Real, Fake oder anonym? Und der Drang, die eigene Webcam wieder anzuschmeissen. Hier wird also, mangels anderer Überprüfungsmöglichkeiten, an Ehrlichkeit oder Gewissen des Surfers appelliert. Auf Wahrhaftigkeit und Gewissen kommt es an, die man bereits der Dekonstruktion zum Opfer gefallen glaubte. Im Internet gehört dazu offenbar auch eine Art "autobiographischer Pakt" (Lejeune), den der Internet-Leser mit dem Internet-Schreiber schließt und in der Folge davon ausgeht, daß das "ich" im Web-Text, soweit nicht anders deklariert, mit der Person an der Tastatur auf der anderen Seite des Computers übereinstimmt. [...]
Dieses Bedürfnis nach völliger Faßbarkeit und Glaubwürdigkeit des anderen schmuggelt sich gleichsam als körperlicher Rest des Lebens vor dem Bildschirm ins Internet mit ein. In den virtuellen Welten wird es zu einem Phantom im Wortsinn: Einerseits mit dem Eintritt in die Möglichkeit, sich eine neue Identität zu verschaffen, abgelegt, taucht es aber in der in "weblogs" häufig geführten Suche nach einem "wahren" Selbst oder Gegenüber wieder auf. FAZ: Weblogs - "Ich bin nur ein fiktionaler Charakter, hey?"
Person im Netz
17. Juli 2004 - 11:28 Uhr - Moe3 Kommentare:
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?????
P.S.: Ich kann Jim da nur zustimmen! Im übrigen habe ich vor ein paar Tagen zu meinem Erstaunen (wahrscheinlich bin ich aber einfach noch etwas zu naiv) in der FAZ eine Pro-Hartz Kolumne gelesen, in der das Übliche vom zu teuren Sozialstaat heruntergebetet wurde. Was kann man denn von so einer Zeitung noch erwarten?
P.P.S.: Im übrigen sollten die Journalisten doch mal selber bloggen - dann wissen sie wenigstens mal, worum es eigentlich geht!