Plädoyer für ungekürzte RSS-Feeds

13. Januar 2005 - 22:42 Uhr - Moe
Jeena Paradies hat ein Plädoyer für ungekürzte RSS-Feeds veröffentlicht, und dem kann ich mich nur anschliessen. Siehe dazu auch die Diskussion bei einfach-persoenlich.de.
Ich für meinen Teil lese jedenfalls (fast) keine gekürzten Feeds, weil ich damit einfach nicht viel anfangen kann. Das ist natürlich Geschmackssache, aber letztendlich lässt man den LeserInnen nur dann die Wahl, dies selbst zu entscheiden, wenn man einen Volltext-Feed anbietet.
Denn einen gekürzten Feed kann man entweder ganz einfach parallel dazu anbieten, oder wer einen braucht kann sich diesen auch selbst "herstellen", zum Beispiel bei FeedBurner.com mit der Option "Summary Burner" unter "Additional Services".
Andersrum wirds da eher schwierig: Wer nur einen gekürzten Feed anbietet, hat sich mehr oder minder schon dazu entschieden, die Lesemöglichkeiten "künstlich" einzuschränken.
Ein Argument welches gegen Volltext-Feeds immer wieder mal genannt wird, ist die Befürchtung, daß ein solcher Feed sehr einfach auf fremden Websites syndiziert werden kann, auch wenn man das gar nicht will. Das ist zwar schon ein gewisses "Risiko". Aber ich wüsste nicht wieso ich deswegen hunderten von anderen LeserInnen einen Volltext-Feed vorenthalten sollte, nur weil vielleicht irgendwann einmal ein oder zwei Leute damit Schindluder treiben könnten.

19 Kommentare:

  1. schneyra schrieb:
    Volle Zustimmung bekommst du da auf jeden Fall von mir! Der einzige nicht-Fullfeed, den ich hab, ist der von MacTechnews... aber auch nur, um nicht immer auf der Seite vorbeigucken zu müssen.
    # 13. Januar 2005 - 22:49 Uhr
  2. don schrieb:
    mein feed ist auch volltext, die gründe sind ja klar. ein gekürzter hat halt für manche leute den vorteil, dass man auf die art seine leserzahl besser einschätzen kann. die wird dann zwar geringer sein als mit volltext, aber man kann nicht alles haben. ;)
    # 13. Januar 2005 - 22:54 Uhr
  3. Konstantin schrieb:
    Das Auge liest mit. Will sagen, das Auge (und damit das Unterbewusstsein) bemerkt die Umgebung des Lesens genauso wie die Umgebung z. B. beim Essen. News feeds geben lediglich die reine Information wieder, aber nicht das layout. Jeder Blogautor, der Spass am layout hat, wird bestaetigen, dass die Information haeufig durch die Umgebung erst die beabsichtigte Staerke bekommt. Und deswegen sollten feeds lediglich gekuerzt sein. So denke ich.
    # 13. Januar 2005 - 22:57 Uhr
  4. René schrieb:
    Ich schließe mich an ;)
    # 13. Januar 2005 - 23:08 Uhr
  5. tom schrieb:
    @Konstantin
    Absolut Richtig - ohne die Möglichkeit sein Blog zu layouten (und damit zu prägen und den Inhalt zu stärken), hätten sich meiner Meinung nach Blogs nicht durchgesetzt. Meine Frau sagt: Das ist wie eine Handtasche, nur weil in eine Plastiktüte auch alles rein geht, benutze ich doch lieber meine Tasche!

    Für mich ist das gar kein Widerspruch! Ich besuche Blogs viel lieber über meine Bloggroll und meinen Browser – Fachbloggs (ohne Layout) lese ich hingegen im Feedreader!

    @all
    Ich bin absolut für einen Full-Feed – Das Layout sehe ich mir gerne Freiwillig(!) an.
    # 14. Januar 2005 - 00:08 Uhr
  6. Moe schrieb:
    Konstantin, damit nimmst Du den Usern quasi ab, selbst zu entscheiden ob sie Deine Einschätzung teilen.
    # 14. Januar 2005 - 01:25 Uhr
  7. kellerkind schrieb:
    mal ne ganz generelle frage (soll keine provokation sein): warum benutzen leute überhaupt nen feedreader? ich persönlich habe es mehrfach versucht, fand es aber irgendwie immer unattraktiv. es gibt ja auch andere alternativen z.b. surfen mit tabs, live-bookmarks etc. würde mich mal interessieren, warum man sich dafür entschiedet, was die vorteile für die leute sind etc.
    # 14. Januar 2005 - 09:12 Uhr
  8. jan schrieb:
    Kellerkind,
    Prinzipiell ist ein Feedreader auch nur ein Browser. Feedreader sind übersichtlicher, schlanker und können archivieren. Zumindest sind das für mich die wichtigsten Eigenschaften. Ich habe rund 50 Feeds aboniert und die möchte ich wirklich nicht im "normalen" Browser lesen.

