Hart aber gerecht

04. Januar 2005 - 10:31 Uhr - Moe
RSS-Kopierer sind Verbrecher. Und Star-Blogger die Musikindustrie?

16 Kommentare:

  1. Michael schrieb:
    Natürlich ist das ein Dilemma -- was mir die Musikindustrie nicht gestattet (und nicht nur die), nämlich das Kopieren, verbiete ich anderen durch eine entsprechende CC Lizenz.

    Aber wo kämen wir hin, wenn A mir alle Kopien mit dem Hinweis auf Urheberrecht und so verbietet, während B sich Kopien von meinen Sachen zur kommerziellen Weiterverwertung erlaubt? Wer A sagt, sollte auch B sagen dürfen.
    # 04. Januar 2005 - 10:58 Uhr
  2. Moe schrieb:
    Grundsätzlich finde ich interessant, wie der geschriebene Satz immer mehr als ein Produkt aufgefasst wird. Das mag für diejenigen, die ihre Blogs nutzen um Hardware zu verscherbeln oder Google-Ads anzupreisen ja noch irgendwie richtig sein. Nur für die meisten anderen wohl eher nicht so.
    Sonst landen wir irgendwann wirklich an einer Stelle, an der wir Urheberrecht und Patente bis zum letzten reproduzieren. Wie die grossen.
    # 04. Januar 2005 - 11:03 Uhr
  3. Sven schrieb:
    Problematisch empfinde ich es schon, wenn die eigene Meinung einfach in ein anderes Weblog übernommen wird und dort als eigene verkauft wird. Der Hinweis "XY sagt..." würde ja in manchen Fällen schon völlig ausreichen. Dabei geht es meist auch weniger über Urheberrechte als eher über das Prinzip der Höflichkeit.
    # 04. Januar 2005 - 11:25 Uhr
  4. Moe schrieb:
    Dem stimme ich voll und ganz zu. Manche nennen nur ungern ihre Quellen bzw lassen sich lieber selbst dafür feiern. Das ist schade, aber eine Frage mangelnder Netiquette.
    Wenn man ein paar Blogs liest, merkt man das meist aber recht schnell.
    # 04. Januar 2005 - 11:29 Uhr
  5. djo schrieb:
    Ein Prof von mir sagte mal sinngemäß, dass man nichts schreiben könne, was nicht jemand anderes mal schon so geschrieben habe. Es sei denn, man macht DADA ...
    # 04. Januar 2005 - 14:29 Uhr
  6. jan schrieb:
    Ich verstehe den Eintrag nicht ganz, Moe. Wenn uns jemand zitiert, ist es mir egal. Wenn er einen Trackback setzt, finde ich es nett. Wenn aber jemand Geld damit macht, dass er unseren Inhalt weiterverkauft, finde ich das alles andere als lustig. Das Geld würde ich nämlich lieber auf dem Konto der FSF, bei der FAU oder beim Debian-Projekt sehen als bei einem Feed-Verkäufer.
    # 04. Januar 2005 - 15:50 Uhr
  7. Sascha Carlin schrieb:
    Jan, Du bezahlst bei IzyNews nicht die Inhalte, sondern die Nutzung deren Newsreaders. Manche RSS-Reader kosten eben Geld. Wo ist das Problem?
    # 04. Januar 2005 - 17:17 Uhr
  8. jan schrieb:
    Verlangt IzyNews nicht Geld dafür, dass die RSS-Feeds gesammelt und als Email aufbereitet werden? Ohne die Inhalte kein IzyNews.
    # 04. Januar 2005 - 17:31 Uhr
  9. Sascha Carlin schrieb:
    Oder so. Die haben einen RSS Reader und verschicken das auch als Mail. Ohne die Inhalte kein IzyNews, korrekt. Warum beschwert sich dann niemand über die 40 USD, die man für NetNewsWire bezahlen muss? Ohne Inhalte kein NetNewsWire.
    # 04. Januar 2005 - 17:39 Uhr
  10. jan schrieb:
    Eine Entschädigungen für die eigentlichen Autoren wäre schon ganz nett. Wenn einer meinen Kram verkauft, will ich was davon abhaben. Wenn er es nicht verkauft, kann er damit machen, was er will.
    # 04. Januar 2005 - 18:06 Uhr
  11. Moe schrieb:
    Also ich bin mir nicht sicher ob das was damit zu tun hat, aber ich zahle bei Arcor auch jeden Monat ne DSL flat, damit ich Eure Blogs lesen kann.
    # 04. Januar 2005 - 18:08 Uhr
  12. banane schrieb:
    @jan
    schreib denen doch ne rechnung für jeden abruf des feeds.
    # 04. Januar 2005 - 18:22 Uhr
  13. quox schrieb:
    Vielen Dank, dass Du meine Gedanken so schön in einen Satz gepresst hast: Bloggeria=Musikindustrie

    Eine geniale Idee RSS-Feeds mittels Imap auf jedes beliebige Mailprogramm zu schicken.
    Wer nicht möchte, dass sein Zeug gelesen wird, der sollte es besser nicht Veröffentlichen und vorallem nicht mit RSS-Feeds ausstatten.

