"Stromklau" beim Spiegel

20. Februar 2004 - 13:27 Uhr - Moe
Die Story von einer Festnahme nach Notebook-Aufladen am Bahnhof in Kassel (ich berichtete) hat es nun auch in den Spiegel geschafft: "Sie haben der Deutschen Bahn Strom entwendet" (Spiegel Online) [Heiko via ICQ]

Interessanterweise enthält der Artikel weder den Link zum Original-Eintrag im Weblog von Jan Michael Ihl, noch wird die Tatsache erwähnt, dass sich die BGS-Beamten auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht ausgewiesen, bzw dies verweigert haben.
Ich frage mich, ob das der Standard für Halbwahrheiten bei Spiegel Online ist: Man muss ja nichts falsches schreiben, wenn man es genausogut unter den Tisch fallen lassen kann.

10 Kommentare:

  1. torsten schrieb:
    haarsträubende geschichte, kaum zu glauben nach dem ersten lesen. allerdings verschweigt der spiegelbericht, dass die beamten zunächst wegen verdachts auf rucksackdiebstahl tätig wurden (und dann vermutlich aus langeweile oder verdruss auf den strom umgelenkt haben). na ja, trotzdem unschön.
    folgender selbstversuch wäre spannend: wenn man einen polizeiwagen sieht, einfach mal weglaufen. das ganze sicherheitshalber filmen lassen. mal sehen, was passiert...
    davon ab: eine story, die sicherlich in kürze bei stern-tv auftauchen wird, mit nachgestellter szene, wo eine wildgewordene gsg9-truppe einen stromklauenden studi einfangen will.
    # 20. Februar 2004 - 15:27 Uhr
  2. OnisanT schrieb:
    Der Verdacht auf den Diebstahl des Rucksacks wird erwähnt - allerdings eher flücktig:
    "Die Grenzschützer befahlen ihm, die Straßenbahn wieder zu verlassen: Er sei vorläufig festgenommen, weil er einen Rucksack gestohlen habe."
    Der Link zum Blog hätte aber wenigstens dabei sein können.
    # 20. Februar 2004 - 15:49 Uhr
  3. torsten schrieb:
    oh, übersehen, danke....kommt davon, weil ich sp.online nur noch mit halbem auge wahr|nehme...;)
    # 20. Februar 2004 - 16:06 Uhr
  4. Daniel schrieb:
    Das verwundert mich nicht! Ich habe schon oft ähnliche Erfahrungen bei Spiegel-Online gemacht: Wenn ich einen Beitrag über ein mir gut bekanntes Thema lese, ärgere ich mich oft, wie durch Unvollständigkeiten ein falsches Bild vermittelt wird. Dann frage ich mich, wie es sich wohl mit Beiträgen verhält, in deren Thematik ich nicht so drin stecke und hoffe nur das Beste. Aber wie das Beispiel hier so zeigt, kommt dies beim Spiegel wohl öfter vor...
    Gruß, Daniel.
    # 20. Februar 2004 - 16:21 Uhr
  5. kris schrieb:
    interessant waere, ob sie ihn befragt haben oder ob der artikel ausschliesslich auf dem blog-eintrag beruht.
    # 20. Februar 2004 - 23:35 Uhr
  6. ralph schrieb:
    torsten, weglaufen würde ich lieber nicht, wer weiss, ob nich ne kugel kommt, könntest ja auch der lang gesuchte serientäter sein. darf ich fotografieren? ;)
    # 22. Februar 2004 - 21:13 Uhr
  7. Heiko Hebig schrieb:
    Aufklärung: Der Spiegel-Artikel basiert auf einem Telefoninterview.
    # 23. Februar 2004 - 14:44 Uhr
  8. Kossatsch schrieb:
    Eine Problematik sehe ich schon: Ob sich der junge Mann bewusst war, dass das mit Sicherheit Atomstrom war, den er "geklaut" hat? Wie ekelig!
    # 24. Februar 2004 - 08:17 Uhr
  9. Kossatsch schrieb:
    Und noch was: Wir schreiben jetzt hundertmal: "Ich lese den Spiegel nie mehr, nur noch die ZEIT und ab und zu die FR." Hilft vielleicht. Schreckliche Krankheit.
    # 24. Februar 2004 - 08:18 Uhr
  10. torsten schrieb:
    @ralf: das erinnert mich an einen bericht über eine amerikanische selbstmordmasche, wo lebensmüde die cops zum finalen rettungsschuss provoziert - polizisten als unfreiwillige sterbehelfer...ok, etwas zynisch...

    @kossatsch: zwischen der print- und der online-ausgabe des spiegel klafft zuweilen schon eine recht große qualitative lücke - andererseits: wenn die zeit tagesaktuelle news im umfang des spiegels publizieren würde, dann sänke da sicher auch das niveau...
    # 24. Februar 2004 - 16:45 Uhr

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