Heise News: Blog-Muffel

06. Juli 2004 - 15:31 Uhr - Moe
... und der Deutsche an sich: Lumma, der sich für das Unternehmen Orangemedia um die Weblogs-Platform Blogg.de kümmert, beklagt sich darüber, dass die deutsche Blogosphäre einfach nicht so richtig in Schwung kommen will. [...]
Darüber wunderte sich auch Dr. Stefan Glänzer, Chef des Weblog-Dienstleisters 20six: "Frankreich und Holland haben da ein ganz anderes Selbstverständnis, die bloggen direkt los."

30 Kommentare:

  1. sonrisa schrieb:
    Und in Spanien und Italien bloggt keine Sau, weil gutes Wetter ja doch die bessere Alternative zum Blog ist.
    # 06. Juli 2004 - 16:24 Uhr
  2. djo schrieb:
    hmm, die (deutsche) literatur ist ein spiegel der (deutschen) gesellschaft. auch da ist nicht viel neues, ausser vergangenheitsbewältigung und soziogrammen. alleine ein russe in deutschland schafft es, mich literarisch zu interessieren. fakt ist: blogs bilden auch die literarische welt ab, also kann man da nicht zuviel erwarten gerade...
    # 06. Juli 2004 - 19:15 Uhr
  3. kris schrieb:
    die deutschen sind alte schnäppchenmacher und gehen deshalb lieber bei ebay.
    # 06. Juli 2004 - 21:40 Uhr
  4. ntropie schrieb:
    Der "Deutsche an sich" tut außer "sich beklagen" eigentlich nix, deswegen is auch keine Zeit zum Bloggen da. Ich find das aber gut, weil es sonst noch mehr dieser Sch...Preisbloggen-Wettbewerbe gäbe ;)
    # 06. Juli 2004 - 22:02 Uhr
  5. Mike Jansen schrieb:
    Viel bemerkenswerter finde ich die schleichende Übernahme der deutschen Blogosphäre druch "Profiblogger". Was macht Herr Lumma noch gleich? Achja, er "kümmert" sich für den Werbevermarkter Orangemedia um blogg.de
    # 07. Juli 2004 - 02:09 Uhr
  6. Moe schrieb:
    Ist Herr Lumma also ein "Profiblogger", Herr Jansen..?
    # 07. Juli 2004 - 09:45 Uhr
  7. Lydia schrieb:
    A was. Wer wundert sich über fehlendes Interesse in den Sommermonaten?
    Kommt neuer Winter, kommen neue Blogger.
    Und die, die nicht bloggen, schreiben entweder Bücher übers Bloggen oder bauen sich [alternative] Probleme.
    ;>
    # 07. Juli 2004 - 12:58 Uhr
  8. Alexander schrieb:
    Wieviele Blogger wollen wir denn noch?

    :-)
    # 07. Juli 2004 - 15:16 Uhr
  9. sonrisa schrieb:
    Auf myblog.de gibts genügend Nachwuchs, aber über den machen sich die Premiumblogger ja lieber lustig, fordern statt fördern. Wird Zeit für die Einrichtung neuer Institutionen, z.B. einen Bundesblogbeauftragten.
    # 07. Juli 2004 - 16:08 Uhr
  10. Moe schrieb:
    >aber über den machen sich die Premiumblogger ja lieber lustig

    Wer und wo macht das denn..? Für mich gilt myblog.de insofern als der heimliche Star, dass es der grösste deutschsprachige Weblog-Host ist, komplett werbe- und kostenfrei für den User daher kommt, und ausserdem RSS-Feeds in voller Länge bietet.
    # 07. Juli 2004 - 16:12 Uhr
  11. sonrisa schrieb:
    Das geschah z.B. in den Kommentaren von Frau Gröner (nicht durch Frau Gröner selbst) als es um das putzige "Bloggy" einer Mybloggerin ging. Auch die entsprechende Rechtfertigung,die auf Blogbar (Don Alphons?, weiss nicht mehr, dokumentiere das nicht) folgte, die Nennung dreier (lesbarer?) Teen-Blogs, nicht von Myblog.de, markiert doch die Bedeutung des Stereotyps. Schließlich erinnere ich (um diese Uhrzeit) auch noch einen Beitrag (auch auf Blogbar???), wo sich jemand (meine auch Don Alphons zu erinnern) fragte, wieso es auf Antville und Blogger.de so tolle Blogs gibt und auf Myblog.de so eine Masse an Sinnlos-Blogs. Ich zitiere aus dem Gedächtnis, aber nicht aus dem Bodenlosen.

