Nach dem idotischen und leistungsfeindlichen Motto "Dabei sein ist alles" feiern im deutschen Athletenlager selbst die, die nicht mal den Vorlauf überstanden haben Parties oder erklären sich zu den Helden der Zukunft wie René Herms, der den Endlauf als Halbfinal-Letzter verpasste, aber nach eigener Aussage "in der Weltspitze angekommen" ist." Oder Nadine Hentschke, die meinte: "Ich bin froh, dabei sein zu können". Hat die Dame sich schon mal gefragt auf wessen Kosten? schreibt Mario Scheuermann im Olympia Blog.
Olympia: Deutsche Leistung über alles?
29. August 2004 - 12:19 Uhr - Moe6 Kommentare:
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zumindest hoffe ich dass nicht jede(r) meine person anhand der positionen zu denen ich mich hier ab und an hinreissen lasse beurteilt :o)
aber zurück zum thema:
also ich teile diese position nun wahrlich nicht, aber ich meine sie in letzter zeit so in der art öfters gehört zu haben.
ich finde es schon interessant sich mal zu überlegen wieso eigentlich der "erfolg" (oder wie man es nennen möchte) der olympischen spiele am medaillenspiegel der jeweiligen nation festgemacht zu werden scheint und sich - meiner ansicht nach - derart harscher kritik bedient.
vielleicht beruteile ich das aber so kritisch weil ich mit dem begriff der nation einfach nicht viel anfangen kann.
Ich würde es diplomatischer finden, wenn der Sportler/die Sportlerin sich eine gewisse Melodie (sei es ein Klassikstück, die Sesamstrassen-Melodie, das Spiel-mir-das-Lied-vom-Tod, Van-Halen, Einstürzende-Neubauten, sonstwas) per Beginn aussuchen würde und das dann statt Nationalhymne gespielt würde!
Dann kommt aber sicher der Einwand "Auf wessen Kosten sind die denn dann dort? Das muss doch gewürdigt werden...".
Schön zu sehen ist dies übrigens, wenn die Kommentatoren dann so musikgeil "schnell rübergeben zur Siegerehung", als ob wir das Deutschlandlied nicht schon kennen würden ;) Naja, wie gehabt: die Dramatik macht die Sache attraktiv für die multimediale Show. Dazu passt auch so manches TV-Bonmot an den Sportler: "Wir wünschen Ihnen eine gute Vorstellung" (sic!)...
Ich habe ja auch überlegt, wie man eine Zuteilung sonst hätte bewerkstelligen sollen ausser mit Werkteams. Aber da war nichts. Noch nicht :) Vielleicht mal unterscheiden in Liebhaber von Klassik, Rock, Pop, Pippi-Langstrumpf-Melodien (also: Soundtrack) etc...