"News": Weblogs in der Zeitung

15. September 2004 - 13:05 Uhr - Moe
News ist der Name einer gestern in Frankfurt gestarteten Tabloid-Zeitung. In dieser wird es zunächst täglich eine Blogschau geben, welche kurze Zitate aus Weblogs zu ausgewählten Themen präsentiert, die man anschliessend in einem Weblog nachlesen kann. Alles in allem ist es einfach mal ein Versuch Weblogs und Printnachrichten zu verbinden.
Wie ich sehe wird das Thema in manchen Weblogs bereits rege diskutiert - teils erstaunt mich das in seinem Umfang, teilweise nicht da in manchem Fall sowohl die Form wie auch die Argumentation mehr als absehbar waren. Dort ist dann eine sachliche Diskussion weder möglich noch erwünscht.
Deswegen nehme ich mir hier mal die Zeit, allen anderen kurz meine Sicht der Dinge darzustellen. Ich weiss zwar nicht ob ich das muss oder soll (es ist ja nicht so dass irgendjemand mich gefragt hätte), aber das hier ist nun meine subjektive Meinung dazu.

Nico Wilfer hatte mir vor ein paar Wochen von diesem Projekt erzählt und mich gefragt ob ich Lust habe mitzumachen. Naürlich hat Nico dabei sein Projekt myblog.de im Rücken, welches unheimlich vielen Leuten eine eigene Stimme im Web bietet, und darum geht's (mir) beim Bloggen letzten Endes ja auch.
Ich habe zunächst gezögert da ich einer kommerziellen Verwendung von Weblog-Content grundsätzlich skeptisch gegenüber stehe. Letztendlich hat man in so einer Situation das Problem, daß man schlecht entscheiden kann wo eine kommerzielle Verwendung beginnt, was zulässig ist und was nicht, und ob alle Blogger das nun gut finden oder nicht. Man kann jetzt natürlich einfach eine der beiden Positionen vereinnahmen und glauben man spräche hier nun für alle Blogger und ein Zitat von wenigen hundert Zeichen sei Diebstahl. Das ist natürlich ebenso unkonstruktiv wie anmassend. Da die Weblogs sehr kurz zu einem Thema zitiert werden (1-3 Sätze) und die Quellen angegeben werden sah ich hierbei kein Problem. Ungefähr so wie nur wenige Blogger ein Problem darin sehen, ein kurzes Zitat aus den Internetseiten einer Zeitschrift in ihr Weblog zu kopieren, auch wenn der Verlag irgendwo angibt dass der Nachdruck, auch auszugsweise und/oder in elektronischen Medien, der Genehmigung bedarf. Aber das geht in eine andere Richtung, also zurück zum Thema: Mein Eindruck war, daß es eine gute Chance ist hier Weblogs in die Zeitung zu bringen und somit die Themen nicht mehr auf das eine oder andere Format zu beschränken. Ich denke es ist eine gute Gelegenheit, Weblogs und Blogger mehr in Diskurse über gesellschaftliche Themen einzubringen. Und wenn der eine oder andere News-Leser sich da durchklickt und vielleicht einige Weblogs kennen und schätzen lernt so denke ich das wäre eine prima Sache.
An der Art und Weise wie zitiert wird kann ich nichts problematisches erkennen was die Länge des Zitats sowie die Angabe der Quelle angeht. Natürlich bin ich kein Jurist und auch kein Journalist (beides habe ich auch nie behauptet), dazu gibt es ja die Redaktion.
Im Falle der Weblogs welche eine Creative Commons Lizenz beinhalten war ich der Ansicht, die Lizenzen können eine Weiterverwendung der geschützten Dokumente gegenüber dem Normalfall in dem keine Lizenz angegeben ist nur explizit erweitern, aber nicht einschränken. Will sagen, den Schutz vor einem Plagiat oder eines unerlaubten Abdrucks hat man doch immer, selbst wenn man überhaupt keine Lizenz angibt. Die Non-Commercial Lizenz sagt aus, dass man etwas explizit und ungeachtet der üblichen Regeln weitergeben darf solange das unkommerziell bleibt, richtig? Daraus ging für mich nicht hervor, dass ein reguläres Zitat (und nicht etwa ein Vollabdruck), welches ja sonst nicht verboten ist, hierdurch nicht mehr gebracht werden darf. Das ist aber zunächst auch nur meine Meiung als Laie. Ich denke daß man diese Frage auf einem vernünftigen Wege klären kann und wird.

