Olympia: Deutsche Leistung über alles?

29. August 2004 - 12:19 Uhr - Moe
Nach dem idotischen und leistungsfeindlichen Motto "Dabei sein ist alles" feiern im deutschen Athletenlager selbst die, die nicht mal den Vorlauf überstanden haben Parties oder erklären sich zu den Helden der Zukunft wie René Herms, der den Endlauf als Halbfinal-Letzter verpasste, aber nach eigener Aussage "in der Weltspitze angekommen" ist." Oder Nadine Hentschke, die meinte: "Ich bin froh, dabei sein zu können". Hat die Dame sich schon mal gefragt auf wessen Kosten? schreibt Mario Scheuermann im Olympia Blog.

6 Kommentare:

  1. roland schrieb:
    [auf wunsch geloescht]
    # 29. August 2004 - 15:12 Uhr
  2. Moe schrieb:
    das ist jetzt aber nicht sehr nett. mir geht es hier nicht um die person sondern um die position in dem beitrag, vielleicht sollte man das trennen.
    zumindest hoffe ich dass nicht jede(r) meine person anhand der positionen zu denen ich mich hier ab und an hinreissen lasse beurteilt :o)

    aber zurück zum thema:
    also ich teile diese position nun wahrlich nicht, aber ich meine sie in letzter zeit so in der art öfters gehört zu haben.
    ich finde es schon interessant sich mal zu überlegen wieso eigentlich der "erfolg" (oder wie man es nennen möchte) der olympischen spiele am medaillenspiegel der jeweiligen nation festgemacht zu werden scheint und sich - meiner ansicht nach - derart harscher kritik bedient.
    vielleicht beruteile ich das aber so kritisch weil ich mit dem begriff der nation einfach nicht viel anfangen kann.
    # 29. August 2004 - 15:28 Uhr
  3. djo schrieb:
    Ich teile da Deine Kritik, Moe. Komischerweise wird oft über grenzüberschreitende Gemeinsamkeiten und Zusammenschreiten sinniert, doch beim olympischen Sport zählt komischerweise dann nicht v.a. die Sportlerpersönlichkeit in den Medien, sondern - zumindest in den öffentlich-rechtlichen - die Nation des Siegers... Also wieder alte Nationalstaatlichkeit, via vorgeblichem "Spiel" rübergebracht. Das Subtile am hierbei Spiel ist ja gerade die Logik der Medien, welche immer beinhaltet, dass das Spiel einen Gewinner und einen Verlierer hat per Regularium, also Dramatik. Ein Attraktor, welcher Einschaltquoten garantiert, doch zumindest in der heutigen Zeit mehr als politisch fragwürdig erscheint. Alte Grenzen ziehen, um Spiele spielen zu können und um die Patrioten befriedigen zu können? Die Nation verliert vor dem Fernsehsessel mit? Alle nationalen Parteien vereint im Jubel und der "Schmach"? Dann doch lieber die Einstellung vom österreichischen Olympia-Zweiten in dieser einen Schwimmdistanz!
    # 29. August 2004 - 23:19 Uhr
  4. djo schrieb:
    PS:
    Ich würde es diplomatischer finden, wenn der Sportler/die Sportlerin sich eine gewisse Melodie (sei es ein Klassikstück, die Sesamstrassen-Melodie, das Spiel-mir-das-Lied-vom-Tod, Van-Halen, Einstürzende-Neubauten, sonstwas) per Beginn aussuchen würde und das dann statt Nationalhymne gespielt würde!
    Dann kommt aber sicher der Einwand "Auf wessen Kosten sind die denn dann dort? Das muss doch gewürdigt werden...".
    Schön zu sehen ist dies übrigens, wenn die Kommentatoren dann so musikgeil "schnell rübergeben zur Siegerehung", als ob wir das Deutschlandlied nicht schon kennen würden ;) Naja, wie gehabt: die Dramatik macht die Sache attraktiv für die multimediale Show. Dazu passt auch so manches TV-Bonmot an den Sportler: "Wir wünschen Ihnen eine gute Vorstellung" (sic!)...
    # 29. August 2004 - 23:29 Uhr
  5. aho schrieb:
    Die Olympischen Spiele sind schon in der Antike ein Wettbewerb der Regionen gewesen. Dass Nationalstaaten quasi mit ihren Sportlern geehrt werden, finde ich, obwohl ich der Idee des Nationalstaats durchaus nicht kritiklos gegenüberstehe, nicht bedenklich. Man muss sich allerdings auch über die Leistungen der Sportler anderer Nationen freuen können. Und da hapert's derzeit beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ich jedenfalls höre mir gerne alle vier Jahre die Hymne der Briten, Marokkaner, Japaner usw. an. Unerträglich ist es dann, wenn ARD oder ZDF wie beispielsweise bei der Siegerehrung der Synchronspringer 3m Herren nur Übergabe der Silbermedaille und Handschlag an die deutschen Athleten zeigen und dann wegschalten. Das ist nicht olympischer Geist.
    # 30. August 2004 - 09:41 Uhr
  6. djo schrieb:
    @aho: Das dachte ich mir, dass damals die Regionen als Identifikationsmotive galten. Sonst wäre ja keine Dramatik drinnen - bzw. etwas, wo die Zuschauer sich mit identifizieren hätten können. Distinktionen eben.
    Ich habe ja auch überlegt, wie man eine Zuteilung sonst hätte bewerkstelligen sollen ausser mit Werkteams. Aber da war nichts. Noch nicht :) Vielleicht mal unterscheiden in Liebhaber von Klassik, Rock, Pop, Pippi-Langstrumpf-Melodien (also: Soundtrack) etc...
    # 31. August 2004 - 02:22 Uhr

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