Kritik an BlogTalk 2
05. November 2003 - 20:13 Uhr - Moe
Couchblog und H-Blog mit einer harschen Kritik dagegen, dass der Veranstaltungsort der BlogTalk 2 voraussichtlich wieder Wien sein wird. Nicht vergessen sollte man meiner Ansicht nach, dass der Veranstalter ja auch die ganze Arbeit hat. Und die schätze ich nicht unerheblich ein.
29 Kommentare:
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Ich habe schon im letzten / diesem Jahr sowohl Ort als auch Ausrichtung der Konferenz kritisiert. Die Hoffnung war, dass (so wie die Veranstaltung dann gelaufen ist) Kritik aufgenommen würde. Da finde ich "es war noch nicht soweit" einfach ein bisserl mager.
1. Ich finde es wirklich bekloppt, die Veranstaltung nur an einem Ort auszutragen und das Argument "es war noch nicht so weit" ist ziemlich sinnbefreit. Es sei denn, man will sich noch etwas feiern lassen. Das will ich aber niemandem unterstellen, oder doch?
2. Dass die ganze Angelegenheit Arbeit macht, ist jedem klar. Ich glaube aber schon, dass es in jeder größeren Stadt Freiwillige geben wird, die so etwas auf die Beine stellen würden.
3. Ich glaube eher, dass die Organisatoren die Veranstaltung nicht aus der Hand geben wollen. Und gerade deshalb wird diese Veranstaltung früher oder später den Bach runter gehen. Wenn man versucht, etwas zu besitzen, dass der Community/Allgemeinheit/Blogosphäre "gehört", wird man es verlieren. Entweder, weil man es kaputt macht oder weil jemand Anders es anders macht.
Mich nervt eher das Thema: Blogging goes New Economy. Nach dem Motto, wir wissen nicht, was da kommen wird, aber wir machen es mal. Ich kann es ja verstehen, dass sich die im Hype gegründeten Unis nach neuen Themen umschauen, aber da ensteht so eine, na, nennen wir es mal wirtschaftsaffine Meinungsführerschaft, die der Sache nicht gut tut. Was die wohl sagen würden, wenn ich kommen würde und was von Dotcomtod erzähle?
Und die übliche Reduktion: Praschl, Schockwellenreiter...da bekomme ich schon etwas Bauchschmerzen. Klar sind dort auch andere - aber die Journalisten werden dann wieder nur über die Leute ganz oben berichten.
So läuft das nun mal. Wenn, dann muss man etwas dagegen setzen. Was hindert Euch daran, mal rumnzuhören, ob man nicht einen Gegengipfel in HH machen kann? Dann können die in Wien der Kronenzeitung erklären, was Blogs sind - der Spiegel bleibt in Hamburg. Nur mal so gesagt. Im Mittelalter hatten Konzile und Gegenkonzile mit wechselseitigen Exkommunikationen ziemlichen Unterhaltungswert, wie Raab gegen Dirty Harry...
PS Treffen (aber kein Gegengipfel) am Abend in der Marktstr. Unter Aufsicht der üblichen Wasserwerfer.
wenn das eure ansicht ist verstehe ich gar nicht was ihr auf blogtalk wollen würdet. egal wo es stattfindet. und ich bin gespannt auf eure internationalen veranstaltungen a la "Ich glaube aber schon, dass es in jeder größeren Stadt Freiwillige geben wird". wann kommen sie?
Da zuckt was in meinem Nacken, wenn ich Blogs wie Randgaenge oder Eckpunkte lese - da ist dieses "wir", dieses Wort, das ich Anno 1999 zu oft gehört habe, bei Pitches, Vorträgen, Kongressen etc. Wir brauchen, wir werden, wir müssen, aber klar doch. Es gibt ein paar Entwicklungen im Bereich Blog, die mich an die Content/CMS-Debatten des Jahres 2000 erinnern. Das Ende dürfte hinreichend bekannt sein. Insofern fühle ich ein gewisses Rumoren, wenn ich mir die Zielsetzung anschaue. Ist es das? Wirklich? Wird da nicht wieder eine kleine Erfolgsgeschichte mit dem alt-neuen Economy Denken überschüttet - und ist das gut?
