Hat schon jemand was gutes über diesen Wettstreit der Nationen gelesen? Also ausser, dass
die Sicherheit die Steuerzahler fünfmal soviel kostet wie bei der letzten Olympiade in Siydney (nämlich 1,2 Milliarden Euro), dass die Leutz in Athen nicht nur mit der angeblich superhohen Gefahr eines Angriffs durch dreckige Bomben oder B-Waffen, sondern danach auch mit ein paar tausend Überwachungskameras leben müssen, dass es ein
Weblog-Verbot gibt da auch die Berichterstattung im Netz anscheinend lizenzpflichtig ist, und dass
keinerlei den Sponsoren konkurrierende Markenprodukte (zB in Form von Kleidung oder Getränken! WTF!?) ins Stadion gebracht werden dürfen? Ok, dann gab es da noch
unser Highlight Judith Arndt, aber ansonsten?
Also Konkurrenzdenken, Wettstreit und Wettkampf zwischen den Angehörigen verschiedener Nationen zu schüren ist die eine Sache. Aber diese Form der Öffentlichkeit dann zudem noch mit den Interessen irgendwelcher Megakonzerne derartig unauflösbar zu verbinden eine andere.
Naja und dann gibts Leute die setzen sich vorn Fernseher, schaun sich das an und unterstützen es somit auch noch. Wobei die Revoluzzer dabei Pepsi trinken statt Cola, oder andersrum. Hab ich gehört.
Olympiade ist der Zeitraum von vier Jahren zwischen den Olympischen Spielen!
</Klugscheißen>
Und: Sidney ist ein Frauenname. Die Stadt heisst Sydney und verdient es nicht, derart verunglimpft zu werden ;-)
Auch frag ich mich wie die Leute auf 'Olympiadische Spiele' kommen?! Gibt es das irgendwo zu lesen?!
http://www.taz.de/pt/2004/0...
einen tag später schreibt jan feddersen eine ode an den olympischen kommerz — und begründet das auch ganz ordentlich. sein fazit: „Gäbe es die Olympischen Spiele kapitalistischer Prägung nicht, man müsste sie unbedingt ins Leben rufen: Nirgendwo ist mehr Welt.“
http://www.taz.de/pt/2004/0...
die taz halt.
Ich meine, das hat doch mit Sport wirklich nichts mehr zu tun, sondern geht wie immer nur um kapitalistische Interessen und Kommerz. Was ist aus dem ursprünglichen Gedanken der Olympischen Spiele geworden?
O|lym|pi|a|de <f.; -, -n> 1 Zeitraum von vier Jahren zwischen den altgriech. Olympischen Spielen 2 Olympische Spiele [nach Olympia, der altgriech. Kultstätte u. dem Ort der Olymp. Spiele]
Über die Effizienz des Sponsorings bei dieser Olympiade gibt´s auch eine Studie mit recht interessanten Ergebnissen.
http://www.pressetext.at/pt...
Viel mehr als Sponsoring stört mich aber seit einiger Zeit das Product Placement in diversen Filmen. Sei es von Audi bei I, Robot, unzählige versteckte und weniger versteckte Produkte bei fast jedem aktuellen Film. Die Idee des Product Placement ist aber auch hier uralt, ich erinnere mich unlängst im ersten James-Bond-Film eine Smirnoff-Flasche gut positioniert gesehen zu haben.
Und in I Robot ist Audi nur das auffälligste Produkt, es gibt noch dutzende andere <_<
Nervig ist nur das jetzt sogar Marken ein scheinbares Recht auf alleinige Präsenz haben. Wo bleibt da bitte der "Wettkampf"?
Aber zu Olympia:
Es ist doch mehr als Schade, das die Leistungen der Sportler immer wieder auf den Medalienspiegel reduziert wird. Da gehen Glanzleistungen wie 4te oder 5te Plätze (in der Weltspitze wohlgemerkt) doch total unter. Und sobald ein Trainer (oder Spieler) dies anspricht ist der erste Satz des "Reporters": "Ja das stimmt schon, aber letztes Jahr sind sie 0,55sek schneller geschwommen. Wieso konnten Sie nicht an die Erfolge anknüpfen" Sowas ernüchtert einen Erfolgreichen Sportler, der immerhin bei Olympischen Spielen teilnimmt (das kommt ja nicht von ungefähr) doch sehr. Ich würde mir als Sportler solche Diskussionen nicht geben. Wenn ich nicht in Blogs (oder Dergleichen) schreiben dürfte, würde ich auch keine Kommentare geben. Aber als Aussenstehender hat man ja immernoch gut reden :)
Grüße aus Köln
Wolfgang schrieb "Es ist doch mehr als Schade, das die Leistungen der Sportler immer wieder auf den Medalienspiegel reduziert wird."
Da gebe ich Dir vollkommen Recht, das ist wirklich nicht im Sinne des Sportes. Das gesamte Teilnehmerfeld hat Anrecht darauf, gefeiert zu werden. Und professionell geriert es nicht, über Gründe einer schlechten Leistung zu sinnieren vor der Kamera - bzw. danach zu fragen. Besser wäre es für den Sportler - und für mich vielleicht old-fashioned Sport-Zuschauer - wenn es nur ganz knapp 1min Interview geben würde. Sponsoring hin, Sponsoring her: Je knapper das Angebot, desto höher der Preis. Das gilt auch und vor allem für Aussagen... Ein kurzer Allgemeinplatz a-la "Das nächste Spiel ist immer das schwerste. Und jetzt gehe ich erst mal duschen und dann muss ich mich weiter konzentrieren. Danke!" würde vielen Olympioniken gut anstehen. Auch im Sinne ihrer Sponsoren!
Was natürlich schon auch mit dem Sponsoring negativ zusammenhängt ist die damit quasi erzwungene Medienpräsenz und die Interviews. Oft werden Fragen gestellt, die so nicht viel bringen für den Sportsgeist. Sportler sollten gemeinhin weniger Fragen für die Öffentlichkeit beantworten, Breitensport hin, Breitensport her. Jede Frage setzt einen Prozess in Gang, das ist aus der Persönlichkeits-/Organisations- und Systementwicklung/-psychologie weitläufig bekannt. Mir tut jeder Sportler/ jede Sportlerin leid, der/die ohne Mentalcoach sich solche lauernden Fragen von Journalisten aussetzt (bzw. aussetzen muss).
Nachher wird noch mal das Innenministerium die gescheiterten Athleten ins Gebet nehmen, unter strengste Überwachung nehmen - und die Ausreden ausreden ;)