Was ist an Bloggen eigentlich Personal Publishing, wenn man auf einen Bekannten angewiesen ist, um an ein CSS-Design oder ein Upgrade des Blog-Systems zu kommen, da man dazu selbst nicht in der Lage ist?
Es geht mir jetzt weniger darum zu erörtern, wer was kann oder wieviel Zeit hat. Den Begriff des "Personal Publishing", wo jeder publizieren kann wenn er in der Lage ist einen Hyperlink zu setzen, scheint sich dadurch jedoch ziemlich zu relativieren. Wobei man den Hyperlink ja auch nur dann braucht, wenn man das Medium "Web" spezifisch nutzen möchte. Literaten können also aufatmen. Aber ich schweife ab.
Bloggen = Personal Publishing?
01. November 2004 - 10:23 Uhr - Moe9 Kommentare:
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Und was soll 'Personal Publishing' eigentlich bedeuten? Jeder, der nicht nur Verweise auf Einträge in anderen Weblogs postet, sondern selbst über etwas schreibt, veröffentlicht ja seine eigenen Gedanken zu der Sache. Insofern ist das Bloggen persönlich.
Sollen nur Menschen ein Blog / eine Homepage haben dürfen, die nachweisen, dass sie HTML und CSS können? Oder muss man dazu gar den Apache konfigurieren können?
Es ist ein großer Fortschritt, wenn auch Menschen das Internet aktiv (also nicht nur konsumierend) benutzen, die von der Technik dahinter keine Ahnung haben (wollen/können).
Ein Autor, der etwas im Internet veröffentlichen will, sollte seine Zeit nicht damit verschwenden müssen, erst einmal die Technik zu erlernen.
Dienste wie Twoday.net oder Blogg.de bringen Menschen ins Internet, die sonst nicht daran denken würden. Und das ist oft ein Gewinn.
Und Literaten haben vielleicht weniger Angst vor dem Internet als du glaubst. Elfriede Jelinek schätzt ihre Homepage als Kommunikationsmittel mit ihren Lesern (http://www.elfriedejelinek.com). Alban Nikolai Herbst führt bei Twoday ein Weblog (http://albannikolaiherbst.t...).
Der Beitrag ist aber in der Tat konfus ;)
Dazu gehört aber gerade bei Weblogs auch viel Techie-Slang: Trackbacks, Pingbacks, RSS-Feed usw, der erst mal abschreckt.
Es gibt da draußen durchaus Menschen, die bei jedem vom gewohnten Mausklick abweichenden Klick erst einmal einen erhöhten Adrenalin-Spiegel bekommen.
Die Frage ist, ob es noch viel einfacher geht als bei Twoday oder Blogg.de. Ich glaube nicht.
Vielleicht sind die Desktops-Clients ein Weg. Wenn jemand eine Mail schreiben kann, kann er mit einem ähnlich aussehenden Interface auch einfacher einen Blogbeitrag erstellen.
Vielleicht könnten die Blogdienste auch erst einmal eine abgespeckte Version des Benutzerinterface anbieten. Bis auf die Seite für die Eingabe der Beiträge nur noch ein paar Optionen für Farben und Schriftarten, möglichst im Stil einer Textverarbeitung. Bei Antville/Twoday würden dann z.B. erst einmal die ganzen Einstellungen für Skins/Layouts, besonders die Möglichkeit für das direkte Bearbeiten der HTML-Vorlagen, wegfallen. Bei Bedarf müssten die dann zuschaltbar sein.
Und vielleicht sogar ein WYSIWYG-Editor.
Aber ohne die Bereitschaft, einmal Neuland zu betreten, wird es nie gehen. Beim den Textverarbeitungen haben das die meisten ja auch geschafft.
wer sich dann aber zb eine blogroll anlegen will, muss schon wieder in den html code.
ich glaube, blogsysteme könnten noch so einiges leisten, bis sie wirklich intuitiv zu bedienen sind (für leute die kein html können).
weiterhin gibt es einfach keine didaktisch gut aufbereiteten einstiegspunkte in die materie. die weblog-faq oder die weblog-seiten im PlasticWiki muss man also selbst finden.
dazu muss man aber fast schon wissen, was man sucht.
vielleicht spricht da aber auch zu sehr der pädagoge in mir.
