Ich stehe dann dahinter, wenn es alle machen und keiner zu etwas gezwungen wird schreibt eine gegen die Blockaden wetternde Studentin im Streik-Forum der Uni Giessen. Und ich glaube sie meint das wirklich ernst. Und sie ist nicht in der Lage den Aberwitz ihrer Aussage auch nur im Ansatz zu erkennen. Ich gebe an dieser Stelle auf. Die Kapitulation vor der Ignoranz.
In Marburg ging das sogar soweit, dass eine Geschichtsstudentin im ersten Semester (deren Realname man in der Oberhessischen Presse vom 5.12. nachlesen kann) am Donnerstag die Polizei rief, um gegen ihre streikenden Kommilitonen vorzugehen. Ihr Kritikpunkt war, dass es sich bei den Protestierenden um eine Minderheit handele. Wenn die gute Frau auch nur die geringste Ahnung von Geschichte hätte würde ihr auffallen, dass soziale Bewegungen immer durch Minderheiten ausgelöst werden. Das liegt in der Natur der Sache, denn sonst (wenn eine Mehrheit ein Problem damit hätte) gäbe es ja gar nicht erst die Umstände, die eine Bewegung nötig machten. Es wäre erst gar nicht so weit gekommen.
Nichts zu machen...
07. Dezember 2003 - 12:31 Uhr - Moe11 Kommentare:
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ergo: der protest bleibt studentisch, wird kein allgemeiner protest, sondern als folkloristische, bunte veranstaltung wahrgenommen, die nach ein paar wochen wieder versandet. so war es, abgesehen von 1968, immer, es gibt auch wenige anzeichen, dasss es gerade diesmal anders sein wird.
was nicht heisst, dass es sich nicht lohnen würde und es (nach 68) auch noch nie so wichtig war wie heute zu protestieren. man darf nur nicht zuviel erwarten.
weiterhin werden streiks bzw boykotts oder blockaden im allgemeinen durch mehrheitsbeschlüsse studentischer VVs, also den ranghöchsten beschlussorganen der studierendenschaft ebenso verhängt wie wieder aufgehoben.
aber all das hatten wir schon mal. wer das bislang nicht kapiert hat will es entweder nicht kapieren oder wirkt indes munter an der ökonomisierung des wissenschaftlichen hochschulsystems auf kosten der ausgrenzung anderer mit.
Ich meine hier über streikende Studenten herziehen zu können. Weiterhin meine ich diesen Streik nicht ernst nehmen zu müssen.
Erwartest Du, dass Dir andere Studierende grundsätzlich genau denselben Disrespekt entgegen bringen?
Wen kümmert schon Respekt?