Interessieren würde mich auch, ob die Initiative hierzulande grösstenteils von den Parteien kommt, oder ihnen von Bloghostern/-Beratern als notwendig verkauft wird. Das ist deswegen eine interessante Frage, da es ein Unterschied ist ob es sich hier um konzeptionelle Entscheidungen einer Partei handelt, oder um das Marketing eines Anbieters oder Dienstleisters, der dies einer Partei gegenüber evtl. als unverzichtbar hinstellt. Sonderlich konzipiert wirken die meisten dieser Blogs auf mich bislang nicht. Aber Bloggen lernt man so oder so nicht an einem Tag, also wird sich vielleicht noch zeigen, wer lediglich auf den Zug aufspringt, und wer ein tatsächliches Interesse hat.
Ich für meinen Teil bin nicht ausserordentlich parteipolitisch interessiert, und ich muss ehrlich sagen, dass ich es bislang nicht geschafft habe, eines der PolitikerInnen-Blogs wirklich regelmässig zu lesen. Am öftesten schau ich noch bei der Frau Nahles rein. Aber auch dort gibts leider nicht wirklich Bezüge zu anderen Politblogs oder anderen BloggerInnen.
Michael Schuster (knallgrau.at) hat da neulich ein paar weise Worte zu geschrieben:
Ein Blog müsste man eigentlich gerade im Wahlkampf beginnen und nicht kurz davor beenden. Und es sollte auch den Wahlkampf überdauern. Den ein Weblog zu führen heisst ein Knoten im Netz zu werden. Nicht nur einfach ein paar kurze Texte zu schreiben.
Siehe auch die Studie Wahlkampf in der Blogosphäre - Weblogs im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 (PDF) von Roland Abold:
Auch im Jahre 2005 werden die Möglichkeiten der internetbasierten Kommunikation und Artikulation nur von einer kleinen Gruppe der Bürger intensiv genutzt. Daran hat auch die Entwicklung neuer Veröffentlichungsformen von Inhalten, wie z.B. Weblogs, nichts geändert. Die Ergebnisse der hier durchgeführten Online-Studie zeigen, dass selbst in der Subgruppe der internetaffinen und politisch stark interessierten Wähler nur etwa ein Viertel der Befragten regelmäßig von den Möglichkeiten des Internets als Diskussionsmedium Gebrauch macht. Die in diesem Beitrag intensiv betrachteten politischen Weblogs haben sich dabei in der relativ kurzen Zeit ihrer Verfügbarkeit als wichtige Form des internetbasierten Meinungs- und Informationsaustausches etabliert.[via Jan Schmidt]
