- RSS-Feeds in voller Länge können auch offline gelesen werden, was für mobile User bedeutet dass sie die Feeds auch lesen können wenn sie gerade keinen Netzzugang haben, und für User mit Zeittarifen bedeutet es Erparnisse, da sie zum Lesen nicht online sein müssen.
- RSS-Suchmaschinen, oder Suchen im RSS-Reader eines Users durchsuchen den gesamten Text der Beiträge, und liefern den Content so mit höherer Wahrscheinlichkeit als relevantes Suchergebnis.
- Ebenso können Backlink-Suchen, Suche nach populären Links usw die Hyperlinks in den Beiträgen auswerten.
- RSS-LeserInnen die einen Beitrag lesen möchten sparen einen Klick, da sie sich nicht von dem abgekürzten RSS-Beitrag zum eigentlichen Beitrag im Weblog durchklicken müssen.
- Sollten die Sorgen kommerzieller Content-Anbieter, welche durch den Einsatz ungekürzter RSS-Feeds sinkende Pageviews und somit sinkende Werbeeinnahmen auf ihren Webseiten befürchten wahr sein, spart der Einsatz ungekürzter Feeds für Blogger also ingesamt auch Traffic.
Soweit ich weiss, bieten manche Weblog-Systeme auch die Möglichkeit, für jeden Beitrag nochmal extra eine Zusammenfassung anzubieten. Das ist ein höherer Aufwand beim Schreiben, scheint mir aber zumindest eine bessere Alternative als eine automatische Kürzung zu sein, wenn man denn nun unbedingt einen gekürzten RSS-Feed anbieten will.
Ein Nachteil von ungekürzten RSS-Feeds hingegen dürfte wohl sein, dass man weniger Kontrolle über den eigenen Content hat: Sicher bedeutet das Anbieten eines ungekürzten RSS-Feeds noch lange nicht das automatische, stillschweigende Einverständniss, dass ein jeder diesen Feed an anderen Orten im Web öffentlich syndizieren dürfe. Genau das geht mit ungekürzten RSS-Feeds aber natürlich recht einfach. Ich persönlich sehe da bei persönlichen Blogs jetzt nicht ein so hohes Risiko einer missbräuchlichen Nutzung und freue mich eigentlich auch wenn mein Weblog anderswo syndiziert wird, aber ob man dieses 'Risiko' nun in Kauf nehmen will oder nicht muss man eben selbst entscheiden.
Ausserdem dürfte es ziemlich essentiell sein, dass der RSS-Feed valide ist, oder zumindest keine schwerwiegenden HTML-Fehler (offene Tags u.ä.) in den Beiträgen selbst enthält, da er sonst unter Umständen nicht mehr in einem Browser-basierten Reader vernünftig angezeigt werden kann.
Grundsätzlich empfiehlt es sich, mal den eigenen RSS-Feed zu abonnieren und zu schauen, ob und wie informativ der Feed denn dann letztendlich aussieht. Sicher kann es auch nicht schaden, den eigenen RSS-Feed mal im Feed-Validator auf validen Code überprüfen zu lassen. Letztendlich kann man so einigermassen Sorge dafür tragen, dass der RSS-Feed dann auch in möglichst allen Readern lesbar sein wird.
Leider werden RSS-Feeds in voller Länge noch nicht von allen Anbietern unterstützt, in manchen Fällen gibt es aber die Möglichkeit aufzurüsten. Schwierig ist es erstmal bei den Weblog-Hosts von Antville, Blogger.de, 20six oder blogigo: Soweit ich weiss sind die Feeds gekürzt, und ich glaube erstmal kann man da als Weblog-Besitzer auch nicht viel dran machen. Bei Twoday hingegen kommen die Beiträge in voller Länge, nur die Titel werden leider abgekürzt. Bei Blogg.de gibt es ungekürzte RSS-Feeds.
Bei MovableType, Nucleus und Wordpress kamen die Feeds in Standard-Installationen älterer Versionen auch ersteinmal abgekürzt daher. Hier kann man aber in allen Fällen Abhilfe schaffen.
Da Alps PermaLinks anscheinend gerade irgendwie haken, zitiere ich hier die Anleitung, wie man in MovableType ungekürzte RSS-Feeds herstellt, falls das noch nicht der Fall sein sollte (ich glaube das betrifft MT-Versionen bis 2.6?):
- In MT einloggen, entsprechendes Weblog anwählen
- Auf "Templates" gehen und auf der Liste "RSS 1.0 Index" oder "RSS 2.0 Index" (RSS 0.91 bzw 0.92 erlauben keine Modulerweiterungen) anklicken
- Unter das
description-Element (oder sonst wohin innerhalb desitem-Elements) folgende Zeile hinzufügen:<content:encoded><$MTEntryBody encode_xml="1"$><$MTEntryMore encode_xml="1"$></content:encoded> - Namespace hinzufügen: In der dritten Zeile des Templates (nach
<rdf:RDFin RSS 1.0 oder<rss version="2.0"in RSS2.0) folgende Zeile einfügen:
xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
(Danke an bwolf für die Erinnerung) - Save und Rebuild
- checken, ob der Feed valide ist
Um in Nucleus RSS-Feeds in voller Länge anzubieten gibt es ein Plugin namens XMLTool. Nachdem dieses installiert ist, gilt es lediglich im RSS-Template <%syndicate_description%> durch <%XMLTools(body)%> zu ersetzen. Laut Changelog betrifft dies nur alle Versionen die älter als die v3.0 RC sind, da ab dieser die Feeds - zumindest bei Neu-Installationen - standardmässig in voller Länge kommen. (Stimmt das so wirklich, haben die Feeds auch Markup?)
