In der jüngsten Zeit fällt vor allem die rasante Entwicklung der so genannten Weblogs ("Blogs") und die "Camcorder-Revolution" auf. Dem ersteren Themengebiet widmet sich nun eine Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).[via net-tribune.de] (Bei der bpb selbst habe ich nichts dazu gefunden)
Auf der am 07. und 08. Mai in Wiesbaden stattfindenden Tagung werden hochkarätige Journalisten, Medien-Macher aber auch Medien-Kritiker die wichtigsten Internet-Projekte vorstellen, diskutieren und kritisieren. Dabei untersuchen sie die Rahmenbedingungen und Zukunftsperspektiven von neuen Formen der Kommunikationsorganisation und Bürgerbeteiligung und diskutieren die Wirkungen von Weblogs auf die demokratische Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt der Diskussion steht die Frage: Wie wird sich der Journalismus verändern, wenn der Einfluss der Blogger zunimmt?
Update: Bei convers.antville habe ich das Programm der Tagung gefunden. Bemerkenswert sind die Angaben zur Teilnehmerzahl und den Preisen.
Das klingt sehr interessant. Schade finde ich nur diesen absoluten Fokus auf Weblogs vs Journalismus. Ok, bloggende Journalisten dominieren diese Diskussion, und daher wird sie sowohl auf Seiten der Blogs als auch auf Seiten der Journalisten immer wieder aufgewärmt, ohne daß es etwas substantiell neues gäbe oder geben könnte. Der Journalismus bearbeitet hier gemäß seinem eigenen Code diese Fragestellung in Weblogs. Damit wird es jedoch nicht zu einer Frage, mit der sich die meisten Blogger auseinandersetzen (müssten).
Ich denke nicht, daß sich das Potential von Weblogs auf journalistische Bereiche beschränken wird. Wir lernen mit und kommunizieren tagtäglich über Weblogs, und das ist in meinen Augen erst einmal keine journalistische Diskussion, wieso sollte es auch?
Das heisst nicht, daß Weblogs keinen Einfluß auf den Journalisus hätten. Ich glaube nur nicht, daß er für die meisten Blogger eine sonderlich zentrale Frage ist. Aber ich schweife ab.

http://www.heise.de/tp/r4/a...
Herr Haltungsturner, wie darf man Ihren Kommentar verstehen? Treten Sie dort persönlich als Referent auf?
Dass das Themenspektrum der deutschsprachigen Blogosphäre nicht gerade breit ist, denke ich auch im Ernst, aber das kann sich ja noch ändern. Wenn nicht, stört das auch nicht weiter, wenn man Englisch kann.
Der Punkt ist, dass es keine wirkliche objektive Berichterstattung gibt. Es gibt Massenereignisse, die scheinbar irgendwo passieren, aber wenn ich z.B. meine Welt betrachte, gibt es darin keinen Krieg etc. Es sind immer die Erfahrungen Anderer, die mich nur tangieren, wenn ich mich auf die gleiche Linie bringe oder bringen will. Zudem filtern die Journalisten die Informationen durch ihre eigenen Überzeugungen, was sie nicht vermeiden können.
Die Weblogs haben nicht diesen allumfassenden Anspruch auf "objektive" Information. Sie berichten viel von eigenen Erfahrungen, Wünschen, Neigungen und Philosophien. Das macht sie attraktiv. Es ist eben ein individueller Ausdruck und ich denke, dass das Individuum mehr und mehr an Selbstbestimmtheit und Macht zulassen wird. Weblogs sind sozusagen die Vorboten.
Vielleicht erscheint meine Aussage manchem "pauschal"... Ich selber halte ein Leben, das sich an Statistiken und Meinungen Anderer (z.B. Journalisten) orientiert, für ... uninteressant. Medien und Weblogs sind einfach nur Unterhaltung und man kann sich herauspicken was man will. Im günstigsten Fall amüsiert man sich oder hat ein Aha-Erlebnis. Mehr Bedeutung haben sie nicht....
Ich mag es nicht mehr hören, daß den vielen redlich und für mäßigen Lohn arbeitenden Redakteuren und Journalisten hierzulande immer wieder unterstellt wird, sie wollten die "Welt verbessern", die "Leute manipulieren","Meinungen unterdrücken" etc.