Die Studiengebühren der Landesregierung zeigen Wirkung: An der Uni Kassel haben sich zum kommenden Sommersemester 952 Studierende exmatrikuliert, im Sommersemester des Vorjahres waren es 59. [via Unik]
Wir können also mit Fug und Recht behaupten, dass wir dank Studiengebühren mehr Menschen in die Arbeitslosigkeit, und weniger Menschen in die Unis bekommen.
Uni Kassel: Exmatrikulationen steigen um über 1600% an
24. März 2004 - 14:30 Uhr - Moe20 Kommentare:
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Vielleicht ist auch ein Großteil darunter, denen jetzt das Geld zu schade ist, weiter mal so "auf Student zu machen".
Jedenfalls finde ich die Aussage da oben zu absolut.
ich persönlich kenne glaube ich gerade mal 1 bis 2 leute die nur wegen dem semesterticket eingeschrieben waren. Jedenfalls denke ich nicht dass diese relativ geringe quote irgendetwas mit dem hessischen haushaltsloch zu tun hat. ebensowenig denke ich, dass dadurch die absolut krassen exmatrikulationswellen welche gerade an allen hessischen hochschulen auftreten zu erklären sind.
Die CDU-Gehirnwäsche wirkt!
Es ist ganz schön anstrengend, mal eben "auf Student zu machen".
Aber wahrscheinlich kann man überhaupt nicht genug Bahn fahren um die Kosten (Geld und die verschwendete Zeit) wieder wett zu machen -- ausser man klaut sich noch den Strom fürs Laptop aus einer Zugsteckdose.
Ohne fundierte Zahlen, warum und nach welcher Studienbiografie sich diese Leute exmatrikuliert haben, kann man hierzu keine sinnvolle Aussage treffen, in welcher Anzahl Eingeschriebene, die tatsächlich ein Studium abschließen wollen, betroffen sind.
Solche Fälle wird es sicher geben, in welcher Zahl, muß herausgefunden werden, da diese die echten Härtefälle sind, die dann wiederum Unterstützung benötigen, um ihr Studium zu Ende führen zu können.
Daneben wird es aber auch andere Fälle geben. Zum Beispiel, diese Möglichkeit, die ökonomisch gesehen ohne Studiengebühren so sinnvoll ist, daß es kaum vorstellbar ist, daß sie nicht von Vielen genutzt wird:
Man hat sein Studium beendet und hat noch keinen Job, ausser evtl. dem Studentenjob. Man meldet sich beim Arbeitsamt als "Arbeitssuchend". Gleichzeitig schreibt man sich für ein Zweitstudium ein. Vorteil: Man bekommt das Semesterticket und kann in der Mensa günstig essen. Für einen Arbeitssuchenden Ex-Studenten finanziell sehr attraktiv.
Alleine der Vorteil des Semestertickets wird sich sogar für viele Leute rechnen, die Abitur haben, aber nie studiert haben und das auch künftig nicht wollen.
Das Beispiel für Kassel:
Semesterbeitrag inkl. Semesterticket: 159 Euro, also pro Jahr 318 Euro
Monatskarte NVV Erwachsene ohne Ermässigung: 29,50 - 164,50 Euro
Das macht für 12 Monate: 354 - 1974 Euro
Jährliche Ersparnis: 36 - 1656 Euro
Wegen 36 Euro jährlicher Ersparnis wird kaum jemand den Aufwand auf sich nehmen, aber um 1000 Euro oder mehr zu sparen? Rechne mal aus, welche Bruttolohnerhöhung Du als Arbeitnehmer bekommen müsstest, um das zu netto zu bekommen.
was deine ökonomische rechnung angeht, sie ist von daher falsch, dass die verkehrsbetreiber das semesterticket durchaus durchgerechnet haben! meinst du, die verschenken da was? sie verdienen an jedem studi mit der läuft fahrrad oder auto fährt und nicht schlau genug ist den beitrag fürs rmv ticket sich irgendwie rückerstatten zu lassen.
