Weblog-Buch: BLOGS

03. Januar 2004 - 17:10 Uhr - Moe
"BLOGS! Die Weblogs – Literatur und Journalismus im Internet" lautet der Titel des Buches von Don Alphonso und Kai Pahl, demnächst wohl auch zu finden auf blogbar.de.
Stichworte: "fantastischer Cocktail, Prachtband, 50.000, anarchisch, umkommerziell, Bloggosphäre, Meinungsfreiheit, knallhartem Fact-Checking, Kampfansage, 15 der besten BloggerInnen". Hmmm.
Wie gut, dass ich hier weder Literatur noch Journalismus betreibe. Gespannt, was der eine oder die andere der auf dem Cover genannten zu schreiben haben, bin ich dann aber irgendwie doch. [via Dienstraum]

20 Kommentare:

  1. anneke schrieb:
    und ich freu mich schon jetzt auf die diskussionen darüber, wer, wie, wo und warum sich übergangen fühlt und so weiter ;o(
    # 03. Januar 2004 - 19:10 Uhr
  2. DonAlphonso schrieb:
    Ich vermute mal, dass der Blogwart-Streit nur ein mickriger Pups war gegen das, was jetzt kommt - hey, ich freu micht drauf!

    Ansätze sind ja schon zu sehen: Die bösen Hyper, die niemand um Erlaubnis gefragt haben, die jetzt das Thema Blogs für sich ausnutzen und tausende andere nicht mal gefragt haben.

    Aber so ist das nun mal. Wir hatten die Wahl, uns entweder das Thema totreden zu lassen, oder es sauber vorzubereiten und dann mit einem richtigen Verlag zu machen. In der Blogosphäre gibt es einfach schon zu viele totgemachte, gross angekündigte und dann gescheiterte Projekte. Wir sind eben den anderen Weg gegangen: Eine Kommandoaktion, bis wir ganz sicher wussten, dass das Buch gemacht wird, dann die Leute gebeten, die uns sehr gefallen haben, und jetzt ist es da.

    Letztlich, hoffe ich, wird es eine spannende Sache. Und allen, die jetzt sofort schreien werden: Lest es erst mal. Und wenn´s Euch nicht gefällt, sucht Euch einen Verlag und macht es besser.
    # 03. Januar 2004 - 21:20 Uhr
  3. Moe schrieb:
    Also darauf freuen tue ich mich nicht wirklich, falls das in der Tat schon wieder ausufern sollte ;-)
    Lesen werde ich das Buch wohl schon denke ich mal, wie gesagt. Dass es nicht lange vorher gross angekündigt wurde verstehe ich auch. Der Text auf der Website ist in meinen Augen aber nun wirklich sehr marktschreierisch, was natürlich nix heissen *muss*.
    ...Um etwas zu kritisieren, muss man es jedenfalls nicht zwingenderweise besser machen können. Es lesen hingegen sollte man wohl in der Tat. Wieso also sich für etwas rechtfertigen und ein "macht's doch besser" nachschieben, wenn doch noch gar nix passiert ist? Spannend wird's jedenfalls allemal. ;-)
    # 03. Januar 2004 - 21:31 Uhr
  4. DonAlphonso schrieb:
    Uff - ich lese gerade Krit etc. nach - die ersten machen schon Blogwart reloaded, spassigerweise u.a. auch Leute, die sich auch mit solchen Ideen getragen haben. Deshalb der Hinweis.

    Was die Ankündigung angeht: Wenn man nicht deutlich und verständlich sagt, worum es geht, kapiert es keiner. Ob und wie man dem Anspruch gerecht wird, wird das Buch zeigen. Aber prinzipiell gelte ich nicht als Leisetreter. Und in Bezug auf die Medien meine ich auch, was da steht. Das wird im Buch (hoffentlich) auch etwas klarer und ausdifferenzierter als in der verkürzenden Ankündigung.

    Zur Freude: Hey, ich komme von Dotcomtod. Auseinandersetzungen sind mein täglich Brot. Und dass es nicht ohne angeht, war von vorne herein klar.
    # 03. Januar 2004 - 21:55 Uhr
  5. Moe schrieb:
    hmmm also wo die zahl 50000 herkommt hab ich mich auch gefragt ;)
    irgendwie erinnert mich das ein wenig an eine diskussion, die wir hier schon mal geführt haben wenn es um deutungshoheit geht: http://weblog.plasticthinki...
    # 03. Januar 2004 - 22:22 Uhr
  6. DonAlphonso schrieb:
    Ich weiss. Bei den Vorbereitungen waren einige Leute beteiligt, die schon länger sehr viel über das Thema nachgedacht haben - nur eben nicht "die üblichen Verdächtigen". Wir haben etwa 4 Monate sehr viele Gespräche geführt, zuerst mal prinzipiell wegen der Machbarkeit, dann wegen dem Konzept, und es haben auch einige intelligente Leute aus der Blogosphäre Ratschläge gegeben, ohne dass sie im Buch mit Blog auftauchen würden. Und vermutlich kenne ich die meisten Debatten über die Frage, wie sowas zu machen ist.

