Blogging, Wissenschaft, Theorie & Praxis

11. Januar 2004 - 11:19 Uhr - Moe
Robert schreibt über Blogging, Wissenschaft und Ehrlichkeit, und ich verstehe ehrlich gesagt deutlich weniger als mir lieb ist: Doch ich habe einfach keinen Bock zu sehen, wie selbstdeklarierte Experten erneut bei einem neuen Thema den ramponierten Ruf der IT weiterhin fördern: "kein Ahnung von der Businesspraxis, Labertaschen und Träumer" Ist Theorie unehrlich, wenn sie sich nicht eins-zu-eins über eine wie auch immer geartete Praxis stülpen lässt? Muss sich ein Forschungsinteresse A priori anhand dessen, was doch erst noch als zu erforschen gilt, begründen lassen?
Dass es immer Praktiker gibt, die es schon seit 30 Jahren eben einfach irgendwie machen, und dass manche von ihnen so auch ganz erfolgreich ist, mag sein. Alle anderen werden dann immer gerne vergessen. Ich weiss nicht, ob dieser Sachverhalt in der Wirtschaft zutrifft, in der Erziehungswissenschaft tut er es jedenfalls nur allzu oft.
Ist es ein "klassisches" Theorie-Praxis-Verhältnis? Oder steckt etwas dahinter was ich bisher noch nicht kapiert habe?

3 Kommentare:

  1. Jim schrieb:
    Zum Thema "Theorie und Praxis": Im aktuellen Projekt von mir haben wir mal in der konzeptionellen Arbeit einen Spitzentheoretiker mit einem Superpraktiker als Führungsteam zusammengelegt. Es sind in der bisherigen acht monatigen Arbeit die besten Ergebnisse herausgekommen, die ich jemals in der langen Berufstätigkeit hatte. Es hat sich so sehr bewährt, dass ich das in den nächsten Vorhaben (bei entsprechender Grössenordnung) beibehalten möchste. Also Theorie und Praxis sind kein Widerspruch sondern ergänzen sich hervorragend, wenn man es richtig anstellt.
    # 11. Januar 2004 - 11:32 Uhr
  2. Moe schrieb:
    Naja das Problem stellt sich für mich so dar, dass ein Forschungsvorhaben als Pilotprojekt (denn gesicherte Erkenntnisse hinsichtlich des methodischen Einsatzes von Weblogs sind mir nicht bekannt) ja oft das Problem hat, sich hinsichtlich einer Praxis nicht durch eine bislang weder falsifizierte noch verifizierte These (je nach Methode) legitimieren zu können. Gerade diese "Beliebigkeit" gilt es doch zu nutzen um durch eine dann folgende Evaluation entweder zu gesicherten Aussagen zu kommen, oder eben diese Widerlegen zu können..?
    # 11. Januar 2004 - 11:44 Uhr
  3. Jim schrieb:
    Drück dich mal einfacher aus, Moe. Jetzt hatte ich Mühe dich zu verstehen ;)

    In jedem Projekt gibt es offene Fragen. In jedem Projekt gibt es Dinge zu "erfinden", die zunächst durch keine Theorie oder Methode eindeutig im vorhinein zu beantworten sind. Ein gewissen Mass an "try & error" gehört dazu. Meine Erfahrung ist etwa 70% "bekannt" und 30% "unbekannt in einem durchschnittlichen Projekt.

    meine Rede von vorhin bezog sich übrigens nicht auf ein Weblog-Projekt. Ich denke, dass gesagte gilt für alle Projekte allgemein.
    # 11. Januar 2004 - 12:42 Uhr

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