Berliner Literaturkritik zu "readme.txt"

21. September 2004 - 16:03 Uhr - Moe
Martin Falbe hat sich - aus welchen Gründen auch immer - für die Berliner Literaturkritik das Buch "readme.txt" (Books on Demand GmbH) angesehen, welches Beiträge und Kommentare aus twoday-Blogs enthält (ich berichtete). Ich glaub irgendwo ist da auch ein Kommentar von mir drin. Welch Frevel eigentlich, daß niemand vor mir, ob der mit Sicherheit ungeahnten Schöpfungshöhe meines umgangssprachlichen Satzes, einen roten Teppich ausgerollt, und mich gefragt hat. Meine 2,7 cents Zeilengeld dafür hab ich auch nie gesehen. Aber darum gehts hier gar nicht, ich schweife schon wieder ab bevor ich auch nur lesen kann, was ich sagen will. Oder so.
Jedenfalls lernen wir in besagter Kritik, daß Blogs in Büchern erstmal keinen besonderen Sinn per se haben. Das ist nichts neues. Wenn ein Blog als Buch besser als als Blog funktioniert, oder aber wenn Texte in einem Buch abgedruckt werden eben weil sie vorher in einem Blog standen könnte man sich schon fragen "Wozu eigentlich?"
Wobei ja auch nicht alles einen guten Grund haben muss, wo kämen wir da denn auch hin. Als readme.txt rauskaum wirkte das für mich wie ein kleines Extra für die twoday-Community, nicht mehr und nicht weniger. Und da gibts aus meiner Warte überhaupt nix gegen zu sagen. Der Anspruch Literatur zu betreiben wird hier doch auch gar nicht geäussert, oder etwa doch? Ich hab es leider nicht gelesen. Aber ich würde mich sehr wundern, wenn die Twoday-BloggerInnen da als Stars verkauft würden, oder sich selbst so wahrnehmen.
Spannend jedenfalls fand ich dann noch den darauffolgenden Hinweis auf die ungeahnten Möglichkeiten von RSS: Zum einem: Bloggs sind ein Computerdingsbums. Direkt Blogginhalte auf Papier zu drucken und zwischen Buchdeckel zu pressen funktioniert nicht. Bloggs funktionieren nicht sequentiell von links nach rechts wie eine Buchzeile. Ein besonderes Gimmick ist der automatische Eintrag von anderen Bloggs in das eigene mittels RSS-Feed. Also die Möglichkeit, die Meldung eines anderen im eigenen Blogg live und in Farbe zu kommentieren. Berliner Literaturkritik: Lies mich? Blogg mich?

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