Grundsätzlich haben Weblogs für mich etwas mit Durchlässigkeit und Offenheit zu tun. Genauso wie sie durchlässig gegenüber anderen Medienformen sind welche sie zitieren, verarbeiten und kommentieren. Ich denke diese Durchlässigkeit gilt es zu fördern, damit Weblogs eine informationsdemokratische Plattform sind und bleiben. Auch und gerade wenn manche wieder und wieder gezielt versuchen, das Niveau von Diskussionen in der Blogosphäre ins Bodenlose absinken zu lassen. Die Art und Weise wie an manchen Orten nicht die Frage nach der Beurteilung der Blogschau oder von Zitaten generell, sondern nach Lyssas, Nicos und meiner Person gestellt - und beantwortet - wird lässt jegliche Gürtellinie und jeglichen Respekt vermissen. Also ich meine jetzt mal so von Mensch zu Mensch, völlig egal ob man sich gegenseitig schätzt oder nicht. Ansonsten unterhalten sich noch sonstwo eine Menge Leute mit denen ich nichts zu tun habe und die mich sonst auch mit dem Arsch nicht ansehen über meine "credibility" oder warum ich ein neoliberaler Schuft sei. Interessant. Wenn man gerade aber sonst auch wirklich so gar nix zu tun hat.

Naja, zum Glück wird das Thema anderswo ein wenig sachlicher angegangen.

Meine Absicht ist es jedenfalls sicher nicht, hier irgendwen durch ein Zitat in der News zu dissen, ganz im Gegenteil. Als ich mich so durch die Weblogs gewühlt habe habe ich zwar festgestellt dass unheimlich viele Leute einfach nur immer Spiegel, Telepolis und FAZ kopieren und die Abschnitte - oft unkommentiert - in ihr Blog stellen. Andererseits war ich aber auch positiv überrascht wieviele Meinungen, wieviel lustiges, ernstes, nachdenliches... man in manchen Blogs findet von denen man vorher überhaupt nichts mitbekommen hat. Einfach nur weil sie nicht über das Bloggen an sich bloggen und nicht die üblichen Verdächtigen in ihrer Blogroll haben. Ich möchte, dass diese öffentlichen Meinungen auch gehört werden können. Ob das so falsch ist weiss ich nicht.

Update: Nico Wilfer äussert sich auch zum Thema:
Zur aktuellen Debatte um die NEWS-"Blogschau".

43 Kommentare:

  1. Joern schrieb:
    Moe Du machst das schon richtig, denn in dieser Pseudo-Debatte ist mehr Neid im Spiel als man von angeblich aufgeklärten Bloggern erwarten sollte.
    # 15. September 2004 - 13:14 Uhr
  2. Sascha Carlin schrieb:
    Ich verstehe die Diskussion auch nicht wirklich. Wie habe ich neulich gelesen (und leider vergessen, wo), Blogger seien Linknutten. Ich glaub, Nico Lumma wars. Egal. Jedenfalls sollten sich die Leute doch freuen, wenn sie gelinkt werden. Wo ist das Problem? Im Prinzip ist doch sowieso jeder Blog ein Metablog, denn hin und wieder baut man auf 'fremden' Content oder Ideen auf. Nur weil da jetzt Handelsblatt draufsteht, solls böse sein? Quatsch mit Soße. Davon abgesehen hoffe ich lediglich, das die Autoren sich nicht unter Preis verkaufen.
    # 15. September 2004 - 13:21 Uhr
  3. ixy schrieb:
    Als ich auf diese Diskussion gestossen bin, habe ich mir erst einmal diese Seite der "News" angesehen.
    So eine riesen Aufregung wegen der paar Zitate halte ich für übertrieben.
    Aber manche können wohl nicht anders...