    Newsreader kosten (mit wenigen Ausnahmen) nunmal Geld, dafür lässt sich IzyNews eben auch bezahlen - so what? Darf man IT&W und SWR nicht mit kommerziellen Newsreadern lesen? Nicht das ich bereit wäre für die Dienste von Izynews zu zahlen, aber ich sehe das Problem nicht.
    Die RSS-Mails, die ich mir testhalber habe schicken lassen, sahen auch nicht anders aus, als bei bloglines oder in NetNewsWire.

    Die verkaufen keine Newfeeds, sondern einen Dienstezugang, zu bereits veröffentlichten Newsfeed mittels Imap.

    @jan
    Ohne Inhalte auch kein:
    google
    NetNewsWire
    bloglines
    shrook
    Limewire...

    Wer würde behaupten, dass Limewire Musik verkauft, nur weil die sich ihre Pro Version versilbern lassen?

    MfG
    quox
    # 04. Januar 2005 - 18:42 Uhr
  14. Ulrich Schwanitz schrieb:
    Versuch einer Klarstellung:

    Die Aufgabe von IzyNews besteht darin, die Funktion eines RSS-Readers in einem beliebigen eMail-Programmen abzubilden, ganz unabhängig von spezifischen Inhalten. Der Mehrwert für den Anwender liegt in der Umsetzung des RSS-Formates in eine lesbare Form, in der Verwaltung der Abonnements und in der Verwendung der gewohnten (eMail-) Umgebung.

    Im Ergebnis steht IzyNews also in einer Reihe mit einschlägigen Online- und Offline- Leseprogrammen für RSS-Dateien, ob kommerziell oder auch nicht.

    Darüberhinaus dient unser Verzeichnis -wie andere Suchmaschinen und RSS-Verzeichnisse auch- lediglich der Orientierung und vereinfachten Abwicklung.

    Als Anbieter einer RSS-Datei gestatten Sie wahrscheinlich Ihren Lesern, die Datei in beliebigen, auch kommerziell vertriebenen RSS-Reader-Programmen oder Online-Diensten zu betrachten. Analog wäre es auch, einem ungeliebten Anbieter eines Webbrowsers das Anzeigen bestimmter HTML-Seiten zu verbieten. Insofern würden wir uns freuen, wenn Sie und wir ohne Sonderregeln für IzyNews auskommen könnten.

    Ich hoffe, damit etwas zur Klärung beigetragen zu haben. Über ein Antwort würde ich mich freuen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Ulrich Schwanitz

    für IzyNews http://izynews.de
    # 04. Januar 2005 - 20:37 Uhr
  15. Moe schrieb:
    Also ich kann da nur für mich sprechen, aber Sie dürfen meinen Feed natürlich syndizieren, Herr Schwanitz.
    # 04. Januar 2005 - 23:44 Uhr
  16. MatzeNr2000 schrieb:
    Ich finde, das Ganze nimmt schon nahezu dogmatische Züge an. Nur weil jemand damit Geld verdient, dass er (leider nicht) meinen RSS-Feed einer weiteren Teilnehmerschaft zur Verfügung stellt, soll ich jetzt einen Riesenaufstand machen und das Ende des freien Wortes heraufbeschwören? Nix für ungut, aber das klingt doch sehr nach "Viel Lärm um nix".

    Leider leider drängt sich tatsächlich der Vergleich mit der Musikindustrie auf, die ja auch solange ruhig ist, wie jemand, im konkreten Fall der potentielle Kunde, sich in ihrem Sinne verhält, im konkreten Fall CDs kauft. Umgemünzt auf die Blogger heisst das: sie sagen solange nix wie ihre Webseiten und RSS-Feeds auf den von ihnen diktierten Vertriebswegen genutzt werden. Kommt jemand daher und tut einen weiteren Vertriebsweg auf, verdient vielleicht sogar Geld damit, dann ist der Aufschrei groß und es wird absolut kopflos gehandelt. Konkret: die Musikindustrie überzieht ihre potentiellen Kunden mit technischen Blockaderien und Prozessen. Und die Blogger handeln ähnlich: sie fangen jetzt auch an mit rechtlichen Schritten. Genau wie die Musikindustrie wird ein neuer möglicher Vertriebsweg für Content völlig ausser Acht gelassen.

    Zusammengefasst handeln jetzt also viele Blogger genau so, wie sie es an Anderen immer verteufeln - das ist zumindest mein Eindruck. Das Ganze stinkt nach Doppelmoral im übelsten Sinne. Klar, den Feind mit den eigenen Waffen schlagen tut gut und ist schön demütigend für ihn.

    Sollte mein RSS-Feed jedenfalls in der izynews-Liste auftauchen, so sehe ich das eher als (für mich) kostenlose Publicity an denn als Grund für rechtliches Gezicke.
    # 06. Januar 2005 - 22:22 Uhr

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