Reichtum in Deutschland

07. Dezember 2004 - 11:14 Uhr - Moe
Den Armutsbericht hab ich hier auch noch gar nicht erwähnt, obwohl ich das eigentlich wollte. Naja, dann klau ich eben den Follow-up von Telepolis: Der Abstand zwischen Arm und Reich ist laut den vorab durchgesickerten Ergebnissen des Armutsberichts der Bundesregierung während der rot-grünen Regierungszeit weiter gewachsen. Die Zahl der Haushalte, die mit weniger als 60 Prozent des Durchschnittsbudgets auskommen müssen, ist demnach von 12,1 Prozent auf 13,5 Prozent gestiegen. Mittlerweile lebt jede siebte Familie unter der Armutsgrenze. Dafür ist aber der Anteil der reichsten 10 Prozent der Bevölkerung am Gesamtprivatnetto-Vermögen von 45 auf 47 Prozent, also auf 5 Billionen Euro angewachsen. Es ist also an der Zeit zu fragen, wie diese Entwicklung von Armut und Reichtum in Deutschland überhaupt zustande kommt. Weiterlesen bei Telepolis.

Dass die Reichen immer reicher und die Armen ärmer werden, nun ja, soweit so "gut", das liegt ja nun wirklich im System und ist von den Verfechtern dieser Ideologie gewollt. Ob es allerdings Sinn macht, dass jetzt auch jede siebte Familie, welche die Zukunft unseres Landes darstellen soll, in Armut lebt, das wage ich zu bezweifeln. Das kann doch irgendwann nicht mehr im Interesse der ökonomisch wie sozial Bessergestellten sein, die sich an andererleuts Armut bereichern. Irgendwo muss die zukünftige Ausbeute ja immerhin noch her kommen. Vielleicht kann mir jemand das ja mal erklären. Es scheint in diesem Land immerhin ziemlich normal zu sein. Wieso kapier ich das nicht?

8 Kommentare:

  1. torsten schrieb:
    ja, die zukunft ist bekanntlich unsicher, d.h. es kann alles passieren. was schert die ausbeuter von heute wen die nächste generation ausbeuten soll? ressourcen für eine längere belagerung dürfte der reichere teil der gesellschaft zur genüge haben.
    # 07. Dezember 2004 - 11:50 Uhr
  2. Wolfgang schrieb:
    Aber liegt das an der Regierung?
    Es ist doch das anerkannte Ziel der Reichen reich zu bleiben (und wenn möglich die Nullen auf dem Konto zu vermehren). Kann da die Regierung überhaupt mitwirken? Es war doch auch oft in der Vergangenheit so, dass irgendwann das dumme (arme) Volk aufsteht und sich wehrt, es muss nur genug davon geben. Die Demos gegen Hartz IV waren doch ein gutes Beispiel. Stell dir das jetzt mal in 10 Jahren vor. Aber genau das ist es doch, was uns täglich vorgelebt wird! Die Medien sind doch voll von Reichen und deren versnobbtes leben. Die Frage ist doch: "Warum reicht es den Menschen nicht, genug Geld zu haben? Warum müssen sie es vermehren wollen?" Das die Menschen nicht miteinander leben können sehen wir ja, aber sie müssen es doch, oder sehe ich da jetzt was falsch?

    Ich bin fest davon überzeugt, das es noch zu meiner Zeit ganz ganz heftig rumsen wird (es rumort ja schon). Und dann fühlen wir uns an 1938 oder andere geschichtliche Ereignisse erinnert. Sagt dann nicht ich häts euch nicht gesagt :)
    # 07. Dezember 2004 - 12:14 Uhr
  3. torsten schrieb:
    ja, das mit der rumserei wird oft gehofft und gesagt. aber dafür geht es noch viel zu gut in .de
    # 07. Dezember 2004 - 12:31 Uhr
  4. Andreas schrieb:
    Richtig erkannt: Der Fehler liegt im System! Erklärung findet, wer danach sucht. Googelt mal "Systemfehler" und eine Welt der Erklärung tut sich auf. Bleibt die Frage, wie wie man mit diesem Wissen umgeht. Aktiv oder Passiv. Angesichts der immer dramatischer werdenden Gesellschaftsprobleme beantwortet sich diese Frage von selbst.
    # 07. Dezember 2004 - 16:15 Uhr
  5. René schrieb:
    Armut ist relativ. Wenn es nach der Armutsdefinition ginge würde ich in bitterer Armut leben, mir gehts aber eigentlich ganz gut. In Nordkorea kann man von Armut sprechen, aber nach der deutschen Armutsdefinition gibt es dort keine Armut - es haben dort nämlich alle gleich wenig.
    # 07. Dezember 2004 - 19:02 Uhr
  6. djo schrieb:
    Das wird noch heftiger nach Willen der CDU. Wie Merkel ankündigte, will sie für "mehr Ungleichheit" eintreten...
    Na denn.
    # 07. Dezember 2004 - 23:42 Uhr
  7. kiesow schrieb:
    @René: die meisten studenten leben während ihres studiums in einer situation, die ausreichend für die meisten definitionen von armut ist. trotzdem geht es ihnen recht gut.
    # 08. Dezember 2004 - 01:52 Uhr
  8. René schrieb:
    Natürlich, aber das zeigt doch wie sinnvoll die deutsche Armutsdefinition ist. Zumindest ist der Begriff "Armut" falsch. Mit Armut verbinde ich Slums wie in Südamerika oder Südostasien, in denen die Menschen Müll durchsuchen müssen um etwas zu essen zu finden. Was hierzulande als Armut bezeichnet wird, ist für die ein Traum.
    # 08. Dezember 2004 - 08:35 Uhr

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