    Vielleicht kann mir noch jemand der anderen erklären, warum gekürzte Feeds mich krampfhaft auf eine Seite mit Layout ziehen sollen. Haltet ihr mich für zu dumm zu entscheiden, ob ich mit oder ohne Layout lesen will? Oder bin ich zu dumm zum Lesen und brauche Bildchen?
    # 14. Januar 2005 - 09:51 Uhr
  9. torsten schrieb:
    ein nachteil von ungekürzten feeds ist natürlich dass man sich die googleads und sonstigen werbekram nicht mehr ansehen kann...
    # 14. Januar 2005 - 12:55 Uhr
  10. René schrieb:
    Ich habe lange Zeit auch keinen Feedreader benutzt, weil ich die Bedienung der Dinger einfach zu umständlich fand. Aber dann stieß ich auf Newsfire und seitdem läuft das Ding bei mir Tag und Nacht. Es ist genial.
    # 14. Januar 2005 - 13:18 Uhr
  11. kellerkind schrieb:
    hm. also, zu zeiten, als noch alle mit nem 56k-modem oder was-weiß-ich durch die gegend geiert sind, hätte ich mir das ja noch erklären können. schnell runterladen, verbindung kappen und gut. aber die meisten sind doch mittlerweile mit flatrate unterwegs, deshalb verstehe ich den unterschied nicht so ganz, ob man, sagen wir mal, einfach seine gesamten tabs öffnen lässt und die dann wegklickt oder eben nen reader nimmt. die werbung ist natürlich ein guter punkt...
    # 14. Januar 2005 - 13:59 Uhr
  12. jan schrieb:
    Um wieder auf meine 50 Feeds zu kommen:
    Im Reader sehe ich bei jedem Feed erst einmal die Überschriften. Ein Klick und ich habe den Text ohne Layoutelemente. Wenn du 50 Webseiten ansurfen und das Material sichten willst, hast du einfach zu viel Zeit.
    # 14. Januar 2005 - 15:36 Uhr
  13. kellerkind schrieb:
    jan: keine ahnung, ich denk ja, das mit den tabs geht relativ schnell (für mich). ich bin mir gar nicht sicher, ob ich nen feed schneller scannen würde *denk* und zu viel zeit... weiß nicht. ich habe vielleicht auch weniger das bedürfnis schnell informationen zu scannen. ein buch les ich ja auch nicht nach geschwindigkeitaspekten. ich will hier auch nicht groß gegen feedreader meckern, gar nicht. mich interessieren nur unterschiedliche nutzungsweisen.
    # 14. Januar 2005 - 20:13 Uhr
  14. alp schrieb:
    @Konstantin: Ja, das Auge liest mit. Nur, bei 200 Feeds wechselt die Umgebung, in denen die Infohäppchen liegen, zu oft, so dass ich Magenverstimmungen kriegen könnte. Die Vereinheitlichung der Präsentation ist ein *Vorteil* von RSS-Readern.
    # 14. Januar 2005 - 20:15 Uhr
  15. Wolfgang Sommergut schrieb:
    Wenn man bestimmte journalistische Standards einhält (aussagekräftige Überschriften, die wichtigsten Aspekte am Anfang des Textes), dann reicht mir ein Teaser, um zu entscheiden, ob ich ein Posting lesen will. Und das mache ich dann bevorzugt auf der Site und nicht im RSS-Reader. Leider haben viele Blog-Einträge kryptische bzw. nichtssagende Titel und kommen zu spät zur Sache. Da bin ich als Leser ohnehin nach 10 Sekunden weg, egal ob der Feed vollständig ist oder nicht.
    # 14. Januar 2005 - 21:39 Uhr
  16. jan schrieb:
    Kellerkind, irgendwie scheint es, dass du dir noch nie einen RSS-Reader angeschaut hast. Solltest du dringend nachholen.
    Ich habe hier ein dreigeteiltes Fenster: Links sind alle Feeds gelistet, rechts oben die Überschriften und rechts unten die (hoffentlich) ungekürzten Artikel. Das bietet mir kein normaler Browser.
    Benutzt du eigentlich einen Mailclient oder liest du alles über Webinterface?
    # 15. Januar 2005 - 18:42 Uhr
  17. kellerkind schrieb:
    jan: ich habe eine zeitlang feedreader verwendet (ca. 3 wochen). im moment habe ich unter firefox sage als extension laufen, aber das ergebnis ist so ziemlich das selbe: ich benutze es kaum.

    warum ist es für einige leute so schwer zu akzeptieren, dass es unterschiedliche technik-nutzertypen gibt?
    # 15. Januar 2005 - 19:49 Uhr
  18. beberlei schrieb:
    habe auch schon RSS clients probiert und mir persönlich nutzen die nichts. ich mags lieber klassisch!
    # 15. Januar 2005 - 20:00 Uhr
  19. banane schrieb:
    ich benutze feedreader auch kaum bis gar nicht.
    allerdings mit einer einschränkung:
    als ich damals noch in der weiterbildung und später am arbeitsplatz, habe ich die feedreader häufig genutzt.
    meist aber auch nur um mir einen kurzen überblick zu verschaffen.
    ansonsten bevorzuge ich es die seiten direkt aufzurufen und mir das alles im kontext der seite anzusehen.
    und soviele blogs sind es ja nicht, die ich wirklich täglich ansurfe.
    # 15. Januar 2005 - 22:34 Uhr

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