Genau die Frage, was "eine gewisse Zahl" ist, ist zu prüfen.
Die ökonomische Rechnung habe ich aus der Sicht des einzelnen Nutzers aufgestellt: Wenn ich mit geringem zeitlichen Aufwand pro Jahr 1000 Euro sparen kann, rechnet sich das für mich. Warum soll ich mich dann nicht pro Forma einschreiben, wenn ich die Möglichkeit dazu habe?
Für die Verkehrsunternehmen rechnet es sich natürlich über die Mischkalkulation, das habe ich nicht bestritten und das war auch gar nicht mein Ansatz.
Solange es keine Schein-Nachweispflicht gibt, kann man mit Abitur in der Tat immerhin sechs Jahre günstig fahren. Das behalten wir jetzt aber für uns. Man will ja keine schlafenden Hunde wecken ;-)
wegen der kalkulation die du vom einzelnen nutzer aus aufstellst; ich sehe da einfach nicht wem da denn ein direkter grösserer finanzieller schaden bei entsteht?
tatsache ist, dass sich die mittelzuweisungen für die hochschulen nach den studierendenzahlen richten. die unis bekommen jetzt also noch weniger geld dafür, dass mehr studierende zahlen müssen. ich finde das abstrus, gelinde gesagt.
Ein ökonomischer Schaden entsteht den Verkehrsbetrieben, sobald Jemand statt bspw. 100 Euro im Monat 59 Euro im alle 6 Monate (Kassel) zahlt, das ist doch klar. Ob dieser Schaden, gemessen an den Gesamteinnahmen, in relevanter Größe ist, kann ich nicht sagen. Jetzt unterstelle ich aber mal, das der Schaden nicht wirklich groß ist.
Der Schaden war auch nicht meine Überlegung. Es ging mir lediglich darum, zu zeigen, das es durchaus für den einzelnen sinnvolle Gründe geben kann, sich einzuschreiben, nur um daraus finanzielle Vorteile zu ziehen. Diese Leute werden sich jetzt nicht mehr einschreiben, da der Vorteil wegfällt. Damit kann man aber andererseits nicht mehr ohne genaue Prüfung sagen, wie viele Studenten wirklich betroffen sind.
Die Universitäten haben natürlich durch höhere Mittelzuweisungen durch solche "Nur-Semesterticket-Studenten" profitiert. Auch hier ist ganz streng genommen ein Schaden zu Lasten der öffentlichen Haushalte entstanden. Aber auch das war nicht mein Ansatz.
Es geht nur darum: Wie viele der 952 Exmatrikulationen sind wirklich Betroffene im engen Sinn? Wie viele werden gehindert, Ihr Studium abzuschließen? Und wie wird diesen Leuten geholfen? Gibt es Regelungen, gibt es Planungen?
Die anderen haben eben Pech, daß es eine legale, aber so nicht gewollte Geld-Spar-Möglichkeit nicht mehr gibt.
Das sehe ich genauso. Ich bin zwar noch weit von Gebühren entfernt (und in NRW), aber trotzdem finde ich es gradezu lächerlich, dass die Gebühren zu 90% bzw. 100% in NRW an den Landeshaushalt gehen, während die Unis die Verwaltung bezahlen müssen. Alleine dadurch entstehen Kosten, die von den eigentlichen Aufgaben der Unis abgezapft werden müssen. Wenn wenigstens die Verwaltung bezahlt würde und die Länder zugeben, dass sie das Geld brauchen, und dass es nicht um Langzeitstudenten, Scheinstudenten und ähnliches geht, sondern nur um Geld, würde man sich wenigstens nicht ganz so verarscht vorkommen. Und die nicht-studierende Öffentlichkeit würde das zur Kenntnis nehmen, was natürlich schlecht für die Politiker wäre.
Und wie SpOn gestern so schön geschrieben hat, selbst wenn das Geld an die Unis ginge, würden sie Netto nicht mehr haben.
"nicht anders verdient" ist ja wohl der grösste hohn, wo hast du denn diesen schwachfug her?