Wiegesagt, nur ein artikuliertes Unbehagen. Kann sein, dass der mensch hinter meinem Pseudonym da sogar beruflich hin muss. Interesse, kritisches, auch. Aber es ist, sorry, nicht das, was mir gefallen würde. Es sind nicht die Blogs, die ich mag. Es ist nicht das Bild, das ich vermittelt sehen möchte, im Manager Magazin oder der FTD. Zumindest nicht allein.
Call 4 papers.
Zur Erinnerung: Meine Aussagen sind lediglich
a) der Ort passt mir nicht
b) dass es auch in anderen Städten Leute gibt, die so etwas auf die Beine stellen würden (ohne dabei eine qualitative Aussage getroffen oder einen Termin genannt zu haben)
c) jemand, der versucht diese Veranstaltung zu besitzen, sie verlieren wird
und was du da über angebliche "persönliche idole" sagst ist einfach lächerlich peinlich. das ist weit von einem argument entfernt und spricht damit für sich.
Das die Veranstaltung nun wieder am selben Ort, mit gleicher Ausrichtung und denselben selbsternannten Chefbloggern stattfinden wird, enttarnt m.E. die Sache ein wenig. Wenn nun die Absichten "Community stärken / aufbauen" und das thematische Deckmäntelchen wegfallen, ja was bleibt dann noch? Eine Veranstaltung die man an jedem Ort besser machen kann.
Und da die "Blogosphäre" nunmal keinen Einfluss auf die Sache hat, welche Wege stehen offen? Spaltung? Eine andere Veranstaltung, mit anderer thematischer Ausrichtung, an einem anderen Ort, das müßte keine Spaltung sein, das könnte ein Fortschritt sein. Man muß es nur überlegen dürfen, ohne gleich mit "Otternasen" und "Ozelotschwänzen" beworfen zu werden. "Was ist eigentlich mit der Volksfront von Judäa? Die sitzen da drüben! SPALTER!"[Prian von Nazareth]
Das ist genau der Punkt. Die würde ich gerne sehen. Ob sie dann von den Leuten ausgerichtet wird, die eben dies wiederholt öffentlich behaupteten finde ich schon spannend.
Sicher kann man überlegen, ob man an einem anderen Ort eine andere oder bessere Veranstaltung machen kann. Dazu gehört aber mehr als zu sagen "hier das ist BlogTalk (link) aber die sind doof" oder "ich könnte das besser".
Es muss ja schon einen Grund geben, warum man in Deutschland sowas bislang noch nicht, in welcher Form auch immer, auf die Beine gestellt hat.
Und mehr habe ich im ursprünglichen Beitrag ja auch gar nicht geschrieben. Für meine harsche Verwendung des Wortes "harsch", welches ja anscheinend einen gewissen Nerv getroffen haben muss, entschuldige ich mich demütigst.
...könntet es selber viel besser machen wenn ihr wölltet was ihr aber irgendwie nicht wollt, und ausserdem dient blogtalk ja nur irgednwelchen profilierungen und/oder machtspielchen der veranstalter...
Ich habe nicht gesagt, dass ich es machen würde oder dass ich es besser machen würde. Allerdings habe ich das auch nicht ausgeschlossen. Ich habe dazu einfach nur nichts gesagt!
Das mit den "Profilierungen" habe ich allenfalls als Frage aufgeworfen, weil ich das Argument nicht nachvollziehen kann.
...und ich bin gespannt auf eure internationalen veranstaltungen a la "Ich glaube aber schon, dass es in jeder größeren Stadt Freiwillige geben wird"...
Habe ich eine angekündigt? Wo? Wann? Aber: Glaubst Du, dass es in Europa nur vier Leute gibt, die das machen würden? Warum schließt Du aus, dass es sowas an einem anderen Ort geben könnte?
Du vermischt hier zwei Postings/Meinungen von mir und Couch-Nico.
Ich will die BlogTalk nicht ersetzen oder runtermachen (habe ich auch nicht). Aber ich darf sie wohl kritisieren, oder? Ich finde die Veranstaltung bzw. ihre Existenz gut, auch wenn ich nicht bereit wäre, so viel Geld dafür zu investieren, an ihr teilzunehmen (Flug, Hotel etc.). Ich fände aber EINE BlogTalk an verschiedenen Orten besser als VIELE "BlogTalks" an verschiedenen Orten. Und dazu müsste der Veranstaltungsort eben IMHO wechseln. Und es liegt an den Organisatoren, die Veranstaltung auch an einem anderen Ort stattfinden zu lassen, auch ohne sie "wegzugeben".
