Ich glaub ich will mich echt von Arbeit abhalten, aber wie auch immer hier der Text der Mail die ich gerade an McDonald's geschrieben habe. Ich bin sehr gespannt ob sie antworten: Sehr geehrte Damen und Herren,
am Sonntag, den 15.8.2004 besuchte ich nach längerer Zeit wieder das McDonald's-Restaurant im Schiffenberger Weg 109 in Gießen. Als ich das Lokal betrat stellte ich fest, daß sich im gesamten Lokal Video-Überwachungskameras befinden: Am Eingang, weitere vier oder fünf über dem Thekenbereich und mehrere weitere Kameras über den Tischen, an denen die Gäste sitzen und essen.
Da eine deartig flächendeckende Videoüberwachung in einer Kleinstadt wie Gießen sehr ungewöhnlich ist, stellte sich mir hierbei die Frage, ob das McDonald's Restaurant in Gießen nun etwa ein sehr gefährlicher Ort geworden ist, oder aber ob ich, der Kunde, etwa als Bedrohung angesehen werde, die es nahtlos zu überwachen gilt. Da ich mir diese Frage nicht beantworten konnte, machte ich auf der Stelle kehrt und verliess das Lokal, ohne etwas zu bestellen.
Um mir die Einschätzung dieser Frage zu erleichtern, bitte ich Sie hiermit mir folgende Fragen zu beantworten:
- Wieso befindet sich kein Hinweisschild an der Tür des Lokals, welche die Gäste bereits vor dem Betreten darauf hinweist, daß sie im gesamten Lokal gefilmt werden?
- Werden die Videokameras "live" von Sicherheitspersonal überwacht, welches die Monitore beobachtet? Falls ja, von wem, und wer hat zu diesen Monitoren Zugang?
- Werden die Videoaufzeichnungen gespeichert? Wenn ja, wie lange und wo? Werden die Daten lediglich direkt im Lokal gespeichert, oder über Computernetzwerke transportiert und an einem anderen Ort gespeichert? Wer hat zu den Aufzeichnungen Zugang?
- Wie wird die Videoüberwachung begründet, und was macht sie notwendig?
- Wie hoch sind ungefähr (Grössenordnung) die damit verbundenen Kosten, ein Lokal komplett mit Videokameras auszustatten und fortan zu überwachen (Personal- und Materialkosten)? In wieweit werden diese Kosten über die Produkt-Preise an die Kunden weitergegeben?
Ich verbleibe mit freundlichen Grüssen,
Email an McDonald's
18. August 2004 - 13:46 Uhr - Moe17 Kommentare:
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Bin aber gespannt, ob Du eine Antwort bekommst ...
Bei McD könnte es aber natürlich sein, dass die Ausstattung Teil des Franchising-Konzepts ist, die jeder Restaurant-Betreiber erfüllen muss und die Kameras ein Resultat des amerikanischen Sicherheitswahns sind.
Mir erscheint es bedenklich, dass man sich erst beim Einkaufen filmen lassen musste, dann beim Tanken, dann schliesslich beim Überqueren öffentlicher Plätze, dann beim Bus- und Bahnfahren und nun auch beim Essen. Wo soll das noch hingehen, bzw ist es bei einem schrittweisen Ausbau der Überachung überhaupt möglich einen Punkt zu erreichen, an dem die Leute einfach nicht mehr mitmachen?
Soll aber nicht heißen, dass ich deswegen Kameras gutheiße.
Wirklich, wirklich bedenklich wäre es aber nur, wenn sich eine zentrale Stelle finden würde, die die Videos dahingehend auswertet, von wo nach wo sich jemand bewegt (auch im Zusammenhang mit RFID ein Thema).
Die Gefahr sehe ich aber aufgrund der Datenmengen (noch) nicht. Aber es ist schon richtig, besser jetzt schon aufschreien, als wenn´s zu spät ist.
"Gefährlicher" ist es mit Sicherheit, ich hab in einem McD während des Studiums gejobbt. Im Durchschnitt war die Polizei einmal in der Woche vor Ort (meistens natürlich viel zu spät), typische Fälle: Schlägereien, Vandalismus, Diebstahl bei Kunden. Raub gab es nie (Stadt in der grösse von Giessen)
Spätestens als mein Roller von so einem Troll hingerichtet wurde, hätte ich mir ne Kamera gewünscht, so hieß es für mich danach zu Fuß gehen.
Die Kameras über den Tischen haben mich vielmehr auf eine andere Idee gebracht: Die sammeln vielleicht auf diese Weise Daten über das Essverhalten und die Käufer; was wird zuerst gegessen, was bleibt liegen, wie alt, wie dick usw. Solche Daten und damit die Möglichkeit entspr. Umsetzung/Reaktion in der Produktion wäre der Traum jedes Unternehmers. Ein relativ kleiner Ort ist dafür - als Testfeld - natürlich geeigneter als eine Großstadt, wo das Ganze eher auffällt und nachgefragt werden könnte. Also dranbleiben.
Und mit Verlaub, nur weil man in den USA Totalüberachung für eine tolle Sache hält, werden noch lange nicht die in Deutschland geltenden Gesetze ausser Kraft gesetzt. Details hier: http://www.datenschutzzentr... bzw. http://www.datenschutzzentr... ff
Zudem bietet sich die Nominierung des Stores beim deutschen BB-Award an (Einsendeschluß 31. August!): http://www.bigbrother-award...
Sollte aber jemand machen, der den Laden etwas beschreiben kann.
Aber die Idee hat schon was. Überhaupt in Kombination mit einem kleinen Testmarkt. Gibt´s in Giessen vielleicht irgendeine Eigenheit bei McD, die erforschenswert wäre? Andere Produkte, irgendein anderes System im Verkauf, eine andere Art Geschäftslokal ... ?
Oh doch, das kann man sich vorstellen. Man glaubt kaum was sich die Marketingstrategen so einfallen lassen.
@Moe
Da kannst Du auch Tengelman und Co anschreiben. Ich habe noch an keiner Filiale von denen ein Hinweis auf die stattfindende Videoüberwachung gesehen.
(ich bin nicht bei McD !!!)
für einen sinnvollen Test mittels Testmarkt finde ich allerdings eine manuelle Auswertung nur bedingt brauchbar, weil schwierig/ungenau ... . Es kommt aber ganz darauf an, was festgestellt werden soll. "Ist BigMac nur halb/viertel/fast ganz gegessen worden?" ist wahrscheinlich kein produktiver Test. Das was überbleibt sieht das abräumende Personal ja eh, das könnte man einfacher erfassen.
Wenn dann muss es eher was damit zu tun haben, ob Leute alleine/zu zweit/dritt etc. miteinander essen oder wie lange sie sitzenbleiben, also irgendwas am Essprozess selbst, würd ich sagen.
Aber ich schweife ab .... Sorry!
Auch von dort habe - man höre und staune - bereits ein (Standard-)Schreiben erhalten. Tenor: Zur Bearbeitung Ihrer Eingabe benötige ich noch etwas Zeit. Sie werden dann unaufgefordert weitere Nachricht erhalten.
Ma schaun ;-)
Was die Kameras ueber den Kassen angeht, so sind die wohl ein Stueckweit zur Kontrolle der eigenen Mitarbeiter gedacht. So zumindestens die Information, die ich damals erfragen konnte.