    Zu den 50.000 - das ist eine Interpretationsfrage, was ein Blog ist. Wir haben bei unserer Schätzung zum Beispiel auch jetzt.de mit berücksichtigt - das sind ohne jede Frage Blogs, es sind sehr sehr viele, auch wenn sie bei der üblichen Betrachtungsweise von Blogs unter den Tisch fallen. Was ganz ähnlich ist, sind gewisse Gruppen wie 20six oder livejournal - die werden immer gern übersehen, sind aber Blogs, und zwar enorm viele.

    Das ist natürlich jetzt schon das Kapitel über Definition eines Weblogs - ich persönlich tendiere da zu einer sehr weit gefassten Interpreation; so weit und durchlässig wie möglich.
    # 03. Januar 2004 - 22:59 Uhr
  7. ralph schrieb:
    was heisst blogwart reloaded? der schlichte zweifel nach einer zahl, was hat der damit zu tun? es sind natuerlich nicht solche kommentare wie deine, die die blogwart-stimmung puschen, niemals. und andere weblogs nutzen, anstatt im zweifelnden blog selbst eine kurze antwort auf die frage zu geben, das ist selbstverständlich ein ding der unmöglichkeit, kann ich echt verstehen.

    und wer es hier noch einmal nachlesen will, dass in keinster weise ein ungelesenes buch kritisiert wird, sondern die hirnerweichende verlagswerbung (dass du, don alphonso, daran glaubst, was da steht, das kannst du deiner oma erzählen), bitte:
    http://krit.de/ralphs/entry...
    # 04. Januar 2004 - 01:29 Uhr
  8. Irene schrieb:
    Die AutorInnenauswahl schaut ganz passabel und vielseitig aus (wenn auch nicht ganz nach meinem Geschmack - einige sind mir dann doch zu bieder), und Kai Pahl steht auf solide Arbeit. Also werde das Buch vermutlich irgendwann lesen, obwohl sich Don Alphonso aufführt wie eine pubertierende Straßengang :-)
    # 04. Januar 2004 - 14:01 Uhr
  9. DonAlphonso schrieb:
    @ ralph: Bitte, lies erst mal Deine eigenen Kommentare mit Andreas. Da liest sich das dann schon *etwas* anders. Ich glaube an das, was ich im Buch schreibe. Ich sehe als Journalist eine fundamentale Medienkrise, und ich sehe eine Entwicklung im Netz, die parallel dazu die Medien verändern wird. An sich ist das nichts Neues, in der Menschheits- und Mediengeschichte gibt es eine Reihe von ähnlichen Beispielen.

    Ach so, und dann sehe ich noch, dass Ralph das Buch selbst gerne geschrieben hätte/schreiben würde. Willst Du was dazu sagen?

    @ irene: Waren Sie nicht diejenige, die sich vor so einer Sache in Ihrem Blog öffentlich gefürchtet haben? Dann muss es eben die Streetgang machen :-)
    # 04. Januar 2004 - 16:49 Uhr
  10. Nico schrieb:
    hyper. hyper.
    # 04. Januar 2004 - 16:57 Uhr
  11. Moe schrieb:
    hmmm, ok mit livejournal, 20six, diaryland & co mag es in D 50000 blogs geben wenn man die definition "blog" mal eben breiter fasst.
    nur habe *diese* 50000 weder etwas mit medienrevolution, "knallhartem fact-checking" noch mit den "15 der besten blogger" da zu tun. aber genau für diese 50000 will dieses buch sprechen?
    ich glaub ja noch nicht mal, dass das buch mir nicht gefällt. nur die ankündigung iss halt wie gesagt sehr schräg, *imho*.
    etwas verwirrt bin ich eben davon, dass du meinst, die ankündigung träfe es schon ganz gut. mag sein, dass du kein "leisetreter" bist, und die anderen auch nicht, aber es iss eben immer schwierig wenn etwas den eindruck einer allgemeinaussage erweckt, die auf 50000+ leute zutreffen soll. andererseits gibts mit 15 bloggerinnen im buch bestimmt auch eine gewisse vielfalt und pluralität.
    aeh was wollt ich eigentlich nochma sagen? 8-)
    # 04. Januar 2004 - 17:24 Uhr
  12. Nico schrieb:
    50.000?

    da hätte ich gerne mal fakten zu. Blogg.de zählt alles, was aktiv ist und irgendwas pingt, wir kommen auf 3200 blogs.