    Solange mich einer zitiert und eine Quellenangabe dahintersetzt, habe ich nichts dagegen.
    Contentklau ist was ganz anderes.
    # 15. September 2004 - 13:29 Uhr
  4. Huflaikhan schrieb:
    Dem schließe ich mich an. Viel Lärm um Nichts. Das hat auch nichts mit Gegenaufrechnen - wer zitiert wen - zu tun. Was mir freilich auf den Keks geht, das ist die Verschiebung in rechtliche Fragstellungen. Darf man, darf man nicht? Wann ist ein Zitat ein Zitat, wessen Gefühle werden verletzt? Usw. Wer nicht will, dass seine Texte gelesen werden, der kann ja geschlossene Benutzergruppen einrichten und wer nicht will, dass über ihn (seine Texte) berichtet wird, der sollte die Öffentlichkeit einfach besser meiden. Niemand zwingt jemanden zur Veröffentlichung.

    Dass ausgerechnet jetzt Creative-Commons-Lizenzen so rigide ins Feld geführt werden ("hey, kommerzielle Nutzung ist doch nicht erlaubt") widerspricht der Idee (mindestens meiner) einer gemeischaftlichen Öffentlichkeit.

    Was Moe hier macht, ist doch nicht mehr oder weniger als eine Art Presseschau, was ist daran denn schlimm? Ich kann das nicht sehen.
    # 15. September 2004 - 13:30 Uhr
  5. Arne Trautmann schrieb:
    Hmhm, als Betroffener darf ich sagen: ich habe heute an mir hoch und runter geschaut, Arme sind noch dran, Beine auch, auf dem Blog war viel Traffic. Ich fühle mich nicht sonderlich geschädigt ;-)
    # 15. September 2004 - 13:45 Uhr
  6. Max schrieb:
    Interessant dürfte die Frage sein, ob der Herr Mosel auch zukünftig dürch andere Blogs trollt und in den Kommentaren jedem, der sich durch Google-Ads ein paar Cent dazu verdient, ein "Kommerz ist böse!" entgegen brüllt.
    # 15. September 2004 - 13:50 Uhr
  7. kiesow schrieb:
    ich habe die gesamte diskussion zwar nur überflogen, da ich sie - wie so ziemlich jede diskussion im bloggerland - als völlig überflüssig betrachte, aber ich finde es schon ziemlich befremdlich, wenn gerade blogger sich über copyright aufregen.
    moe hat das ja kurz angesprochen. da werden aus zeitungen und von anderen webseiten nicht einfach nur - rechtliche einwandfreie - zitate übernommen, sondern ganze absätze, manchmal vollständige artikel und vor allem auch lauter bilder und grafiken übernommen. da heult keiner rum.
    ich möchte wetten, das sich die wenigsten leuten überhaupt einmal angeschaut haben, wie denn die blogs in der NEWS zitiert werden. und soweit meine juristischen kenntnisse reichen, ist auch das zitieren von blogs, die unter der CC-lizenz stehen, völlig legitim. unter kommerzieller nutzung werden nicht zitate verstanden. aber egal, hauptsache einfach mal rumheulen.

    der neidaspekt dürfte in dieser diskussion der einzige existente punkt sein. wenngleich es natürlich tatsächlich etwas ungeschickt ist, das moe sonst immer gegen jegliche kommerzielle tendenzen kämpft.