Bei Wordpress gibt ab der Version 1.2 gibt es da einfach eine Option, mit der man RSS-Feeds in voller Länge einschalten kann (Reading Options - Syndication Feeds).
Um bei Blogger.com einen RSS-Feed mit Full Content anzubieten, muss man auf einen externen Anbieter zurückgreifen. Blogger.com selbst unterstützt leider kein RSS, bzw tut oder tat dies nur für zahlende Blogger Pro-User. Um einen RSS-Feed anzubieten, muss man zunächst prüfen ob man denn den Atom-Feed publiziert, wie das geht erfährt man in der Blogger Knowledge Base. Nachdem man die Einstellungen für den Atom-Feed vorgenommen hat, muss man sein Blog nochmal publizieren, damit die Änderungen wirksam werden. Anschliessen kann man bei FeedBurner.com seinen Atom-Feed 'burnen', d.h. in RSS umwandeln lassen. Hierzu reicht es aus, lediglich die Option Convert Format Burner zu wählen, und den Atom-Feed zu einem RSS 1.0-Feed konvertieren zu lassen. Hat man in den Options des Atoms-Feeds angegeben, dass dieser in voller Länge sein soll, so wird dann auch der neue RSS-Feed ungekürzte Beiträge mit Markup enthalten.
Sollte man als Blogger-User vorher noch keinen RSS-Feed gehabt haben, so empfiehlt es sich, die Adresse des RSS-Feeds auch im head-Bereich des Blog-Templates anzugeben:
<link rel="alternate" type="application/xml+rss" title="RSS" href="http://feeds.feedburner.com/NameDesFeeds" />
Hierdurch können Bots oder Feedreader automatisch erkennen, wo der zu diesem Blog gehörige RSS-Feed zu finden ist.

http://www.ronsens.de/xml-r...
auch für den blogger/content-provider macht es in einzelfällen durchaus einen unterschied die letzten zehn einträge als volltext mit bilder feilzubieten (vorallem wenn RSS-clients das veränderungsdatum nicht checken und alle 30minuten/stunde den kompletten unveränderten feed runterladen) oder doch nur eine gekürzte version.
"Durch diese Kürzung ist es nach Lektüre des RSS-Beitrags für mich oft gar nicht möglich zu entscheiden ob der Beitrag wirklich interessant ist"
geht mir nicht so. sobald der hauch eines interesses besteht, wird angeklickt.
ich kann auch nicht wirklich ein vorteil für kommerzielle content-anbieter sehen, komplett-feeds anzubieten.
was aber m.E. ein absultes no-go ist, sind feeds die nur den titel übertragen. HALLO TELEPOLIS?
Telepolis hat auch einen Feed mit ganz kurzen Teasern in den Descriptions, nebenbei: http://www.heise.de/tp/news...
cool, danke!
Ich frag mich, wer von den großen Browser-Produzenten der erste sein wird, wo RSS vollständig integriert ist. Wenn der Feed von einer Seite abonniert ist, nicht mehr solchen Tüdelkram wie RSS-Titel, Kategorie und drei Wörter vom Text und dann drei Pünktchen, sondern gleich die ganze aktualisierte Webseite direkt im Browserfenster angezeigt. Und mit immer mehr Breitbandanschlüssen wird die Dateigröße wohl immer weniger wichtig.
du vergißt das gleichzeitig die zahl der mobilen geräte zunimmt, die keine internet-verbindung per DSL-flat-rate haben, sondern meistens lahme verbindung und volumen- oder zeittarife.
re:"Wozu brauche ich den Internet Explorer"
eine website besteht aus mehr als nur dem tagesaktuellen content. schau dir polarluft.de an, und sage mir wieviel prozent deiner website in http://www.polarluft.de/all... stecken.
was mir grundsätzlich nicht an der RSS-diskussion gefällt, ist dass ein format zur "eierlegenden wollmilchsau" hochgejazzt wird (bis hin zu RSS als eMail-ersatz, wie anderenortes diskutiert).
es dauert dann nicht lange bis defizite am (RSS-)format festgestellt werden und das format aufgepumpt und fetter wird, damit es dann wirklich als web-ersatz dienen kann. spätestens dann geht die robustheit, simplizität und kompatibilität des formates flöten.
es erinnert ein bißchen an mitte der neunziger, als HTML mit funktionalität vollgepumpt wurde und von browser zu browser inkompatibel wurde.
der spuk endete, als das W3C eine eindeutige aufgabentrennung zwischen HTML, CSS und javascript/DOM zog.
so etwas sollte auch für RSS durchgeführt werden, damit dort nicht angefangen wird flash-applets, komplexe CSS-anweisungen et al durchzujagen, was kommen wird, wenn RSS als web-ersatz versucht wird zu etablieren.
http://blog.ziffdavis.com/g...
