Abkassierer, Verwalter, Gebühreneintreiber

27. Februar 2004 - 01:43 Uhr - Moe
Den Studis in Hessen kann man nur raten, auch gegen die zusätzlichen 50€ die pro Semester als "Verwaltungskosten" gezahlt werden sollen (ein weiteres Teilstück der perfiden 'Operation Sichere Zukunft'), parallel zur Rückmeldung Beschwerde einzulegen.
Bezüglich der Anhörung zur Feststellung meines Studienguthabens (die eigentlich viel schlimmere Sache, denn es geht um deutlich mehr Geld, welches ich nicht habe) hatte ich ja bereits Einspruch erhoben, nachdem im hiesigen Institut ja bereits quasi-öffentlich kund getan wurde, dass es nie eine wirklich reguläre Lehre mit vollen Kapazitäten gab. In meinen Augen ist das ein guter Grund, dass die sich eigentlich ihre 500€ Gebühren sonstwohin stecken müssten. Abgesehen davon, dass dies unter der Last der hessischen Spar-Orgie nächstes Semester noch viel, viel schlimmer mit der Überlastung werden wird. Naja, Antwort auf meinen Einspruch habe ich noch keine. Ich gehe auch nich davon aus dass das irgendwas bringen wird. Irgendwie scheinen Studierende plötzliche wie irgendwelche faulen, reichen Säcke behandelt zu werden, denen es ja viel zu gut geht und die aber mal so richtig ausgenommen werden müssen wie eine Weihnachtsgans.
Gerade hat mich das $%&#!-Studentenwerk in Giessen auch in einer höchst dubiösen Aktion um 400€ erleichtert, da sie es anscheinend geschafft haben das Wohnheim-Zimmer in dem ich fünf Jahre lang bis letzten September wohnte komplett auf meine Kosten renovieren zu lassen. Der tatsächlich verursachte Schaden sah eigentlich so aus, dass ich fünf Jahre lang einen Boden genutzt und einen Stuhl durchgesessen habe. Ach ja, und einen Brandfleck im Boden verursacht, das war dann in der Tat meine Schuld. Für diesen Brandfleck beispielsweise hat irgendein Handwerker für einen Stundenlohn von 33€ (!!) 4 Stunden (!!) mit Arbeit zugebracht. Und wo man schon dabei war, hat man mir auch gleich noch den Restwert des durchgesessenen Stuhls und die Personalkosten zur Reparatur ebendessen berechnet. Das der Dreistigkeit noch nicht genug, ausserdem kann man so einen fetten Studenten wie mich ja ruhig nochmehr abrippen, hat man dann auch gleich nochmal den gesamten Boden neu gemacht und mir auch dies noch in Rechung gestellt. 33€/Std, das muss man sich mal reinziehen. Ich hab noch nie für irgendwas mehr als nen Zehner bekommen, glaube ich.
Gegen den Scheiss vorgehen kann ich nicht, und bin auch noch selbst Schuld dran (könnte man zumindest sagen, wenn man davon ausgeht dass eine Welt die aber wirklich sowas von voll mit totalen %§/$&% ist eben völlig normal ist). Denn ich habe beim Auszug ein Formular unterzeichnet auf dem eben diese Schäden draufstehen. Ich könnte mich totärgern. Die Kostenspalte hatte dieser Hausmeister natürlich leer gelassen, und mir erklärt man müsse dann mal sehen welche Kosten auf mich zukämen und welche nicht, und dass da zB der Boden drauf stünde sei ja ganz normal, denn das würde nach 5 Jahren ja immer neu gemacht. Und ich Idiot glaub dem &$%§&% auch noch sein Getexte.
Liebes Studentenwerk, liebe Gebühreneintreiber, ihr kotzt mich so derartig an. Jeder scheiss Verwalter, Kassierer, Anschwärzer oder Hausmeister scheint hier ja wirklich prima zu leben im ach so armen Hessenlande. Und dabei fällt auch noch einiges für die fleissigen Handwerker ab, die Arbeit hamse sich immerhin verdient. Schliesslich wollen die Leute ja von was leben. Autos kaufen, Kinder haben, Urlaube planen. Die vielen fleissigen Bürger die immer einen finden den man nochmal abrippen kann. Und nach unten hin geht es ja noch viel, viel weiter. Viel mehr als Verachtung bleibt mir da nicht mehr. Doch ich bin da ja noch richtig gut dran. Und dem nächsten der mir erzählt in Hessen sei kein Geld da, dem würde ich nur zu gerne aber mal aber so richtig eins auf die Fresse geben. Immer mitten in die Fresse rein :)
Aber ich schweife ab.