    bei manchen leuten hat man das gefühl, wenn sie sonst nichts zu bloggen haben, müssen sie irgendwie einen skandal konstruieren. das ist einfach nur arm. aber wenigstens sind es immer wieder die gleichen verdächtigen. so wie es in foren und im usenet trolle gibt, gibt es die halt auch im bloggerland. dummerweise springen da noch immer genug drauf an.
    # 15. September 2004 - 14:08 Uhr
  8. Mike schrieb:
    Max, Du scheinst zu vergessen, dass es da immer noch einen grossen Unterschied gibt, den Moe wohlgemerkt auch immer betont hat:
    Wenn jemand auf sein Blog, also auf sein Organ der Meinungsäußerung, einen Werbebanner setzt, dann ist das was ganz anderes als wenn jemand irgendwo 'angestellt' ist und fuer seinen 'Arbeitgeber' bloggt (vereinfacht ausgedrückt).
    # 15. September 2004 - 14:10 Uhr
  9. leteil schrieb:
    ich finde den hinweis auf das niveau und das unakzeptable abrutschen der argumentation bis hin auf die persönliche ebene richtig und berechtigt. die sache als solche erscheint mir zunächst eher interessant als anrüchig - mal sehen, wo man jetzt ja so sehr gewarnt wurde ... ;-)
    # 15. September 2004 - 14:23 Uhr
  10. Tom schrieb:
    Man kann sich aber die Arbeitgeber aussuchen. Wer öffentlich gegen die Ökonomisierung der Gesellschaft mit Billig-Jobs und Studiengebühren zu Felde zieht, der muss ja nicht selber unbedingt in einem Unternehmen anfangen, das eine adäquate Bezahlung nur für den Herausgeber vorsieht. Ich denke, die scharfe, oft überzogene Reaktion erklärt sich auch aus dem Medium. Dasselbe für die FR, Sueddeutsche oder FAZ hätte weniger Wellen geschlagen
    # 15. September 2004 - 14:25 Uhr
  11. Irene schrieb:
    Die Diskussion dreht sich zu sehr im Kreis um die Moral in Blogsdorf. Um mal etwas weiter auszuholen (nicht mehr ganz neu, aber im Wesentlichen noch aktuell):
    http://www.igmedien.de/publ...
    Stichworte: Zweitverwertung, Urheberrechte, Pressespiegel...
    # 15. September 2004 - 14:29 Uhr
  12. sonrisa schrieb:
    Die Sachfrage, welche Rechte habe ich hinsichtlich meines Contents und wieso wird man weder gefragt noch unterrichtet, dass ein kommerzieles Medium sich diesen Contant (wie auch immer) aneignet, finde ich sehr interessant. Und hier kann ich auch die auf Blogbar gestellten Fragen zu nachvollziehen und denke, dass man ihnen das Recht nicht mit einem "ach iss doch egal" bestreiten kann. Die Versuche die Fragen auf eine Ebene zu zerren, die persönlich verletzend wird, kann ich dagegen nicht nachvollziehen.
    # 15. September 2004 - 14:39 Uhr
  13. Moe schrieb:
    Wir überlegen uns eine Vorgehensweise um die zitierten Blogger zukünftig vorab zu unterrichten.
    # 15. September 2004 - 14:50 Uhr
  14. Max schrieb:
    @ Tom: Genau darum geht es. Wer die moralische Messlatte in aller Öffentlichkeit sehr hoch hängt, muss sich eben selbst an dieser messen lassen. Aber wie sagte chon Brecht: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral."

    Persönlich habe ich mit der Zitiererei in dem Blättchen keine Probleme. Dass aber ausgerechnet Mr. Anti-Neoliberal diesen Job für ein neoliberales Verlagshaus macht, gibt zu denken.
    # 15. September 2004 - 14:57 Uhr
  15. Moe schrieb:
    Die Blogosphäre is alles in allem (noch?) alles andere als neoliberal. Also ist es doch toll, wenn Blogs in einem Blatt von dem Du sagst es sei neoliberal gefeatured werden und revolutionäre Meinungen transportieren. 8-)
    Lustig finde ich auch: Die einen regen sich also auf dass man da überhaupt was verdient, wie kann man nur. Die anderen regen sich auf, dass man Lohndumping unterstütze und *zu wenig* verdiene. Ja nee iss klar.
    Den Zusammenhang zu Werbebannern oder Überwachungskameras oder keine Ahnung was sehe ich immer noch nicht. Ich kann an diese Stelle aber versichern, das PlasticThinking, PlasticWiki, Flash Gamez und das BildungsBlog auch in Zukunft werbefrei bleiben werden.
    Ich geh jetzt mal eine Cola trinken, das Imperialistengetränk iss einfach zu lecker (und für den Kommentar wurde ich natürlich auch bezahlt).
    Aber wer ist eigentlich Max? Wen ich mich recht erinnere jemand der hier immer nur dann vorbei kommt wenn er negative Kritik üben kann. Nicht, dass ich das nicht zu schätzen wüsste. ;-)
    # 15. September 2004 - 15:07 Uhr
  16. Leser schrieb:
    "Wir überlegen uns eine Vorgehensweise um die zitierten Blogger zukünftig vorab zu unterrichten."

