Durch ihre Reaktionen scheint mir als aussenstehendem Beobachter die Giessener Polizei durchaus so zu handlen, all ob an den Anschuldigungen etwas dran sein muss: 60 BesucherInnen kamen am 15.3.2004 zur Veranstaltung über "Machtmissbrauch im Rechtsstaat" in Gießen. Zunächst wurde die Dokumentation zu Hetze, Fälschungen und Erfindungen an ausgewählten Beispielen vorgestellt. Danach berichtete ein Aussteiger aus dem Polizeidienst über seine Erfahrungen und Gründe für den Ausstieg. Schließlich positionierte sich der Bundesvorsitzende der Humanistischen Union recht deutlich gegen die Entwicklung der Sicherheitspolitik im allgemeinen und die Vorgänge in Gießen im Speziellen. Den Höhepunkt lieferte die Polizei aber selbst. Die Veranstaltung wurde observiert - und gegen Mitternacht stoppten drei zivile Polizeiwagen das Auto des Veranstalters von der HU am Ortsausgang von Gießen und durchsuchten ihn martialisch. [via indymedia]
Siehe dazu auch: Polizeiliche Willkür in Giessen
Update: Die Polizei weist natürlich alles weit von sich, und zwar in einer denkbar dümmlichen Argumentation (für die Verwendung des Wortes "dümmlich" werde ich jetzt hoffentlich nicht verhaftet):
- Der Polizeipräsident weist alle Vorwürfe weit von sich
- Er erklärt, dass andere, dritte Personen auf der Veranstaltung die Polizei als "Sammelbecken für Asoziale und Kriminelle" bezeichnet hätte, und dass seine Polizeispitzel die vor Ort waren deswegen eine Klage wegen Beleidigung einreichen werden. Ähm, irre ich mich, oder stellt dies keinrlei Bezug zu den Vorwürfen dar? Diese Äusserung wurde laut Polizeibericht von einem Diskussionsteilnehmer, und nicht von der Diskussionsleitung oder Herrn Pavlovic vorgebracht.
Ein kleines Detail am Rande: Ich dachte immer, man könne nur Personen aber keine Institutionen beleidigen. Naja so lernt man dazu bei diesen %§$&$%.
- Er erklärt dass es ganz normal sei, mal nachts eben von drei Zivilstreifen angehalten zu werden. Dass ausgerechnet der Redner einer Veranstaltungsreihe über Machtmissbrauch bei der Polizei auf dem Nachhauseweg angehalten wurde muss dann wohl ein Zufall sein, nicht wahr?
Diese ganze Geschichte hat derartig viel Dreck am Stecken, dass es schon peinlich ist. Für wie dumm halten die einen eigentlich?
Polizeistadt Giessen (Teil II)
19. März 2004 - 10:58 Uhr - MoeKommentare werden moderiert und vor der Veröffentlichung manuell geprüft.