So, vertragen wir uns jetzt wieder? ;) Ich mag zumindest nichts mehr dazu sagen, da es beginnt, sich im Kreis zu drehen.
Das wirds dann wohl nicht geben, wenn sich alle zurücklehnen und feixen, anstatt mit dabei zu sein oder anpacken zu wollen.
A sagt: Ich finde das sollte man so machen.
B sagt: Das will ich sehen.
Meine Erfahrung lehrt mich: das führt zu nichts. Nach Diktat verreist.
und kritisieren darf und kann man auf jeden fall, keine frage! sonst hätte ich das ganze thema auch gar nicht gebloggt. denn in letzter zeit halte ich es so, dass die sachen die ich wirklich persönlich für nicht sehr ergiebig halte auch gar nicht hier erwähnt werden.
und wegen verschiedenen weblog-konferenzen an verschiedenen orten, also ich würde das sehr begrüssen.
und Nico, in der tat muss man mitmischen wenn man etwas verändern möchte, auch dann wenn sich die ziele nicht zu 100% mit den eigenen decken, denn sonst passiert in der tat gar nix. das war auch ein ursprünglicher anlass, wieso ich mich in diesem vielleicht nicht ganz so glücklichen posting über die kritik an blogtalk ausgelassen habe. jedenfalls danke ich euch so oder so für eure geduld mit mir.
<a href="http://frisbee.blogger.de/s... für eine bestimmte Zeit. Erklärend füge ich hinzu, dass ich selbst nicht weiß, wieso dies hier passen könnte. ;-)
also: ein Kamel wird geschenkt
http://frisbee.blogger.de/s...
Nu aber
Zwei Anmerkungen von mir.
Ich versteh' nicht ganz warum hier solche Emotionen im Spiel sind, richten sich die gegen mich als Person oder gegen die Konferenz als solche oder gegen beide.
Zur Wanderveranstaltung. Ich sehe das sehr positiv. Habe auch darüber mit Milverton Wallace gesprochen, der Netmedia[http://www.net-media.co.uk/] erstmals seit 2003, glaube ich, durch Europa führt.
Worum es geht, wenn mann international agiert, so sagt er, ist eine starke lokale Mannschaft zu haben, dort wo der Austragungsort.
Nun, die gilt es aufzubauen, das geschieht nicht von heute auf morgen.
Ein Einladung ergeht an alle über 2005 nachzudenken, allerdings sollte das dann wahrscheinlich nicht im deutschen Sprachraum sein, vermute ich.
Übrigens: seit einiger Zeit darf - bis auf wenige Ausnahmen (Länder) jeder nach Nordamerika reisen. Sogar Papers für Konferenzen einschicken ist nicht reglementiert, soweit ich weiss.
Allerdings - "eine starke lokale Mannschaft aufzubauen" dürfte bei einer Konferenz, die über Weblogs handelt, wohl kein Problem sein. Ich habe durchaus positive Erfahungen gemacht wenn es darum ging, lokale Kräfte zu aktivieren und ich bin sicher, dass man nicht unbedingt zwei, drei Jahre braucht bis man - wo auch immer - eine lokale Mannschaft zusammengetrommelt hat.
Unverständlich bleibt mir der Satz, warum 2005 eine Veranstaltung NICHT im deutschen Sprachraum stattfinden sollte. Ich werte es einfach mal als reflexartige Reaktion auf die geäußerte Kritik... Dass Potential für eine deutsche Veranstaltung, die nicht unbedingt in Wien stattfinden muss, da ist, beweist z.B. der Vortrag von Edlef Stabenau auf der diesjährigen Inetbib-Tagung.
Ad Astra
Das ist keine "Reflexartige Reaktion", sondern höchstens fair.
Für eine internationale Konferenz auf "fremden Boden" brauchst du 1 Jahr Vorbereitung, meine ich auf Basis meiner Erfahrungen.
Ad Astra
Ich persoenlich freue mich schon auf ein 2. Wien-Aufenthalt. Fuer 2005 ueberlege ich mich gerne nochmal ob das was fuer uns in Enschede waere. Dazu werden Lilia und wohl noch vor der Blogtalk 2 mit mehr konkreten Vorschlaegen kommen muessen damit das eine Chance hat auf Erfolg.
MfG
Ton