    Und warum konnten diese Überlegungen nicht vorher angestellt werden?
    Das Brecht-Zitat trifft es bei Moe auf den Punkt. Es ist doch sehr armselig, wenn eine neue Tageszeitung auf so eine Art mindestens eine halbe Seite füllt. Nicths gegen Zitate und das zitieren in Zeitungen, hier wurde aber einfach nur "geklaut".
    # 15. September 2004 - 15:28 Uhr
  17. Mario Scheuermann schrieb:
    Persönlich hin oder CC-Lizens her. Weblogs sind öffentlich zugängliche Medien und keine Tagebücher in der Nachttischschublade und daher sind sie für eine solche Seite wie die von NEWS zitierbar. Die Autoren davon zu benachrichtigen ist eher eine Frage der Höflichkeit als des Rechts.
    # 15. September 2004 - 15:32 Uhr
  18. Moe schrieb:
    @Leser: Soweit mir bekannt ist hat bislang niemand der Zitierten eine Anzeige wegen Diebstahls eingereicht.

    Zu dem Zitat kann ich nur sagen: Dass es Leuten mit denen ich in keinerlei besonderer Beziehung stehe möglich ist nicht nur meine politischen Ansichten sondern auch mein Wesen und meine Person aus der Gesamtheit meines Weblogs herauszulesen finde ich beachtlich.
    Umso beachtlicher finde ich es, dass es anscheinend auch möglich ist, dieses Bild aufgrund eines einzelnen Vorgangs um 180 Grad zu wenden. Erst belächeln manche "Moe den paranoiden Kommunisten", nun heisst es "Moe der neoliberale Sellout".

    Ansonsten habe ich nicht den Eindruck dass wir hier zu einer konstruktiven Diskussion kommen, bedanke mich aber bei allen die hier positive wie negative Kritik geübt haben.
    # 15. September 2004 - 15:41 Uhr
  19. rrho schrieb:
    ich finde die diskussion zwar ziemlich hysterisch, aber nur bedingt überraschend; zumindest, moe, hätte dir klar sein können, daß solche reaktionen möglich sind, daß manche leute empfindlich darauf reagieren, wenn blog-inhalte (ob ihre eigenen oder nicht) in einer zeitung für geld zu kaufen sind, die diese inhalte nicht wirklich bezahlt hat. und es hat halt ein geschmäckle, daß du wahrscheinlich (was im grunde völlig okay ist) für die arbeit des zusammenstellens bezahlt wirst.

    was die cc-lizenz angeht, bin ich mir keineswegs sicher, wie man damit umgehen sollte oder müßte bzw. wie weit die lizenz geht. zumindest finde ich die sache nicht so klar, wie es zunächst scheinen mag, wenn man sich auf die position "wir zitieren ja nur ein bißchen" zurückzieht. --- das eigentliche problem ist ja weniger, daß hier und jetzt ein paar zeilen zitiert werden, sondern mehr, ob das als präzedenzfall wahrgenommen wird.

