Er geht weiterhin davon aus, daß sich das Problem nicht auf Seiten der Blogger lösen lassen wird, da sich schätzungsweise höchstens 20% der User aktiv mit Kommentarspam und wirkungsvollen Gegenmaßnahmen beschäftigen.
Folglich muss das Problem also auf Seiten der Systeme gelöst werden.
Zawodnys Interesse gilt hier eher den Suchmaschinen: Während ein Mensch Kommentarspam meist eindeutig als solchen identifzieren kann, sind Suchmaschinen bislang dazu nicht in der Lage. Für Zawodny würde es zunächst ausreichen, wenn Suchmaschinen in der Lage wären, Content der nicht vom Blog-Autor, sondern von anderen Usern erzeugt wird zu erkennen, und die darin enthaltenen Links zu ignorieren.
Dabei geht er von der Prämisse aus, daß sich Kommentarspams vorwiegend wegen der Vergabe von PageRank auf die beworbenen URLs lohnen.
Solange es nicht um "smarte" Erkennung von Kommentarspam auf einer individuellen Basis geht, kann dieses Problem jedoch auch auf Seiten der Publishing-Systeme gelöst werden: Wie Brad Choate in den Kommentaren anmerkt, kann die Vergabe von PageRank bereits durch einen (Google) Redirector verhindert werden.
Genau aus diesem Grund habe ich mein Weblog unlängst dahingehend modifiziert, daß alle URLs und Trackbacks in meinen Kommentaren über einen Google-Redirect laufen, welcher keinen PageRank vergibt.
An dem Verfahren wurde dahingehend Kritik geübt, daß es keinerlei Pagerank mehr für URLs in den Kommentaren vergibt, egal ob es sich nun um Spam handelt oder nicht. Weiterhin werden die Referrers nicht übergeben.
Zum Ersten kann ich nur sagen, daß es sich - solange wir keine "smarte" Erkennung von Kommentarspams haben - wohl nicht anders lösen lassen wird. Ich empfinde das aber nicht als sonderlich dramatisch, denn einerseits wird Pagerank gnadenlos überschätzt, und andererseites handelt es sich ja "nur" um die Links in den Kommentaren. Die Hyperlinks in den Beiträgen selbst bleiben schliesslich reguläre Links, welche nicht redirected werden.
Zum Zweiten lässt sich sagen, daß Referrers für die meisten Leute unbrauchbar geworden sind, da sie einfach viel zu sehr zugespammt werden. Jedes Blacklisting von Referrer-URLs oder IPs kann hier nur retroaktiv geschehen und ist daher weitestgehend sinnlos.
Durch den Einsatz eigener Redirect-Skripte müsste es aber möglich sein, den Referrer zu übertragen und dennoch keinen PageRank zu vererben. Hier sind jedoch die Techniker gefragt, da dies mein Wissen übersteigt.
Was den Google-Redirector angeht, so schlägt Tom in den Kommentaren des Beitrags "Google approved PageRank stripping" von Simon Willison vor, die eigentliche Referrer-URL einfach als Variable anzuhängen, so daß sie zumindest im Referrer der Redirector-URL sichtbar wird, zB so:
http://www.google.com/url?sa=D&q=http://www.ZielURL.com
&referrer=http://www.RefURL.comGrundsätzlich lässt sich sagen, daß dieses Verfahren so oder so erst dann Sinn machen könnte, wenn es standardmässig in Weblog-Systeme eingebaut wird: Wenn es ab einer bestimmten Versionsnummer eines Blog-Systems (welches dies einsetzt) einfach schlichtweg nicht mehr möglich wäre, URLs zu hinterlassen welche dann PageRank bekommen, so würden diese Systeme wohl nicht mehr gespammt werden. So zumindest die Hoffnung.
Für WordPress gibt es bereits ein Google Redirector Plugin, welches alle URLs in den Kommentaren durch den Redirector jagt und somit keinen Pagerank vergibt. Wie ich das in Nucleus gemacht habe kann ich hier ja mal bei Gelegenheit posten.
Insgesamt zahlt man zwar durch den Verzicht auf PageRank in den Kommentaren und den Problemen mit der Übergabe korrekter Referrers einen gewissen Preis, aber ich denke dennoch, daß es das wert sein könnte.
Problematisch erscheint mir lediglich die Prämisse, daß sich Kommentarspams nur wegen der Vergabe von PageRank lohnen. Vielleicht werden wir ja auch noch vermehrt Kommentarspams sehen, welche in der Tat mal auf den menschlichen User abzielen und zum Klicken animieren wollen, da es irgendein super Angebot oder gratis Pr0n gibt oder wasweissich was.

Die Kommentare kommen von den Lesern, warum soll sich die dann nicht auch um den Spam kümmern (dürfen)?
Hingegen sind Kommentare auf BLOGs rein subjektiv. Ich finde nicht, dass jeder beliebige Nutzer das Recht bekommen sollte, andere Kommentare zu editieren oder zu löschen. Das führt wahrscheinlich nur zu vielerlei Kleinkriegen.
Ein Allheilmittel habe ich natürlich nicht, allerdings begrenzt meiner Meinung nach eine User-Registrierung als Kommentier-Voraussetzung den Spam.
@René: Wer hat nur diese Mär in die Welt gesetzt, dass Spam juristisch nicht zu bekämpfen ist? Wenn es keine Spam-Filter in Amiland gäbe und jeder Senator, jeder Kongressabgeordnete, jeder Firmenboss müsste seine Mails selbst aus dem großen Spam-Haufen fischen, dann wäre "Free Speech" gar kein Thema mehr und die großen 200 Ami-Spammer wären längst zu absurd hohen Geldstrafen verknackt.
Sollte nur auch mehr dran gedacht werden, weil nur so kann was gegen das gespame getan werden.