Jeff Jarvis: "Journalisten und Blogger sind keine Konkurrenz"

13. Oktober 2004 - 13:53 Uhr - Moe
Jeff Jarvis von Buzzmachine.com (dessen Meinung als Journalist ich deutlich mehr schätze als seine Meinung in politischen Dingen ;-) schreibt in der Netzeitung mal wieder über das Verhältnis von Blogs und Journalismus. Da er selbst sowohl Blogger als auch Journalist ist, setzt er sich für mehr gegenseitiges Verständnis ein: "Journalisten und Blogger sind keine Konkurrenz". Ich glaube, diejenigen die das anders sehen sind einerseits Journalisten, die Weblogs für eine Bedrohung halten auf der einen Seite, oder aber andererseits Blogger, die sich für Stars halten und ernsthaft der Meinung sind, ein Klick auf ihr Blog wäre ein Klick weniger auf Spiegel Online & Co. Anders als mit solch absonderlicher Logik kann man ja auch gar nicht diesen andauernd postulierten Zusammenhang von Weblogs und Journalismus herstellen.

Jarvis jedenfalls spricht sich für eine weitestgehende Offenheit von Weblogs aus: Diese Kultur der Transparenz verlangt von uns offen zu sein. Und haben wir nicht genau das schon immer von denen, über die wir schrieben verlangt? Wir haben doch Politiker und Geschäftsleuten über die wir berichteten aufgefordert, offen und ehrlich zu sein. Jetzt ist es an uns, unsere Arbeitsabläufe und unsere vorgefassten Meinungen zu enthüllen. Wir müssen uns an der Diskussion beteiligen, wir müssen an der Gesellschaft teilnehmen, wir müssen transparent sein. [...]
Ich glaube diese Entwicklung ist ein Nebenprodukt der Open-Source Revolution in der Computertechnik. Die Grundidee der Open-Source Bewegung besagt, wenn man das eigene Wissen uneingeschränkt mit Anderen teilt, kann man ein Produkt gemeinsam verbessern. Egal ob es sich um ein Computerprogramm, Nachrichten oder Demokratie handelt.
Ob ich Demokratie nun als ein Produkt begreifen will weiss ich nicht, aber ich denke das geht ungefähr in die Richtung dessen was ich meinte, als ich unlängst über "Offenheit und Durchlässigkeit" von Weblogs schrieb. "Blogger sind im Prinzip Bürger mit Druckpressen. Das gibt ihnen ihre neue Macht.", schreibt Jarvis - und sieht diesen Trend auch hierzulande.

1 Kommentar:

  1. ZuN schrieb:
    Demokratie ist die schlechteste lebensform einer gesellschaft. aber sie ist die beste.
    <br>
    grüße
    ZuN
    # 13. Oktober 2004 - 14:05 Uhr

Kommentare werden moderiert und vor der Veröffentlichung manuell geprüft.

Kommentieren:

:

:
: