geld an eine norwegische Zeitung bezahlten, die die Rechte daran erworben hatte, luden Blogger das Video, das ein älteres Urlauberpaar aus dem Kamala Beach Hotel in der Nähe von Phuket im Kampf mit den Wellen zeigte, ohne Bezahlung von fremden Internetseiten herunter.
Journalistischer Wildwuchs
Derartige Raubzüge ärgern natürlich jene, die sich um ihre Urheberrechte betrogen fühlen. Der journalistische Wildwuchs in den Blogs provoziert auch Fragen nach der Qualität und Verläßlichkeit des neuen Graswurzeljournalismus, der vielfach nicht mehr von der Recherche, sondern von der Verbreitung persönlicher Überzeugungen lebt.
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Internettagebücher gibt es schon seit einigen Jahren. Aber zunächst waren es vor allem Insider oder Schriftsteller, die sie zur persönlichen Selbstdarstellung oder zum Zeitvertreib nutzten. Populär sind die Blogs erst durch eine andere Katastrophe geworden: durch die Terroranschläge vom 11. September 2001, die bei vielen Amerikanern den Wunsch weckten, ihre Trauer, Wut und Fassungslosigkeit mit anderen zu teilen. Weiterlesen bei der FAZ: Erlebtes und "Erlebtes".
Katastrophenvideos in Weblogs und Urheberrecht
06. Januar 2005 - 16:13 Uhr - Moe6 Kommentare:
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Da beschweren sich ein paar Blogger dass ein Dienst ihre RSS Feeds ohne Erlaubnis benutzt. Gleichzeitig kuemmern sich viele Blogger einen Dreck um die Rechte anderer. Nicht notwendigerweise die gleichen Blogger, aber zumindest teilweise.
Wirklich professionell:
http://www.kolumnen.de/sick...
Vielleicht sogar von demselben Artikel der hier verrissen wird:
http://www.dailyhowler.com/...
Sehr lesenswert.
Sicher dürfte aber sein, dass der Ursprung des Wortes eine 1:1-Übersetzung des amerikanischen Begriffes "grassroots-journalism" ist. Unter "Graswurzeln" stellt sich der gewöhnliche Deutsche sicher etwas anderes vor als "Neue soziale Bewegungen" oder "Demokratie von unten", "Basisdemokratie" oder ähnliches.
Btw: Faulheit adelt ja bekanntlich, darum nur kurz bei Google "Grassroots" und "Journalism" angegeben - und hops:
http://dangillmor.typepad.c...
Und zum Thema <i>Graswurzeljournalismus</i> und <i>inspirierte Kopie</i>: Das klang damals in den Staaten, im September anno 2004, noch viel ulkiger: Als am Rande der <a href="http://instapundit.com/arch..." target=_blank>Rather-Affäre</a> ein Blogger als <i>a guy sitting in his living room in his pajamas</i> bezeichnet worden war... Ihr erinnert Euch noch an den Aufschrei, der damals durch die amerikanische Bloggersphere ging? Und die <a href="http://instapundit.com/arch..." target=_blank>Folgen</a>... ;-)