Das Weblogs (und die zugrunde liegenden Tools) aber sicherlich nicht das letzte Wort in Sachen Personal Web-Publishing sind, ist hoffentlich auch klar. Noch braucht man viel zu viele handwerkliche und theoretische Kenntnisse, um mit den entsprechenden Tools umzugehen. Halte ich für eine ziemliche Einstiegsbarriere für viele Leute, die "etwas zu sagen habe" oder wollen aber keine Lust/Angst haben, sich in die Technik zu versenken. Ich habe darüber vor Monaten mal bei blogosfear was geschrieben (Warum normale Menschen nicht bloggen; http://blogosfear.blogg.de/...). Die Kommentare dazu sind dabei besonders interessant. Selbst vielen Nicht-Techies (aber Schon-Bloggern) ist offensichtlich nicht klar, dass anderen Leuten selbst ihrer "super-einfachen" (?) Tools noch zu schwer sein könnten ... WYSIWYG ist ein Teil der Lösung aber bei weitem nicht alles, was "Normale Menschen" brauchen würden.
Auch die äußere Form der Weblogs ist garantiert nicht das Non-Plus-Ultra, das jeden der "publizieren" will, glücklich macht. Siehe dazu Olivers schönen Beitrag hier http://www.agenturblog.de/a... oder meinen Trackback dazu "Wieso Weblogs aussehen wie sie aussehen" (http://notizen.typepad.com/...)
Aber ein Anfang ist auch mit den heutigen Blogging-Tools schon gemacht. Ich glaube kaum, dass es ein Zufall ist, dass die Zahl der persönlichen Homepage mit dem Aufkommen der großen Blogging-Plattformen auf einmal raketenartig in die Höhe geht.
Und für die Anbieter von Blogging-Software und Plattformen gibt es viele gute Gründe, sich sowohl des Themas "Einntiegsbarrieren" als auch "Flexibilität" anzunehmen: mehr User/Kunden! Wir dürfen also hoffen, dass es bald noch viel "persönlicher" wird. Siehe dazu auch Heiko's Stellungnahme zu Oliver und mir: http://www.sixapart.de/arch... im deutschen SixApart-Blog.
@Moe: dass die didaktische Aufbereitung viel bringen würde, glaube ich nicht. Vielleicht spricht da der desillusionierte (ehemalige) Softwareentwickler. (Die meisten) User wollen nicht lernen (oder gar lesen) bevor sie etwas tun. Software muss so simpel sein (bzw. scheinen), dass man das meiste (also die 20%, die man 80% der Zeit braucht) tun kann, ohne einmal in ein Hand- oder Lehrbuch zu schauen.
Nunja, es gibt ja schon einige Dienste, bei denen auch völlig computer-Unbegabte ein Weblog aufmachen können. Wer allerdings sein Weblog auch wirklich personalisieren möchte, der kommt natürlich nicht um einige Grundkentnisse in HTML und CSS herum - so gut sind die Template-Systeme noch nicht, dass man sie wie eine normale Zeichnung bearbeiten könnte. ;-) Aber wer einfach nur ein Weblog aufmacht, um sich im Internet mitzuteilen und einer größeren Gruppe von Lesern vorzustellen, der braucht ja nicht unbedingt eine Seite, die zu 100% selbst gemacht ist...
Wer daran wirklich etwas ändern möchte, aber sich hauptsächlich als Autor sieht, der sollte wirklich jemanden dazuholen, der sich besser mit Templates und Gestaltung auskennt. Schon um das Resultat der Bemühungen der gleichen großen Leserschaft ohne Probleme anbieten zu können. Und dazu gehört dann auch CSS-Sicherheit und HTML-Kentnisse.
Ich finde es jedenfalls nicht so schlimm, wenn man ein Standard-Template für sein Weblog benutzt. Ist der Inhalt gut, muss das Layout ja nicht mehr überzeugen. :-D
Es gibt ganz andere Fragen: solche, die mit der (finanziellen) Existenz zu tun haben. Veröffentlicht einer hier, was heißt das für ihn in Bezug auf die "Vermarktung", von der seine Miete abhängig ist? Alles andere ist eine Frage der leidenschaftlichen Fantasie.