5 Kommentare:

  1. Kossatsch schrieb:
    Der Handwerker bekommt von den 33€ höchstens 15€, weil der Rest für was Anderes draufgeht. Vier Stunden kassiert er ab, weil er denkt, dass das ungefragt bezahlt wird. Wird es ja auch, was willst Du denn dagegen machen? Selbstbedienungsmentalität.
    Und außerdem die Preisfrage: Wie viele Unternehmen in Deutschland machen Gewinn, zahlen aber keine Steuern und/oder bauen Arbeitsplätze ab?
    # 27. Februar 2004 - 10:12 Uhr
  2. Sanníe schrieb:
    33 Euronen ist nicht teuer für ne Handwerkerstunde. Wirklich.

    Aber den Restwert des Stuhls _und_ die Reparatur? Das Brandloch entfernen _und_ die Erneuerung des Bodens? Komiache Rechnung. Würde ich nicht bezahlen.

    Ich hab mich neulich auch von einem Handwerker erpressen lassen, der mir einen Scheißboiler für 500 Euro verkauft hat und auf meinen Einwand, daß die gleichen Geräte im Baumarkt nur die Hälfte kosten, sagte: Den bau ich Ihnen aber nicht ein.

    Tja. Im Winter Heißwasser haben oder nicht...
    # 27. Februar 2004 - 10:56 Uhr
  3. OnisanT schrieb:
    @Sannie: Anderen Handwerker suchen würd ich sagen.

    Und 33 Euro für ne Handwerkerstunde ist ganz normal. Mein Vater ist Tischler, der nimmt mehr, aber reich wird er dabei beileibe nicht (ich krieg den vollen Bafög-Satz).
    # 27. Februar 2004 - 18:24 Uhr
  4. Moe schrieb:
    "normal" aber höchstens in einem empirischen sinne, OnisanT. den eigentlich iss das alles andere als normal.
    # 27. Februar 2004 - 21:21 Uhr
  5. http://www.suchbrett.de schrieb:
    Ich habe ebenfalls schlechte Erfahrungen bei einem Auszug aus einem Studentenwohnheim gemacht.
    Gut, ich gebe zu, dass meine Kerzen, die den Winter über brannte, ein bischen zuviel gerußt haben, was
    zu lustigen weißen Stellen dort führte,
    wo meine Poster hingen ;)

    Beim Auszug sagte mir die Hausmeisterin, dass das Zimmer gestrichen werden könne, oder man mir 80 Euro von der Kaution abziehe.
    Ich habe nochmal nachgefragt, ob es wirklich nur 80 Euro sind und mich dann dafür entschieden.
    Nach 6 Wochen, in denen meine restliche Kaution von 170 Euro auf dem Konto noch nicht eingegangen war,
    habe ich nachgefragt, und auf einmal hieß es,
    dass der Maler für das Streichen des Zimmers 250 Euro genommen hätte, anstatt 80 Euro. Daher gäbes es keine Kaution zurück.
    Daran, mich darüber zu benachrichtigen, hatte man wohl nicht gedacht.
    # 01. November 2004 - 18:36 Uhr

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