Deutsche Welle über Weblogs und "journalistischen Mainstream"

31. Oktober 2004 - 17:23 Uhr - Moe
"Weblogs sind inzwischen zu einem weltweiten Thema geworden und sie werden mehr und mehr zu einem Teil des journalistischen Mainstreams", sagt Holger Hank, Redaktionsleiter von DW-WORLD.DE, dem Online-Portal der Deutschen Welle. "Der Wettbewerb gibt zum ersten Mal einen Überblick über diese Szene." Dabei sei besonders bemerkenswert, dass sich inzwischen bei allen Gemeinsamkeiten auch regionale Trends abzeichnen, bemerkt Hank. So gebe es in den USA inzwischen eine journalistisch höchst professionelle Weblog-Szene, in der mit dem Weblog-Format auch Geld verdient wird.
Anders in Deutschland. Hanks Eindruck: "Die deutschsprachige Blogosphäre ist derzeit sehr stark mit sich selbst beschäftigt." In Deutschland spielten Medien- und Internet-Themen eine starke Rolle. "Mir fehlen gut geschriebene Blogs, die sich mit den brennenden Themen befassen: Globalisierung, Sozialabbau, Terrorismus."
[via Deutsche Welle]
Hmm, Weblogs als "Teil des journalistischen Mainstreams" zu sehen verwundert mich dann doch schon. Aber einen Bezug zwischen "Professionalität" und materiellen Einkünften durch das Bloggen herzustellen, toppt das noch.
Immerhin veranstaltet die DW ja gerade die Weblog-Awards The Bobs.
Diese haben einen starken Fokus auf Medien-Blogs, wissen aber sehr wohl, dass Weblogs mit Journalismus erstmal nicht zwingend nix zu tun haben.

2 Kommentare:

  1. frederik schrieb:
    # 31. Oktober 2004 - 18:06 Uhr
  2. Nicole Simon schrieb:
    Der Wettbewerb gibt zum ersten Mal einen Überblick? Nette Selbstbeweihräucherung, nur leider nicht zutreffend. Einblick, sicherlich. Ein paar neue Startpunkte und einen gewissen Überblick für die Blogs, auch. Aber die Auswahl erfolgt doch zum Schluß durch eine Jury wenn ich mich nicht täusche?

    Die gleiche, die auch der Meinung ist, sie wüßte, an welchen brennenden Themen es der Blogwelt fehlen würde?

    'Brennende Themen' schön und gut - aber das sind nicht die Themen, die mich interessieren. Auch nicht in gut geschrieben.

    Medien- und Internetthemen interessieren mich weitaus mehr.

    Oberflächlich, provinziell oder schlicht gedacht? Nein. Wenn der so dringende Bedarf für diese Themen da wäre, würden sie auch entstehen.

    Zur Zeit interessiert auch die dt. Szene mehr oder minder stark die Wahl am 2ten Nov. Andere interessiert das überhaupt nicht.

    Manche interessieren sich für Podcasting, andere überhaupt nicht.

    Manche interessieren sich für Literatur - andere überhaupt nicht.

    Es ist eines der wunderbaren Dinge des Netzes, daß ich mich der Dinge entledigen kann, die mich nicht interessieren. Sie aber dann, wenn sie mich aus irgendeinem Grund wieder interessieren, hervorkramen kann.

    Wenn _ich_ es möchte - und nicht dann, wann jemand anderes meint, ich müßte mich damit beschäftigen.
    # 31. Oktober 2004 - 20:36 Uhr

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