"In the blogosphere, and to a great extent the traditional media environment, the goal is to capture attention. In the RSS conversation, the goal is to retain the relationship. It's more like the couch potato mechanism [...]"
Ich frage mich gerade, ob Gillmor sehr sinnentellend wiedergegeben wird, wenn man ihn mit "RSS macht die Internet-Surfern zu passiven Couch-Potatos" zitiert?
Zur Frage, wozu noch Browser, wenn ich die Seiten genauso gut im RSS-Reader ansehen kann (was derzeit noch nicht der Fall ist): Natürlich gibt es auf vielen Seiten Inhalt, der im Browser besser aufgehoben ist als im RSS-Reader. Was aber RSS-Nutzer angeht, die sind doch in erster Linie an topaktuellen Texten und Bildern interessiert und weniger an älteren Inhalten, die man auf vielen Seiten eh schon kennt. Das Netz ist nun mal ein extrem schnellebiges Medium.
trotzdem glaube ich dass gillmor mit der couch-potato-bemerkung unbeabsichtigt ins schwarze getroffen hat.
der surfer wird vom aktiv-klickenden surfer zum passiv aufnehmenden leser.
wenn aber eine website nicht mehr "user-experience" anbietet als in einer RSS-datei steckt, dann läuft irgendwas mit der website falsch.
dies kann eine "sinnlichen" erfahrungen sein ("die website sieht schön aus", "die website läßt sich cool bedienen"), aber dies kann auch nicht-aktueller inhalt sein. RSS überträgt keine navigation und damit keine hinweise auf bestimmte alte oder populäre einträge. kein blogroll und die kontakt-seite ist 1-2klicks weiter entfernt.
das netzt ist nicht nur ein schnelllebiges medium, sondern auch ein medium mit gedächnis, dessen zeitliche dimension in RSS überhaupt nicht transportiert wird.
eigenschaften des web(site)designs können nicht per RSS transportiert werden: betonen von bestimmten funktionen/inhalte, steuerung des surfers, bandbreite der inhalte.
es bleibt beim dilemma: entweder ist RSS zu limitiert um als website-ersatz zu dienen, oder RSS wird als format so aufgebrezelt, dass es genauso träge und problematisch daher kommt wie eine website, und damit alle vorteile verliert. bereits in der derzeitigen verfassung reicht RSS aus damit sich drei verschiedene gruppen die köpfe über die zukünftige richtung einschlagen.
nochmal zurück zu gillmor:
was mich wahnsinnig macht, ist diese hoffnung die in "intelligente agenten" gesteckt wird, der irrglaube, dass es einen technischen mechanismus gibt, der mir sagen könnte was ich für interessant halte und was nicht.
dies hat firefly nicht geschafft, dies checken microsoft-wizards immer noch nicht und auch amazon hat noch nicht verstanden wie ich ticke. der mensch läßt sich nicht auf algorithmen reduzieren.
wer nur noch das frisst was ihm der rechner anhand von ratings, history und popularität ausrechnet, verliert ein stück (achtung, melodramatische musik setzt ein) mensch-sein (musik ende). wer nicht im walter-benjaminschen sinne durch das leben "flaniert", wird zum langweiler.
wenn man dann noch bedenkt, dass rss sehr viel im umfeld von personal publishing und microcontent genutzt wird (gerade die full content feeds), dann sehe ich nicht was daran passiver sein soll, als diejenigen die sich tagein tagaus in ihrem browser zu spiegel, ebay und co klicken.
für mich dient rss weniger als website-ersatz und schon mal gar nicht als "user-experience" oder "sinnliche Erfahrung". ich bekomme damit die neuen inhalte, und eben nur die, von (blog)sites die ich kenne und schätze. eben dass es keine navigation, hierarchien oder hevorhebungen gibt sehe ich da eher als eine stärke. also von mir aus muss rss nicht weiter aufgerüstet werden ;-))
wegen der zeitlichen dimension: es ist doch kein problem volltext-feeds zu archivieren..? abgesehen davon, dass dies ja eh schon die blogs selbst wie auch die rss-suchmachinen tun.
was agenten angeht, naja da würde ich gerne mal welche sehen die tatsächlich funktionieren und grossflächig genutzt werden. durchaus interessant finde ich aber personalisierte rss-feeds (wetter, autkionen, tvprogramm, wasweissich).