    Dass gerade Gebildete ihre Selbstdarstellung immer wieder durch vertikale Abgrenzung (Qualitätsniveaus etc.) betreiben, ist zudem wirklich nichts neues, das liest man in jedem Feuilleton, kennt jeder Student aus der Uni, etc. pp. Daher die Frage, wieso sollte es hier anders sein?
    # 08. Juli 2004 - 11:28 Uhr
  12. Moe schrieb:
    >Daher die Frage, wieso sollte es hier anders sein?

    Naja so wie Du das beschreibst, scheint das ja eher aus einer bestimmten "Ecke" zu kommen, als ein allgemeines Sentiment in der Blogosphäre zu sein. Wenn dem so sein sollte, könnte man sich ja zB die Frage stellen, ob das nicht eher so eine Art "Programm" ist was manche hier durchziehen wollen und ob man es einfach ignoriert, oder besser noch karrikiert.
    # 08. Juli 2004 - 11:34 Uhr
  13. dogfood schrieb:
    Gegenfrage: sind wirklich keine inhaltlichen unterschiede im quer durch antville, blogger und myblog festzustellen?

    um meine frage selbst zu beantworten: ich denke natürlich sind unterschiede festzustellen, abseits schneller und platter kategorisierungen in "gut" und "böse".

    und genau da wird es spannend: wieso lassen sich bloggertypen nach blog-hostern kategorisieren?

    (ja, es ist eine verallgemeinerung, die natürlich nicht auf ausnahmen eingeht, aber ohne verallgemeinerungen kann überhaupt kein diskurs arbeiten)
    # 08. Juli 2004 - 12:06 Uhr
  14. Moe schrieb:
    >bloggertypen nach blog-hostern kategorisieren?

    So wie die unpolitische Generation Golf, oder die Porschefahrer mit den kleinen Schniedeln..? =)
    Klar kann man das machen, aber was will man damit erfahren?
    # 08. Juli 2004 - 12:28 Uhr
  15. dogfood schrieb:
    frag mal nico/blogg ob er nicht gerne wissen würde, warum nico/myblog soviele blogs hat und woher dieses kommt bzw. wie dieses angesprochen werden kann.

    frag mal software-programmierer, ob es die nicht interessieren würde, ob bestimmte software-features bestimmte soziologische strukturen fördern?

    frag mal webdesigner, ob es die nicht interessieren würde, wie man mit layouts zielgruppen ansprechen kann.
    # 08. Juli 2004 - 12:34 Uhr
  16. Moe schrieb:
    Also geht es bei der Frage darum, wie man ein Produkt verbessert und/oder für eine Zielgruppe besser vermarktet?
    Das käme dem vom Sonrisa angesprochenen Qualitätsniveau nahe, oder?
    # 08. Juli 2004 - 12:49 Uhr
  17. dogfood schrieb:
    Es kommt auf den Begriff "Qualität" an. Wenn mit "Qualität" keine Wertung, sondern die "qualitative" Feststellung meint: unterschiedliche Blog-Hoster haben unterschiedliche Blogger-Soziostrukturen, dann ja.

    Aber gerade das scheint Sonrisa zu negieren, der von "betriebener Selbstdarstellung Gebildeter", also einer *künstlichen* Abgrenzung, schreibt. Zumindest kommt es so rüber.

    So wie in Sonrisas Gedächnis einiges durcheinanderpurzelt. Während er hier *vorwurfsvoll* Don zitiert, der tatsächlich drei Teenie-Blogs gelobt hat, die *nicht* von myblog.de sind (perfide!), fand er es auf Blogbar noch "nüchtern-unterhaltsam"
    (http://www.blogbar.de/archi...)

    Kommentare über myblog die irgendwie in Richtung "sinnlos-blogs" gehen, kann ich blogbar.de nicht erkennen.

    Die Feststellung das unterschiedliche Blog-Hoster unterschiedliche Leute ansprechen, die finde ich korrekt und interessant. Für mich, zur Verbesserung meiner Blogs, oder von mir produzierter Websites.