    ich wäre ziemlich überrascht, wenn livejournal, diaryland und blogger.com auf 46.800 blogs aus dem deutschsprachigen raum kämen. Selbst blogcensus.net, die alles zählen, was mehr als einen artikel auf der startseite hat, kommt auf 17.000 blogs. Wir hatten uns vor Monaten mal die Daten von Blogcensus angeguckt und da war viel Unfug drin.
    # 04. Januar 2004 - 17:40 Uhr
  13. ralph schrieb:
    "_das_ buch" gibt es gar nicht, don! und so ein buch wie ihr wollte ich nicht schreiben (ich bin ja nicht 15zehnfach ;). und wenn du den thread dazu liest, dann siehst du: selbst eine struktur gab es nicht, nur ein öffentliches nachdenken darüber. dass es auch ein buch unter vielen sein könnte und werden würde, stand gar nicht zur debatte. soviel anmassung werden mir nur die gehässigen unterstellen, dass ich das ultimative bloggerbuch schreiben wolle, was es gar nicht geben kann - himmel, wer überträgt denn jetzt seinen eigenen wahn auf mich!?

    mittlerweile zweifel ich am sinn eines solchen buches, ich lerne ja nie aus, ich lerne auch schneller, das ist das schöne an bloggerland ... *gruebel* ... wie könnte ich das nun in einem bloggerbuch rueberbringen? geht das? macht das sinn? ... ;-)
    # 04. Januar 2004 - 18:08 Uhr
  14. Irene schrieb:
    @ Don Alphonso: Das "Horrorszenario" stammte doch nicht von mir, sondern von Uceda - ich habe es nur zitiert, was ja nicht zwingend bedeutet, dass ich mich wörtlich damit identifiziere (sowas aber auch...!) Und die Frage, ob ich mich trauen würde, ein Buch über Weblogs zu schreiben, stellt sich doch gar nicht, ich habe ja derzeit nicht mal genug Ruhe, Ehrgeiz oder was auch immer, um gute Weblogeinträge zu schreiben.
    # 04. Januar 2004 - 18:18 Uhr
  15. Andreas schrieb:
    @Irene: Uceda = Don Alphonso (ja, ich bin da neulich auch drueber gestolpert)
    # 04. Januar 2004 - 18:25 Uhr
  16. Moe schrieb:
    nico: livejournal verzeichnet gut 7000 deutsche user die ihre nationalität angegeben haben. livejournal free accounts können leider nicht pingen.
    # 04. Januar 2004 - 19:05 Uhr
  17. dogfood schrieb:
    @moe: "nur habe *diese* 50000 weder etwas mit medienrevolution, "knallhartem fact-checking" noch mit den "15 der besten blogger" da zu tun. aber genau für diese 50000 will dieses buch sprechen? "

    man gebe mir lese-nachhilfe. wo steht im waschzettel etwas von 50.000 "fact-checking" webloggern? wo steht das "wir" für 50.000blogger sprechen wollen?

    das 50.000 *alle* etwas mit "medien-revolution" qua anwesenheit zu tun haben, ergibt sich aus der quantität und den mechanismen des webloggings, stichwort hochgradige vernetzung und "grasroots". und natürlich haben 50.000weblogs andere wirkung als 5weblogs.

    dies macht weblogs zu einem völlig neuen "ding" in der kommunikation. wer meint dieses nur z.B. in der anzahl der durch weblogging motivierten rücktritte von politikern messen zu können, legt den für eine kommunikationstechnik falschen maßstab an.

    @moe: "andererseits gibts mit 15 bloggerinnen im buch bestimmt auch eine gewisse vielfalt und pluralität."

    ja und nein. das buch beschäftigt sich natürlich nur mit einem ausschnitt der szene. etwas anderes wird nirgends behauptet. wir haben keinen anspruch auf einen repräsentative auswahl erhoben.

    innerhalb dieses ausschnittes haben wir auf eine eine gewisse breite geachtet.
    # 04. Januar 2004 - 19:21 Uhr
  18. Jim schrieb:
    Ein Buch über und mit 50.000 Bloggern zu schreiben wäre auch etwas vermessen. 15 sind OK. Die anderen 49.985 mögen weitere Bücher schreiben.
    # 04. Januar 2004 - 19:30 Uhr
  19. Nico schrieb:
    @Moe: oha, das war mir entgangen. aber egal. :)
    # 04. Januar 2004 - 19:32 Uhr
  20. Moe schrieb:
    @dogfood: da steht nicht wortwörtlich etwas von 50000 fact-checking bloggern in einem satz, aber dies war meine eindruck der aus dem absatz "Das Buch" in dem Werbetext hervorgeht: Es gibt 50000 Blogger in D heisst es oben im Absatz, und sie sind "vielfach Spezialisten und demontieren die Onlineredaktionen mit knallhartem Fact-Checking" dann weiter unten. Das legt einen gewissen Eindruck nahe, und eben das ist ja auch so gewollt da es Werbung ist, denk ich mal. Man korrigiere mich wenn ich mich irre.
    Jedenfalls will ich dieses Detail hier gar nicht mal so hoch bewerten.
    # 04. Januar 2004 - 20:19 Uhr

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