Zu "Weblogs und Diskurs" an akademischen Institutionen

28. Mai 2003 - 10:10 Uhr - Moe
Zu dem Paper Weblogs and Discourse von O. Wrede fällt mir auf: weblog-enabled discourses penetrate the rather static institutional hierarchies that create much overhead.
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Learning Management Systems are maybe not open enough to connect to discourses outside of the class.
Beidem würde ich uneingeschränkt zustimmen. Nur genau da liegt der Hase im Pfeffer. Wollen akademische Instituionen denn, dass auch "Ideen von unten" gehört werden? Und dass sie sich einem Diskurs auch ausserhalb des Seminarraums anschliessen? Herr Wrede bliebt hier, ganz zu Recht, selbst auch skeptisch: And frankly: not all academics are very interested in academic discourse at all or want to have a say in it.
In der Tat ein schwieriges Thema, würde sich eine Instituion doch auch einer kritischen Betrachtung durch die Weblogs unterziehen müssen; dysfunktionale Effekte der akademischen Machtstrukturen würden viel sichtbarer werden. Sieht man sich den universitären Alltag mal an, bleibt es fraglich ob es das nun wäre was sich ein Dekan für sein Fachgebiet so wünscht..
Weiterhin wird noch auf die Schwierigkeiten hingewiesen, das Bloggen als Praktik unter den Studierenden zu etablieren: I also noticed students usually are much less enthusiastic about personal weblogs than educators. Educators hope for the empowerment of learners by helping them to create intellectual property. Students usually don't see a need for this and potentially see weblogging as a waste of time: the idea of having a personal webpage with (maybe) mediocre material does not seem to be appealing. I have seen very rare exceptions from this.
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In my courses I encourage students to run own weblogs. I can't say that I was very succsessful at convincing them to do so. As an educator I am in fact watching the weblogs for updates. Unfortunatly students do not seem to like weblogging. Maybe they don't want to be distracted from other work.
Das, so glaube ich, ist generell ein Problem mit studentischer Motivation, liesse sich jedoch vielleicht entschärfen, wenn Weblogs in einen engen Seminarkontext eingebunden sind (so könnte es in einem Online-Seminar ja durchaus auch ein scheinrelevantes Kriterium sein, zumindest für die Dauer des Seminars an einem Weblog zu versuchen). Vielleicht wäre es auch wichtig, mit den Studierenden Bedeutungen auszuhandeln, welche das Bloggen in einem akademischen Kontext haben kann. Schwierig wäre es schon, hierbei abzuwägen wieviel Bedeutung generalisiert und somit vorweg genommen werden kann, jedoch würde ein Systematisierungsversuch den Einstieg vielleicht schneller und auch einfacher machen. Wenn ich als angehender Weblogger schon mal erklärt bekommen habe, was so die Grundideen und -Begriffe des Bloggens sind, habe ich es vielleicht einfacher Weblogs als Tools einzusetzen, als wenn ich es nächtelang in Eigenregie herausfinde. Zumindest dann, wenn meine Motivation nicht darin besteht, ein persönliches Weblog just for the sake of it zu führen, sondern es als explizites Lerntool im Rahmen meines Studiums einzusetzen.
Von daher würde ich versuchen, Weblogs im Rahmen von Seminaren einzuführen, und zu Beginn auch durchaus Aufgaben an die Nutzung der Weblogs anzuknüpfen. Sicherlich würde man somit nicht Horden von Studierenden zum Bloggen bewegen, einige wenige würden jedoch sicherlich dabei bleiben. Und man wäre zumindest um die Erfahrung reicher, es einmal exploriert zu haben. Ist aber nur mal so ein offener Gedanke. An der hiesigen Uni Giessen sind Weblogs jedenfalls ein Fremdwort. Und wie man das im Detail beispielsweise in Aachen oder Weimar behandelt ist mir leider nicht bekannt.

2 Kommentare:

  1. kris schrieb:
    was meinst du mit ergebnissen aus aachen? oliver wrede ist doch von der fh aachen und seine ergbnisse stammen von dort und seiner früheren arbeit an der khm in koeln.
    # 28. Mai 2003 - 14:16 Uhr
  2. Moe schrieb:
    Naja ich meinte nicht unbedingt konkrete Ergebnisse, sondern wie das Thema Weblogs eben thematisiert, behandelt und den Studierenden näher gebracht wurde. Diese didaktische Komponente geht ja aus dem usprünglichen Beitrag nicht hervor, würde sicher auch den Rahmen des Papers sprengen. Dieser und eventuell weitere Systematisierungsversuche könnten vielleicht ein Grundstein werden, um das Tool "Weblog" pädagogisch zu etablieren - was aus der Sicht eines Bloggers nicht unbedingt notwendig ist, für den Einzug des Webloggens in Bereiche der institutionalisierten Lehre könnte es jedoch eine wichtige Komponente sein.
    # 28. Mai 2003 - 14:29 Uhr

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