    vorab mit den zitierten autor/inn/en zu sprechen (bzw. gesprochen zu haben), wäre aber sicher der einfachste weg (gewesen), dem ganzen schlamassel auszuweichen.
    # 15. September 2004 - 15:59 Uhr
  20. Tom schrieb:
    Bisher habe ich nicht gelesen, dass es jemand kritiert, dass die "Macher" für ihre blog-Zusammenstellung Geld bekommen. Eher die Kritik, dass es wohl zu wenig sein muss (siehe Rebellenmarkt oder ITW). Niemand vermag aus ein paar postings die Gesinnung herauszuorakeln, macht auch niemand. Es wird nur bemerkt, dass die Kritik an Billigjob (Hartz IV) nicht so recht mit den Lohndrücker-Methoden der "news" zusammenpasst. Trotzdem muss man es zu einem gewissen Grade akzeptieren, dass, wenn man in der (blog)-Öffentlichkeit steht, die Öffentlichkeit sich ein Bild von der Person formt. Ist ein wenig wie bei echten Promis. Bei A-Class-Promis wird die Latte auch höher gelegt, als bei C-Class-Dschungelcamp-Helden. Man kann nicht #1 der blogstats-Tabelle sein und gleichzeitig fordern, "bitte ignoriert mich". Veröffentlichte Meinung und blogs sind eben kein Lern-Experiment sondern harte Wirklichkeit.

    Nicht dass es falsch verstanden wird. Moe ist weder schuldig noch muss er sich für etwas entschuldigen. Wer mal sich ein wenig mit Medientheorie und Sozialpsychologie beschäftigt hat, für den kommen die Reaktionen nicht überraschend.
    # 15. September 2004 - 16:02 Uhr
  21. djo schrieb:
    Ich finde das Format ganz ok, schön handy :)
    Und wer nicht zitiert werden mag, muss ja nichts schreiben.
    Ich würde mir ein paar Exemplare dieser Zeitschrift schon durchlesen - aber ob ich mit den Infos konkret was anfangen kann? Die journalistische Ausbildung der verantwortlichen Redakteure muss sich erst noch zeigen. Zum Qualitätsjournalismus gehört etwas mehr als Copy&Paste...
    # 15. September 2004 - 16:16 Uhr
  22. djo schrieb:
    PS:
    Will meinen, dass der Zeitungsmarkt durch das TabloidFormat in Deutschland etwas in Schwung kommen könnte.
    Wer weiss: vielleicht kommen bald andere kleine News-Zeitschriften zu speziellen Themen. Erst der Springer-Verlag, jetzt die VHB im TF. Ein paar Studies, ein paar Paperboys - und schon ist die Berliner Handy-News unterwegs :)
    # 15. September 2004 - 16:20 Uhr
  23. Tom schrieb:
    Auf den Berliner Zeitungsmarkt wird sich keiner so schnell wagen. Da kann man sich nur eine blutige Nase holen.
    # 15. September 2004 - 16:35 Uhr
  24. djo schrieb:
    @Tom: Mag sicher sein. Wobei für non-commercial--Studie-Vereinsprojekte da sicher was drin wäre...

    Was anderes: Der "Launch" der News ist doch gelungen. Zur Zeit bezieht man die Blog-News eben aus 20six oder myblog. Diese Affiliates können doch nur davon prfitieren, wenn sich neue User aufgrund der Erwähnung in der News kommen. Die AGBs entsprechend geändert, dh. die Texte unter eine gefälligere Licence gestellt - oder speziell wie bei Stern-Short-News für die Publikation - und schon wären die Anfangsprobleme auch beseitigt. Aber diese Aufregung ist natürlich auch gute PR :)) Es gibt sicher genug Blogger, die ihre Menung gerne offline im Print lesen werden!
    # 15. September 2004 - 17:21 Uhr
  25. neuro schrieb:
    <i>Lustig finde ich auch: Die einen regen sich also auf dass man da überhaupt was verdient, wie kann man nur. Die anderen regen sich auf, dass man Lohndumping unterstütze und *zu wenig* verdiene. Ja nee iss klar.</i>