    Denn die Gründe und Konsequenzen dürften nicht auf Blogs bechränkt sein, sondern Web-Applikationen, Sites oder andere Produkte der Kommunikationstechnologie betreffen.
    # 08. Juli 2004 - 13:14 Uhr
  18. Moe schrieb:
    Vielleicht passt dieser Beitrag vom August 2003 dazu: http://weblog.plasticthinki...
    # 08. Juli 2004 - 13:17 Uhr
  19. dogfood schrieb:
    wenn du so willst, ist es der beitrag "revisited". wir sind nun alle ein bißchen schlauer(?).

    das faszinierende: damals wirkte 20six wie ein gigant der mit marketing alles plattmachen würde. monate später hat sich das alles relativiert. 20six wurde von einem "hobbyisten" plattgemacht, obwohl 20six erst jetzt kostenpflichtige angebote einführt und myblog zum jahreswechsel hin eine technische schwierige phase durchmachte.

    auch ist es 20six nicht gelungen eine community in gewünschte zu etablieren. versuche in deutschland die community z.B. durch "kolumnisten" zu formen, wurden zum jahreswechsel eingestellt.

    das "versagen" von 20six und die offenkundige enttäuschung von nico/blogg.de deuten an, dass die kommerziellen hoster ratlos sind wie sie den "markt" ansprechen sollen.

    das ist ein problem, weil sie nicht wissen wie sie neukunden generieren sollen oder sich als kooperationspartner für AOL und konsorten anbieten sollen.

    wenn man so will: die "ahnungslosigkeit" ist erfrischend und weist daraufhin wie wenig planbar im internet ist, oder wie wenig verständnis man von den mechanismen hat.

    vielleicht ist das web marketing-resistenter als gedacht.
    # 08. Juli 2004 - 13:54 Uhr
  20. kris schrieb:
    @dogfood: ich würde eher behaupten, die sind keine internet-rockstars. deshalb klappt das bei denen nicht.
    # 08. Juli 2004 - 15:39 Uhr
  21. sonrisa schrieb:
    @dogfood: Ich weiß nicht so ganz, was daran nun so außerordentlich "*vorwurfsvoll*" gewesen sein soll. Die von Gebildeten betriebene Selbstdarstellung ist keine künstliche Abgrenzung (oder was meint hier "künstlich"?), sondern dient in der Regel dem Bedürfnis, das was an Oberfläche noch nicht durchweg glänzt, nachzupolieren. Das mag durchaus unterhalten, gewiss nicht nur mich. Dennoch kann man es zutreffend, wie geschehn, als Profilierung auf Kosten Dritter beschreiben: eben als ein Programm der Selbstdarstellung, das sich negativ akzentuiert von anderen Profilierungsversuchen abgrenzt. Umgekehrt ist es ja nicht der Fall. Das eben interessiert mich daran.
    Qualitative Wertungen sind hier selbstverständlich auch im Spiel, die Litaneien sind ja keine Phantasieproduktion.

    Aber dass das gleich eine Allergiereaktion auslöst, dachte ich mir schon. Ich erwähnte ja schon einmal, dass es wenig Sinn macht über solche Negativprofilierung zu >diskutieren<, weil sie die Betroffenen in der Regel an sich selbst nicht nachvollziehen wollen, können, was auch immer. Daher auch der Abstand von den Namen, die mich hier wenig interessieren. Leider wird ja sofort nach Quellen und Dokumenten verlangt, um sie dann nicht selten (nicht so seitens Moe, vielen Dank dafür) ebensorasch als mehr oder minder unqualifiziert bzw. falsch interpretiert abzutun. Das ist auch ein Gehabe, nicht Neugier oder Interesse.

    Was purzelt denn so alles in meinem Gedächnis durcheinander?
    # 08. Juli 2004 - 15:51 Uhr
  22. dogfood schrieb:
    @sonrisa: selten jemanden so eloquent binnen mehrere sätze gegensätzliche positionen für sich vereinnehmen gesehen, und sich dadurch in der diskussion unangreifbar machend. große rhetorik. gratulation.
    # 08. Juli 2004 - 17:00 Uhr
  23. Moe schrieb:
    Sonrisa, den Schuh muss ich mir insofern anziehen dass Du mich in Deinem Blog ja schon darauf hingewiesen hast. Vielleicht ist in dieser Form wirklich keine Diskussion möglich.
    # 08. Juli 2004 - 17:20 Uhr
  24. sonrisa schrieb:
    @dogfood: auch wenn ich nicht recht blicke was gemeint ist, es ging mir jedenfalls nicht um Angriffe und auch nicht um das sich unangreifbar machen. Das ist eine Freund-Feind-Logik mit der ich wenig zu schaffen habe. Ich habe Vorbehalt gegen bestimmte Diskussionen (nicht ohne Grund), das stimmt. Deswegen muss das obige aber noch lange kein rhetorischer Akt sein. Es ist ein schmaler Grad, wenn man Austausch intendiert und sucht, dabei vielleicht auch hier und da konfrontiert, deswegen aber dennoch nicht auf Diskussion, Debatte setzt. Ich nur versucht meine Gedanken etwas nachvollziehbarer zu machen. Kann gut sein, dass es an mir liegt, dass mir das nicht gelungen ist, vielleicht aber auch an dem oben erwähnten Komplex.
    # 08. Juli 2004 - 17:27 Uhr
  25. dogfood schrieb:
    @sonrisa: an dem punkt wo du konkrete namen und aussagen nennst und sie zum beleg deines diskurses heranziehst, rufst du natürlich diese art der diskussion herbei. wenn du keine belege hast, oder diese art der diskussion nicht haben möchtest, wärst du besser abstrakt geblieben.

