alter, da sagste mal was und schon haste dreihunderundwasweissich kommentare am arsch. schreibt Kellerkind Jupp bezüglich meines Blogs :) - das anschliessende Lob hat mich natürlich sehr gefreut.
Ich denke, dass es weniger am Umfeld per se, als an der Tatsache liegt, dass mein Weblog irgendwie eine relativ hohe "Reichweite" in der 'Sphäre hat. Naja gut, und vielleicht auch an der Tatsache, dass ich manchmal zu flapsig, provokativ, oder wütend bin. Oder dass ich ganz anderes Hintergrundwissen voraussetze anstatt es zu explizieren.
Ein Weblog zu schreiben macht mir natürlich irgendwie nach wie vor Spass, sonst würde ich es wohl nicht tun. Auch wenn ich in der Tat manchmal, und in letzter Zeit vielleicht öfters als sonst, genervt bin - aber das rechne ich zum grössten Teilen noch mir selbst am meisten zu, auch wenn ich unmittelbar zunächst mal ganz gerne die "Probleme" externalisiere.
Tatsache ist, dass ich in dem gut einem Jahr seitdem ich ein Weblog führe, mehr auf und über das Netz gelernt und neue Kontakte zu interessanten Leuten geknüpft habe, als in den knapp sechs vorhergehenden Jahren die ich "online" war.
Jedenfalls denke ich, dass es umso schwerer wird, einen richtigen Ton zu treffen, je mehr unterschiedliche Leute ein Blog lesen. In dem Moment, wo zu verschiedene Weltsichten und Hintergründe zusammentreffen, gehen die Gemeinsamkeiten flöten. Ab dort wird es dann gleichermassen interessant wie auch schwierig.
Ich glaube, das ist irgendwie ein postmodernes Feature. Die Grosse Erzählung, in der wir uns bewegen und die uns überhaupt erst den Modus der Konversation diktiert, existiert so nicht mehr. Die Kreise werden wieder kleiner.
Was daraus folgt? Ich weiss es nicht. Vielleicht müssten einfach mehr Menschen bloggen. Ich glaube nicht, dass man sich in die Bedeutungslosigkeit differenzieren kann. Im Gegenteil.
Jedenfalls freue ich mich darüber, dass dieses Weblog so rege wahrgenommen wird, und solange ich kritische LeserInnen habe die mich korrigieren, provozieren, loben, oder auch einfach nur durch ihren Besuch schweigend Anerkennung zollen weiss ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin und das hier für etwas gut ist. So wie Du es wohl auch weisst, auf irgendeine Art und Weise.
Lasst uns herausfinden, wie wir hieraus das Beste für jeden von uns machen können.
Bloggen und so...
04. Februar 2004 - 03:02 Uhr - Moe7 Kommentare:
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Korrigieren: weniger Kameraparanoia, mehr techieunfug und subjektives aufregen über diesunddas währen meiner Meinung nach Korrekter!
Provozieren: ehm, pass bloss auf du .. oder so?
Loben: Egal was in der RSS Headline vom PT Feed steht, ich schau den Artikel an, es lohnt sich immer.
Schweigen: Bin ich nicht so gut drin.
zunächst Gratulation zum Einjährigen. Ich versuche eine Antwort durch eine Selbstbeobachtung. Vor vielleicht so fünf bis sieben Jahren gabs den Spruch des Durchs-Internet-Surfen - und meinte das mehr oder weniger ziellose sich an Links langhangeln. Suchmaschinen spielten noch nicht eine so große Rolle, alles war irgendwie neu und spannend. Dann kam so die Zeit der Professionalisierung: Suchmaschinen wurden sogenannte Portale. Und man hing schon schnell fest. (So im Groben gesagt). Ich habe in den letzten Monaten wieder das Surfen gelernt und mache wieder Bookmarks. Alles wegen der ganzen schönen Weblogs. Findet man irgendwo mal einen Knüpfpunkt, schaut in die Linkrolle, "aha, das findet der/die auch gut" - also schau ich mal vorbei.
Für mich ist es erstaunlich, wieviel Gescheites und Irres sich dann da tummelt. Mir bereitet das höchstes Vergnügen. Und klar wird mir dabei auch: Blog ist nicht Blog. Wenn du vom "Problem des Treffens des richtigen Tons" sprichst, dann kann ich es nicht so nachvollziehen. Manche Weblogs sind so eng und darin genau, sowie aktuell wie Janko Röttgers Mix, Burn & R.I.P. und mehr will ich da auch gar nicht http://www.mixburnrip.de. Andere fächern sich so kaleidoskopartig auf, dass es eine Wonne ist. Da liebe ich Kaltmamsells "Vorspeisenplatte" (http://www.vorspeisenplatte...). Und wieder andere sind einfach da, wie im Kompetenzteam (http://kompetenzteam.antvil...). So gehts ja schließlich auch.
Kurzum: Es ist alles Angebote an andere und meines Erachtens weniger Angebote für andere. Dafür bin ich einfach dankbar und lernbereit.
Zum Diskutieren liegt mir das usenet mehr - aber das ist auch meistens was anderes. In der Gruppe, in der ich da hauptsächlich tätig bin de.rec.musik.klassik sind es seltener Positionen oder Analysen oder Beobachtungen, die Ausgangspunkt sind, sondern Fragen, Nachfragen etc., die dann umgekehrt in "prinzipielle" Diskussionen übergehen.
Also, allen Besuchern hier, weiterhin viel Freude an Moes Arbeit.
PS: Ich finde übrigens, dass die Kreise nicht kleiner werden (vielleicht werden sie das trotzdem), aber sie werden nach meinem Gefühl vor allem durchlässiger.
Es ging mir darum, dass jede Leserschaft andere Voraussetzungen mit sich bringt.
Gregor (der für eine ähnliche Bewertung seines Blogs noch viel arbeiten muß)