Ich glaube es liegt weniger an der Arroganz des Lehrpesonals, dass Weblogs bis dato keinen oder nur geringen Eingang im Bildungsbereich gefunden haben. [...]
Ich sehe die Ursache für das geringe Interesse einerseits darin, dass Weblogs generell noch nicht ausreichend bekannt sind. Andererseits besteht das meiner Meinung nach größere Problem darin, dass Weblogs nicht das Potenzial haben, das ihnen von begeisterten Bloggern gerne zugeschrieben wird. BildungsBlog: Erfahrungsbericht Weblogs im Bildungsbereich.
Lernen mit Weblogs ohne Potential?
13. Mai 2004 - 12:23 Uhr - Moe8 Kommentare:
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Ich vermute das erstere. Sie sind nicht bekannt. Selbst in der Online-Branche nicht. Das erstaunt mich jedesmal.
wenn man weblogs auf das wesentliche reduziert, dann sind folgende punkte wichtig:
- leicht zu bedienen
- neue betraege leicht zu finden
- diskussion zu beitraegen
- schnelle auffindbarkeit von beitraegen
diese kriterien erfuellen auch bewährte technologien wie mailinglisten oder foren mehr oder weniger gut. wobei das mehr oder weniger nicht von der technologie, sondern von der jeweiligen implementierung abhaengt.
Begeisterte Blogger haben für _sich_ dieses Cluster und damit das Potential gefunden. Da das Niveau sehr unterschiedlich ist und die Anforderungen, ergibt sich daraus auch rasch ein sehr negatives Bild von Strickblogern und Katzencontent.
Ungeachtet bleibt, dass Gedanken gemeinsam entwicklet werden und nicht fertig sind. Der Fehler bleibt als Fehler stehen. "Was in Blogs steht, ist ungenau und Fehlerbehaftet." Punkt Ende.
Chance, verkannt. Und nicht selten aus pädagogisch berufenem Munde, der darin auch eine Chance sehen kann, Gedankenwege didaktisch anzulegen wie hermeneutisch, kybernetisch, konstruktivistisch oder oder oder an so etwas heran gegangen werden kann und wieso sich aus den verschiedenen Wegen diese und jene Problemstellungen ergeben. Ideal also um gemeinsam Vor- und Nachteile zu erarbeiten und nach Klassen zu suchen, die die Methodenwahl vereinfachen, bzw. die ideale Kombination herauskristallisieren.
Nur einmal so frei in den Raum assoziiert oder wie es so schön heißt m2c (my2cent)
Zu den ersten beiden: Ja klar, das Potential liegt in den Menschen nicht in der Technologie, aber dennoch behaupte ich dass eben diejenigen die Blogs gut für sich zum Lernen nutzen können dies eben können *weil* sie über entsprechende Praktiken des Bloggens und des selbstgesteuerten Lernens verfügen. Die Frage ist, welche sind das und sind sie vermittelbar?
hermeneutisch: im Blog gelesen und Internpretation der Interpretation der Interpretation ... geschrieben (nah an den Texten)
kybernetische: im Blog gelesen und mit den Erscheinungen und Gesetzmäßigkeitenaus dem Alltag und der eigenen Erfahrung heraus interpretiert
vergl.: http://de.wikipedia.org/wik...
konstruktivistisch: die Erfindung einer Theorie, die sich am Text oder wo auch immer beweist ... eine eher kreative Art der Schreibkultur im Blog.
Im Bildungsbreich gehe ich immer davon aus, dass es ein Schüler-Lehrer-Verhältnis und eine Anleitung und ein Korrektiv gibt. Das heißt ein Blogeintrag wird über weitere Thesen, Quellen und Fragen gesteuert mit dem Ziel Methoden und Erkenntnisse zu vermitteln.
Hierzu kann man sich entsprechend auf jeden Text einlassen und sogar noch den letzten Stuß für eine Lehrstück verwenden und so die Teilnehmer des Kurses via Blog das Lernen lehren oder die Kritikfähigkeit steigern.
Ich kann mit, über und durch das Medium Blog ein Gespräch führen und das Slebststudium und die Quellensammlung, Strukturierung, das nacharbeiten mit und am Blog optimieren und auch das Klassenzimmer ins Netz verlegen und quasi eine fortschreitende Hausarbeit aus dem Blog machen.
Ich hoffe, ich habe nun etwas mehr Klarheit in meine Worte bringen können. Sorry, wenn ich zu kryptisch war.