    :-)))

    seit wann sind die blogger bzw. die bloggerszenisten so publicityscheu
    # 15. September 2004 - 17:30 Uhr
  26. kettkar schrieb:
    @moe: vielleicht kaufst du dir von deinen 100 euro news-honorar (wenn's denn soviel im monat sind) mal ein paar kommas. würde die lesbarkeit erhöhen.
    # 15. September 2004 - 17:50 Uhr
  27. Mike schrieb:
    Ich hab mal irgendwo gelesen, dass Grossbuchstaben auch die Lesbarkeit erhoehen... ;-)
    # 15. September 2004 - 17:57 Uhr
  28. kettkar schrieb:
    @mike: sicher nicht bei mir.
    # 15. September 2004 - 18:02 Uhr
  29. daniel schrieb:
    Ich poste mal den Link zu meinem Kommentar:
    http://www.mywebwork.de/fie...
    # 15. September 2004 - 18:44 Uhr
  30. Kris schrieb:
    Wenn ich was schreibe und es zitiert wird, dann stehe ich dazu.

    Natürlich ist es wichtig, das die Zitate nicht zerrissen werden, da sie manchmal einen anderen Geschmack bekommen "siehe Köhlers Aussage".

    Werde mich mal nachher durch die Links wühlen...
    # 15. September 2004 - 19:00 Uhr
  31. kellerkind schrieb:
    ach wie schön, immer was los bei dem herrn mosel... ;-) mein senf: jaja, der mensch braucht geld, aber mussas wirklisch sein? ansonsten: (b)logger bleiben...
    # 15. September 2004 - 21:53 Uhr
  32. mutant schrieb:
    wenn mir mal einer zeigt, wie man auf papier einen link anklickt, dann wuerde ich auch verstehen, wieso diese zitiererei einer verlinkung gleichen soll.
    ansonsten ist so ein projekt doch kinderkacke, das geht eh schnell wieder ein.
    # 15. September 2004 - 21:54 Uhr
  33. kg schrieb:
    Wie ich schon in Netbib schrieb, kann ich die ganze Aufregung nicht nachvollziehen. Die Rechtslage spricht leider prima facie nicht für NEWS (§ 49, 51 UrhG), sehr wohl aber die "Branchenübung" der Blogosphäre, die, wie hier schon wiederholt zu lesen war, auch nicht gerade mit dem Urheberrechtsgesetz unter dem Arm rumläuft. D.h.: Oft bestehen Blogeinträge nur aus unkommentierten Zitaten anderer Medien (Print, Blogs), was urheberrechtlich auch nicht zulässig ist. Soweit Schranken des UrhG bestehen, werden diese von CC-Lizenzen nicht tangiert. Bei Non-commercial-Lizenzen wäre die Frage, ob die Blogschau als solche kommerziell ist. Das wird man wohl bejahen dürfen.

    Ich finde, Blogger sollten gegen den Urheberrechtswahn ankämpfen und auf <b>http://www.urheberrechtsbue... unterschreiben und das UrhG nicht instrumentell genau dann einsetzen, wenn es ihnen passt.
    # 16. September 2004 - 01:39 Uhr
  34. Klaus Eck schrieb:
    Eigentlich kannst Du, Moe, froh darüber sein, die bislang vermutlich größte deutsche Blog-Diskussion ins Leben gerufen zu haben. Oder hat es jemals mehr Trackbacks zu einem Thema in der deutschen Blgosphere gegeben? Von ein paar Trollen würde ich mich jedenfalls nicht einschüchtern lassen. Gegen eine Mehrfachverwertung bzw. das Zitieren von Weblogs ist nun wirklich nichts einzuwänden....
    # 16. September 2004 - 02:08 Uhr
  35. Klaus Eck schrieb:
    Was macht eigentlich der Spiegel, die Zeit oder die Wirtschaftswoche anderes, wenn sie ihre "Zitate der Woche präsentieren... Sie sind dann auch nicht unbedingt in einem Zusammenhang eingebettet.
    # 16. September 2004 - 02:10 Uhr
  36. Thomas schrieb:
    Hehe die Zeitungen haben jetzt alle so was wie ein Blog (oder so), damit sie modern rüberkommen... und jetzt kommt Moe und macht das ganz eben nur in die andere Richtung. Wie geil ist das denn... es scheint schon fast ein Schritt in die "falsche" Richtung zu sein - oder? Na ja es scheint ja aber wohl so zu sein, dass er mal wieder an vorderster Front mit dabei ist und das ist es doch was zählt!
    # 16. September 2004 - 02:40 Uhr
  37. WAS schrieb:
    Jenny Beyer schreibt klein:
    Sonja fragt sich,
    Lila fragt sich
    „sehpferd“ meint,
    Christian Spliess zitiert Gerd Dembowski