    konrontation ohne diskussion, geht das?

    sage ich jetzt nicht um nachzukarten, sondern meine reaktion verständlich zu machen.
    # 08. Juli 2004 - 18:36 Uhr
  26. sonrisa schrieb:
    Namen nenne ich auch entweder nur auf Nachfrage (wie hier) oder wenn ich es vom Kontext her für nötig bzw. für den Leser oder auch den Blogger, auf den ich mich beziehe, als wichtig empfinde.

    Dass Konfrontation ohne Diskussionen möglich ist, hoffe ich doch sehr. Ironie, Satire, Persiflage, Affentänze. Ich fühle mich selbst von manchen nicht diskursiven Blogposts konfrontiert, obwohl sie das nicht per Nickname intendieren, und antworte darauf (in meinem Blog: implizite/explizite Anregung), ohne aber diskursiv zu agieren und das per Kommentar und Argumentation im Blog des anderen Bloggers auch deutlich zu machen. Das muss aber auch nicht immer gelingen und man kann es wohl auch nicht immer erkennen.
    # 08. Juli 2004 - 20:19 Uhr
  27. Don Alphonso schrieb:
    Ich darf vielleicht zur allgemeinen Beruhigung mal auf diesen Blogeinterag verweisen:

    http://chuzpe.blogger.de/st...

    Es gibt da einen Teil in mir, der sagt, dass das nur eine Modeerscheinung ist. Aber mein Mediengewohntes Hirn sieht sowas schon als Online-Format-Community-Tool bei MTV und weiss: Das wird kommen.

    So, wie Pr0neaux das Breitband durchgesetzt haben, wird das die Form sein, die Blogs durchsetzt. Fürchte ich, weil ich doch unsere TV-Fritezn kenne.
    # 08. Juli 2004 - 21:44 Uhr
  28. Don Alphonso schrieb:
    Ach so, und noch was: Wir waren natürlich gezwungen, für unser Projekt Qualitätskriterien zu definieren. Aber die waren natürlich subjektiv, und nicht von irgendwelchen Hostern abhängig. Myblog.de ist in meinen Augen ein enormes Mysterium, da gibt es die Gruppendynamik von selbst, die andere immer herbeizuführen versuchen.

    Ich vermute mal, die 20sixer kotzen ohne Ende, wenn sie die Graphik sehen - und das in ihrem Hauptmarkt.
    # 08. Juli 2004 - 22:12 Uhr
  29. Moe schrieb:
    >So, wie Pr0neaux das Breitband durchgesetzt haben, wird das die Form sein, die Blogs durchsetzt.

    Also den Link habe ich noch nicht gelesen, aber das "Problem" ist, das Pron eigentlich *jedem* Medium den Weg geöffnet hat, oder? Bei VHS, CD-ROM und epayment war es auch Pron der die Medien marktreif gemacht und entsprechend verbreitet hat, oder?
    Fragt sich nur ob 'Blog' ein Medium ist, denn es ist ja nicht der Datenträger sondern die Präsentationsform. Falls es dasselbe sein sollte helfen wirklich nur noch Sex-Blogs
    =)

    Naja, und 20six hat doch mal eine Werbekampagne bei VIVA gefahren oder nicht?
    # 09. Juli 2004 - 11:33 Uhr
  30. Don Alphonso schrieb:
    Sex und gewalt haben schon dem Buchdruck zum Durchbruch verholfen, so schaut´s aus - den meisten Umsatz hat man mit Flugschriften gemacht, nicht mit Schedels Chronik oder Luther´s Bibel.

    Ich kann mich an eine case-Study in München erinnern, Anno 1999, von einer Frau, die vom Freudenhaus aus angefangen hat, über Sex und besonders Fussfetischismus zu schreiben, das dann kostenpflichtig gemacht hat und das ganze so gut lief, dass sie das normale Geschäft dagegen aufgegeben hat. Das war zu den Content is King zeiten, und wenn ich sie nicht selbst mal gesprochen hätte, würde ich das für eine Urbam Legend halten.
    # 09. Juli 2004 - 16:56 Uhr

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