Kartenkauf bei der Bahn

28. April 2004 - 18:24 Uhr - Moe
(Giessener Bahnhof)
Ich: Ich möchte morgen und übermorgen zu verschiedenen Zeiten von Giessen nach Kassel-Wilhelmshöhe und jeweils wieder zurück fahren und habe ein Semesterticket, ich nehme an ich komme damit schon mal bis kurz vor Kassel?
Bahnfrau: Damit kommen sie bis Neustadt. Möchten Sie IC fahren?
Ich: ... ähm, ich versteh die Frage nicht?
Bahnfrau: Das kostet dann nämlich Aufpreis.
Ich: Naja für das Semesterticket habe ich ja schon mal den IC-Zuschlag gekauft, aber in erster Linie möchte ich zu bestimmten Zeiten da sein und heim fahren.
(Wir besprechen die Zeiten. Zurück möchte ich morgen gegen halb acht fahren.)
Bahnfrau: Also sie können dann um 1932 mit dem IC zurück fahren gegen Aufpreis, oder um 2029 regulär.
Ich: Was ist denn der Unterschied?
Bahnfrau: Die Fahrzeit ist dieselbe.
(Ich zahle den IC-Zuschlag für eine 3 Minuten schnellere Fahrzeit und um nicht eine Stunde am Bahnsteig verbringen zu müssen.)

Die haben ein wirklich seltsames Tarifsystem da. Es scheint davon zu profitieren, dass man einfach zur falschen Zeit am falschen Ort sein kann. Ich frage mich, nach welchen Kriterien das bestimmt wird.

4 Kommentare:

  1. Johannes schrieb:
    Wie jetzt? Du hattest die Wahl zwischen Vergangenheit (1932) und Zukunft (2029)? Hmm, schwere Wahl, gebe ich zu. Ich hätte mich aber eher für 1932 entschieden, da hätte ich das Dritte Reich mal aus eigener Perspektive verfolgen können.
    # 28. April 2004 - 23:52 Uhr
  2. martin schrieb:
    Wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist, nennt man das "Zug verpaßt". ;-)

    Nein, das klingt doch genau wie die Sache mit den Zügen von und nach Frankfurt. In Gießen fährt seit Dezember 2002 immer stündlich wechselweise ein IC und dann wieder ein RE nach Frankfurt. Aus meiner Perspektive ist der IC aber der interessantere Zug, weil er nicht in der nächsten Großstadt endet und ich mit ihm von Gießen bis Heidelberg durchrauschen kann.

    Als ich noch bis Frankfurt gefahren bin und der IR zum zuschlagpflichtigen IC gemacht wurde, habe ich das allerdings auch als glatten Betrug empfunden und bin ein halbes Jahr lang zu der Zeit, wo ich sonst zum Bahnhof afgebrochen bin (06:30) direkt innerhalb von 30 Minuten nach Frankfurt gefahren. Es kommt also auf den Standpunkt an.

    Richtig sauer werde ich, wenn ich kräftig Zuschlag für eine Rundreise mit IC und ICE bezahlt habe und mich aufgrund kleinerer Katastrophen auf einer Rundreise mit diversen Bummelzügen wiederfinde und dabei auch noch zwei Stunden später ankomme. Grrr.
    # 29. April 2004 - 07:01 Uhr
  3. Michael schrieb:
    Ich finde den Begriff Tarif"system" ein wenig unpassend. "geheimwissenschaft" oder "überraschungspacket" wäre angemessener.
    # 29. April 2004 - 07:58 Uhr
  4. Jibbijaja jibbijibbi jäää schrieb:
    Über Bahn und Telekom lästern ist wie einen Betrunkenen treten, der bereits am Boden liegt.

    Hmm.

    Dem sollte man jetzt noch hinzufügen, dass der Betrunken von allein gefallen ist. Ich schwöre, ich hab damit überhaupt nichts zu tun. Er lag schon da.
    Und ich wollte auch garnicht reintreten.

    Jetzt guckt mich nicht so an. Es war doch nur eine Metapher.
    # 02. Mai 2004 - 19:15 Uhr

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