    Und stehen bei Spiegel, Zeit usw. auch so tolle AnfangsätZe? Nichtmakl daZu sind die Oberblogger fähig.
    # 16. September 2004 - 12:04 Uhr
  38. der Haltungsturner schrieb:
    Bedenklich scheint mir vor allem, dass da der eine oder andere, der es besser wissen müsste (Alphonso als Journalist beispielsweise), so rumschreien. Eine CC-Lizenz kan nienich das zitieren regeln. Wer bloggt, ist doch sicher in irgendeiner Form nah am Narzismus. Und wer anonym bloggt (oder halbanonym, so wie ich ja auch), wird dann auch anonym zitiert.

    Moe, lass das mit dem Fragen vorher bloss. Dann kommt nachher so ein Schwachsinn raus wie bei Politikerinterviews, die im Nachhinein wild rumredigieren. Wenn ich öffentlich schreibe, MUSS ich Zitate ertragen - wo und von wem auch immer. Da kann ich gar nicht gefragt werden. Und Trackback machst du wahrscheinlich ggf. das sollte doch wirklich reichen.

    Zum Neoliberalismus-Vorwurf: Nicht richtig, nicht falsch, sondern Bullshit. News und seine Macher sind nicht mein Fall und ich mag Tabloids nicht - aber was immer der eine oder die andere neoliberal schimpfen mag: Schlicht mit Zeitungen Geld verdienen zu wollen, kann ja nicht verwerflich sein.

    Ich finds gut, dass Blogs zitiert werden. Ich fänds besser, wenn mich die Meinungen, die zitiert werden, interessieren würden. Aber ich bin ja auch nicht die Zielgruppe von NEWS...
    # 16. September 2004 - 12:25 Uhr
  39. Abbieger schrieb:
    Zu Klaus Eck: Wenn der Spiegel, die Zeit oder die Wirtschaftswoche ihre 'Zitate der Woche' präsentieren, dann stammen die Zitate von Politikern, die sie in öffentlichen Reden gehalten haben, also mit ihrer Zustimmung, damit zitiert zu werden. Wer auf einer Homepage seine Gedanken schreibt, hat damit noch nicht seine Zustimmung gegeben, zitiert zu werden.
    # 16. September 2004 - 13:01 Uhr
  40. der Haltungsturner schrieb:
    @ Abbieger:
    Warum schreibt er dann?
    # 16. September 2004 - 15:04 Uhr
  41. so-zi-al schrieb:
    @Abbieger: Das glaub ich dann doch nicht :-)

    @ Klaus Eck: Aber guter Einwand, muss ich schon sagen! Ich würde meinen, dass der Unterschied darin liegt, dass diese Zitate eben Zitate sind bis hin zu Aphorismen. NEWS aber bringt Anthologien, Zusammenstellungen zwar nicht kompletter, so doch umfangreicher Textstellen. Und das in einem kommerziellen Kontext, den einige "zitierte" Weblog-Autoren durch die Creative Commons bewusst ausschließen wollten. Sie haben bestimmt nichts dagegen, wenn sie weiterhin zitiert werden!
    Manfred
    # 16. September 2004 - 21:16 Uhr
  42. asw schrieb:
    ich jedenfalls hab nichts gegen das zitiert-werden.
    # 17. September 2004 - 20:10 Uhr
  43. banane schrieb:
    lösung:
    nur unsinnigen müll schreiben.
    mach ich doch schon immer so, wer will da noch zitieren wollen ;-)
    # 18. September 2004 - 03:35 Uhr

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