Weblogs: Weder Journalismus noch Tagebücher?

29. September 2004 - 20:48 Uhr - Moe
Thomas Burg schreibt in Bezug auf David Weinberger, der sich wiederum auf einen ziemlich interessanten Artikel in der New York Times ("Fear and Laptops on the Campaign Trail") bezieht: Weblogs are not about replacing journalists/media. They are maybe not even about challenging them or improving their professional conduct. The article David quotes is on blog-celebrities, their daily live, and sources of income all presented like an ethnographic study. Good stuff to read but as David is underlining: the power of weblogs is not at this fraction it's where the readership is low and the fascination is high.
Of course it seems more attractive to media to go and research where they [the bloggers? -Anm. von Moe] recognize (and project) themselves as free and passionate writers that have even a bigger audience than some massmedia outlets. It's like the dream that they dreamed before entering the business.
Die Medienwahrnehmung liegt demzufolge also auf den vielverlinkten Blogs, während doch die Innovation von der Peripherie her zu erwarten ist. Die spannenden Sachen stehen oft genug in den Blogs, die nur wenige kennen oder lesen.
Die Vorstellung, daß nun jemand weil er ein Weblog liest weniger andere Medien wahrnimmt, erscheint mir irgendwie absurd. Diese Einschätzung scheint sich öfters durch Artikel von Journalisten zum Thema Weblogs zu ziehen. Ich frage mich, woran das liegt. Vielleicht können Sie Weblogs vs Medien wirklich nur als entgegengesetzte Pole begreifen. Die einen sagen, Journalisten seien Blogger und differenzieren überhaupt nicht mehr, die andren, daß sich Journalismus und bloggen unvereinbar gegenüber ständen. Wieso eigentlich? Hierzu schrieb Danah Boyd einmal bei Many-to-Many: As i've written before, blogging is rhetorically situated between journalism and diarying. Most often, people label blogging as one or the other in order to degrade it. (s. auch "Rebecca Blood über Weblogs & Verantwortung). Und sie kommen dann aufgrund einiger weniger Blogs, welche bekannter sind als andre, zu den merkwürdigsten Schlüssen: Daß viel verlinkte Blogs mehr Meinungsmacht als andere hätten, daß sie Leser von Traditionsmedien abziehen würden, oder etwa, daß Bloggen nur für einige wenige Blogs funktionieren würde die dann eben besonders viel verlinkt werden und alle andren das nachsehen hätten. Irgendwie verstehe ich das nicht.

1 Kommentar:

  1. Genz schrieb:
    Muss man dass den überhaupt verstehen? Muss man das denn bis ins letzte analysieren? Dass es ausreichend Wissenschaftler gibt, die etwas wie blogs als Anlass nehmen zu publizieren oder sich sonst vielleicht sogar ganz sinnvolle Gedanken drüber zu machen, ist ja klar. Aber meines Erachtens ist das eine für den Einzelnen relativ müßige Fragestellung, die den Blick auf das ob verstellt, indem es das warum zu sehr in den Vordergrund rückt.
    # 30. September 2004 - 10:59 Uhr

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