Bekanntermassen esixtieren ja Videoaufnahmen des mutmasslichen Bombers von Köln, welche von einer Überwachungskamera von Viva aufgezeichnet wurden, die anscheinend auf die Strasse hin ausgerichtet ist und somit den öffentlichen Raum filmt. Damals habe ich mich schon gefragt ob und wie das denn rechtens sein kann, aber in irgendeiner Meldung bei einem der Medienkonzerne gelesen, der Sender habe da Sonderrechte ob der vermeintlichen Promis welche dort geschützt werden müssen. Denn es ist ja nicht so, dass der Staat im öffentlichen Raum kein (Video)Überwachungs-Monopol hätte, welches auch dementsprechend gesetzlich verankert ist.
Bei Telepolis ist nun zu lesen, dass es wohl doch nicht ganz mit rechten Dingen zuging, und die Aufnahmen rechtswidrig zustande kamen: Videoüberwachung: Sicherheit oder Scheinlösung?
Festzuahlten bleibt jedenfalls, dass Videoüberwachung immer mehr ausgeweitet wird, und in den allermeisten Fällen nicht die überwachten Menschen, sondern das sich im Überwachungsraum befindliche Kapital schützen soll, so zB Waren, Fahrzeuge, usw.
Empirische Studien, welche mehr als die Verlagerung von Kriminalitätsschwerpunkten belegen sind mir nicht bekannt. Siehe dazu auch: L. Hempel, E. Töpfer: Die Wachtürme des Generals a. D. - Kurzsichtigkeit in den Weiten der Mark: Gedanken zur Karriere polizeilicher Videoüberwachung in Brandenburg, in: Privat! Kontrollierte Freiheit in einer vernetzten Welt, Heise Verlag 2003. (Bei Collabor gibt es auch eine Arbeit zum Thema in Blogform(?))
Ausserdem wird in gar allzuvielen Fällen überhaupt nicht auf die Videoüberwachung hingewiesen, wenn sie private Räume betrifft. Wenn ich einen hier in Giessen einen Kaufladen oder einen Imbiss betrete, werde ich oft gefilmt und nehme es erst dann wahr, wenn ich mich bereits im Visier der Kamera befinde. Klar habe ich in diesen Läden nix zu verbergen und weiss eh nicht wieviele Kaufhausdetektive da rumlaufen. Aber dass mir auf diese Art und Weise quasi das Recht an meinem eigenen Bild sowie die informationelle Selbstbestimmung abhanden kommen, ist mir zutiefst zuwider. Zudem fühle ich mich so wirklich nicht als Kunde behandelt. Aber ich schweife ab.
Videoüberwachung in Köln und anderswo
06. Juli 2004 - 17:40 Uhr - Moe4 Kommentare:
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also was mir auf die nerven geht ist, dass ich überhaupt nicht weiß, was mit meinen "daten" passiert. ich weiß nicht, was der operator mit den aufnahmen macht, auf denen man mich dumm am marktplatz rumstehend gefilmt hat. oder ob karstadt nicht das kundenprofil seine r um payback-karten aufgewerteten gäste bald um ihr verhalten bei der produktauswahl bereichert.