"BLOGS! Die Weblogs – Literatur und Journalismus im Internet" lautet der Titel des Buches von Don Alphonso und Kai Pahl, demnächst wohl auch zu finden auf blogbar.de.Stichworte: "fantastischer Cocktail, Prachtband, 50.000, anarchisch, umkommerziell, Bloggosphäre, Meinungsfreiheit, knallhartem Fact-Checking, Kampfansage, 15 der besten BloggerInnen". Hmmm.
Wie gut, dass ich hier weder Literatur noch Journalismus betreibe. Gespannt, was der eine oder die andere der auf dem Cover genannten zu schreiben haben, bin ich dann aber irgendwie doch. [via Dienstraum]

Ansätze sind ja schon zu sehen: Die bösen Hyper, die niemand um Erlaubnis gefragt haben, die jetzt das Thema Blogs für sich ausnutzen und tausende andere nicht mal gefragt haben.
Aber so ist das nun mal. Wir hatten die Wahl, uns entweder das Thema totreden zu lassen, oder es sauber vorzubereiten und dann mit einem richtigen Verlag zu machen. In der Blogosphäre gibt es einfach schon zu viele totgemachte, gross angekündigte und dann gescheiterte Projekte. Wir sind eben den anderen Weg gegangen: Eine Kommandoaktion, bis wir ganz sicher wussten, dass das Buch gemacht wird, dann die Leute gebeten, die uns sehr gefallen haben, und jetzt ist es da.
Letztlich, hoffe ich, wird es eine spannende Sache. Und allen, die jetzt sofort schreien werden: Lest es erst mal. Und wenn´s Euch nicht gefällt, sucht Euch einen Verlag und macht es besser.
Lesen werde ich das Buch wohl schon denke ich mal, wie gesagt. Dass es nicht lange vorher gross angekündigt wurde verstehe ich auch. Der Text auf der Website ist in meinen Augen aber nun wirklich sehr marktschreierisch, was natürlich nix heissen *muss*.
...Um etwas zu kritisieren, muss man es jedenfalls nicht zwingenderweise besser machen können. Es lesen hingegen sollte man wohl in der Tat. Wieso also sich für etwas rechtfertigen und ein "macht's doch besser" nachschieben, wenn doch noch gar nix passiert ist? Spannend wird's jedenfalls allemal. ;-)
Was die Ankündigung angeht: Wenn man nicht deutlich und verständlich sagt, worum es geht, kapiert es keiner. Ob und wie man dem Anspruch gerecht wird, wird das Buch zeigen. Aber prinzipiell gelte ich nicht als Leisetreter. Und in Bezug auf die Medien meine ich auch, was da steht. Das wird im Buch (hoffentlich) auch etwas klarer und ausdifferenzierter als in der verkürzenden Ankündigung.
Zur Freude: Hey, ich komme von Dotcomtod. Auseinandersetzungen sind mein täglich Brot. Und dass es nicht ohne angeht, war von vorne herein klar.
irgendwie erinnert mich das ein wenig an eine diskussion, die wir hier schon mal geführt haben wenn es um deutungshoheit geht: http://weblog.plasticthinki...
Zu den 50.000 - das ist eine Interpretationsfrage, was ein Blog ist. Wir haben bei unserer Schätzung zum Beispiel auch jetzt.de mit berücksichtigt - das sind ohne jede Frage Blogs, es sind sehr sehr viele, auch wenn sie bei der üblichen Betrachtungsweise von Blogs unter den Tisch fallen. Was ganz ähnlich ist, sind gewisse Gruppen wie 20six oder livejournal - die werden immer gern übersehen, sind aber Blogs, und zwar enorm viele.
Das ist natürlich jetzt schon das Kapitel über Definition eines Weblogs - ich persönlich tendiere da zu einer sehr weit gefassten Interpreation; so weit und durchlässig wie möglich.
und wer es hier noch einmal nachlesen will, dass in keinster weise ein ungelesenes buch kritisiert wird, sondern die hirnerweichende verlagswerbung (dass du, don alphonso, daran glaubst, was da steht, das kannst du deiner oma erzählen), bitte:
http://krit.de/ralphs/entry...
Ach so, und dann sehe ich noch, dass Ralph das Buch selbst gerne geschrieben hätte/schreiben würde. Willst Du was dazu sagen?
@ irene: Waren Sie nicht diejenige, die sich vor so einer Sache in Ihrem Blog öffentlich gefürchtet haben? Dann muss es eben die Streetgang machen :-)
nur habe *diese* 50000 weder etwas mit medienrevolution, "knallhartem fact-checking" noch mit den "15 der besten blogger" da zu tun. aber genau für diese 50000 will dieses buch sprechen?
ich glaub ja noch nicht mal, dass das buch mir nicht gefällt. nur die ankündigung iss halt wie gesagt sehr schräg, *imho*.
etwas verwirrt bin ich eben davon, dass du meinst, die ankündigung träfe es schon ganz gut. mag sein, dass du kein "leisetreter" bist, und die anderen auch nicht, aber es iss eben immer schwierig wenn etwas den eindruck einer allgemeinaussage erweckt, die auf 50000+ leute zutreffen soll. andererseits gibts mit 15 bloggerinnen im buch bestimmt auch eine gewisse vielfalt und pluralität.
aeh was wollt ich eigentlich nochma sagen? 8-)
da hätte ich gerne mal fakten zu. Blogg.de zählt alles, was aktiv ist und irgendwas pingt, wir kommen auf 3200 blogs.
ich wäre ziemlich überrascht, wenn livejournal, diaryland und blogger.com auf 46.800 blogs aus dem deutschsprachigen raum kämen. Selbst blogcensus.net, die alles zählen, was mehr als einen artikel auf der startseite hat, kommt auf 17.000 blogs. Wir hatten uns vor Monaten mal die Daten von Blogcensus angeguckt und da war viel Unfug drin.
mittlerweile zweifel ich am sinn eines solchen buches, ich lerne ja nie aus, ich lerne auch schneller, das ist das schöne an bloggerland ... *gruebel* ... wie könnte ich das nun in einem bloggerbuch rueberbringen? geht das? macht das sinn? ... ;-)
man gebe mir lese-nachhilfe. wo steht im waschzettel etwas von 50.000 "fact-checking" webloggern? wo steht das "wir" für 50.000blogger sprechen wollen?
das 50.000 *alle* etwas mit "medien-revolution" qua anwesenheit zu tun haben, ergibt sich aus der quantität und den mechanismen des webloggings, stichwort hochgradige vernetzung und "grasroots". und natürlich haben 50.000weblogs andere wirkung als 5weblogs.
dies macht weblogs zu einem völlig neuen "ding" in der kommunikation. wer meint dieses nur z.B. in der anzahl der durch weblogging motivierten rücktritte von politikern messen zu können, legt den für eine kommunikationstechnik falschen maßstab an.
@moe: "andererseits gibts mit 15 bloggerinnen im buch bestimmt auch eine gewisse vielfalt und pluralität."
ja und nein. das buch beschäftigt sich natürlich nur mit einem ausschnitt der szene. etwas anderes wird nirgends behauptet. wir haben keinen anspruch auf einen repräsentative auswahl erhoben.
innerhalb dieses ausschnittes haben wir auf eine eine gewisse breite geachtet.
Jedenfalls will ich dieses Detail hier gar nicht mal so hoch bewerten.