Quasi als krasser Gegenpol zu den Deconstructing Hyperlinks:
Hypertext (Christoph Türcke) Der Haken an der Hypertext-Vision ist aber nicht das Utopische, sondern sein vorzeitiger Spannungsabfall: die Utopie zu Schlußverkaufspreisen. Ein Freiraum nicht-linearen Schreibens, Lesens und Denkens soll her, aber in der alten kapitalistischen Welt - hergestellt durch Maschinen. Das nach allen Richtungen lesbare Text-»Dokuversum« soll nicht nur Freiheit stiften, sondern selbst schon ihr authentisches Bild sein. Wer es liest, schaue dabei die natürliche Verfahrensweise seines Gehirns unmittelbar sinnlich an, meint Jay David Bolter. Der Computer »überführt den menschlichen Geist in sein eigenes Bild«, weshalb er nichts Besseres tun könne, als eins mit ihm zu werden und auf den Wegen, die er vorgibt, sich seine ganz persönlichen Texte, Romane, Bildergalerien zusammenzustellen.
[...]
Partisanenmethoden sind nicht einfach auf kritische Subversion abonniert.
Was geschieht, wenn sie in öffentliche Herrschaft umschlagen, verdeutlicht das Internet. Rhizomatisch wuchernde Pflanzen kann man beschneiden. Nicht von ungefähr ist der Garten das antike Inbild befriedeter Natur gewesen. Das Internet läßt sich hingegen nur partiell eindämmen, als Ganzes nicht in den Griff bekommen. Es ist Leitmedium und Wahrzeichen des global wuchernden neoliberalen Kapitalismus, Rhizom zu einem Schulungsstoff in Sachen Deregulierung geworden - und »Nicht-Linearität«, das gelobte Radikalmittel gegen den ganzen falschen linearen Fortschritt, zu dessen bestem Schmiermittel. [via weiterbildungsblog.de]
Hypertext und Herrschaft?
04. Februar 2004 - 05:40 Uhr - Moe1 Kommentar:
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Das erinnert an ganz alte Auseinandersetzungen mit dem Begriff der "Ideologie". Wenn dann wer sagt, Unterhaltung (Sport, Kunst, Musik) sei ideologisch, weil es der Regeneration der Arbeitskraft dient und deshalb prinzipiell affirmativ in der gegenwärtigen Gesellschaft sei. Und wenn es nicht affirmativ wäre, wäre derlei längst verboten. Schlafen wäre insofern auch vollkommen affirmativ. Naja.
Ich nenne das Aufgeben vor dem Anfangen. Aber vielleicht habe ichs ja nur nicht verstanden.