Abmahn-Abkassierer im Netz

21. Oktober 2003 - 16:17 Uhr - Moe
... sind wirklich die mieseste Brut allerunterster Schublade, da sind sogar Spammer recht edle Wesen dagegen. Nur weil irgendwelche gescheiterten Jura-Studenten nun ihr Säckel mit abartiger Rechtsverdreherei füllen müssen, sind tagtägliche Netz-User wie Du und ich, die das Netz nutzen um sich zu informieren, mit Freunden zu treffen, Spass zu haben, zu arbeiten, zu lernen... von diesen Abmahn-Aasgeiern betroffen.
Sicher, es mag auch gerechtfertigte Abmahnungen geben, ich meine hier aber die Abkassierer, welche per Massen-Abmahnung mit Einschüchterungstaktiken den meist ebenso ahnungslosen wie unschuldigen Usern das Geld aus der Tasche ziehen. (siehe auch Telepolis: Abmahner und Absahner: Anwälte packen aus)

Sannie scheint leider in die Klauen solcher Drecksäcke geraten zu sein (1, 2) und es geht nun sogar soweit, dass sie ihr Weblog und ihre Kommentare zensieren muss (auch wenn dies momentan ihr kleinstes Problem ist, nehme ich an). Es kann nicht angehen, dass solche Abmahner das Netz als einen freien Raum zerstören.

Eine informative Website zum Thema: www.abmahnwelle.de. Vor allem die Fallbeispiele in den Zitaten auf der Startseite sind wirklich krass.

Einige wichtige inhaltliche Punkte die dort auch gleich genannt werden: Das Zivilrecht nimmt keine Rücksicht auf Kinder und Jugendliche.

Es spielt keine Rolle, ob Sie mit Ihrer Homepage Geld verdienen.

Keine Versicherung nimmt Ihnen die Kosten für die Abmahnung ab.
Gerade letzteres war mir nicht bekannt. Eigentlich wollte ich mich demnächst nach einer Rechtsschutzversicherung umsehen, die mich vor genau so etwas schützt. Denn ich habe keine Lust, mir meine Redefreiheit aufgrund irgendwelcher kapitalistisch-juristischer Abartigkeiten nehmen zu lassen. Nur wie soll man das bewerkstelligen? Schliesslich kann man sich ja wohl kaum den eigenen Weblog-Anwalt leisten um jedes Posting erst mal checken zu lassen. Ebensowenig scheint es von irgendwelcher Bedeutung zu sein, ob man völligst unkommerziell und zudem nach bestem Wissen und Gewissen handelt, oder eben nicht.
Und es kann einfach nicht angehen, dass das Netz zu etwas verkommt, in dem diejenigen die Gewinner sind, die kommerziell und ohne bestes Wissen und Gewissen handeln!

11 Kommentare:

  1. ralph schrieb:
    Mich macht sowas auch immer wieder wuetend, doch es nuetzt ja alles nichts. Der beste Schutz ist, sich zu organisieren. Z.B. einen bundesweiten Bloggerverein gründen, der zur Not einen Anwalt beauftragen kann (bezahlt durch Mitgliedsgebühren). Ich waere auf einer wie auch immer organisierten Gründungsveranstaltung dabei und würde bei der Vorbereitung helfen. Und ich hoere es schon unken, "Vereinsmeierei" und so weiter. Aber das sind nur ausreden, organsiert ist man halt in einer viel besseren Position, von allem gegen die Geier im Netz.
    # 21. Oktober 2003 - 17:50 Uhr
  2. Irene schrieb:
    ...wenn man sich über Grundsätzliches einig ist. Es müsste dann genau geregelt werden, welche Spielregeln die Mitglieder einhalten müssten, um den Rechtsschutz des Vereins zu genießen - wie bei einer Fahrrad-Diebstahlsversicherung, die zahlt ja auch nur, wenn das Rad abgeschlossen war. (Wo ist die Grenze im Weblog? Sind geklaute Fotos erlaubt oder nicht? Ja? Das kann teuer werden...)
    # 21. Oktober 2003 - 19:15 Uhr
  3. ralph schrieb:
    Hallo Irene, ich habe das Thema einmal in mein Weblog gepostet. Ein paar Beiträge gibt es bereits. Der Link liegt auf meinem Namen. - Spielregeln! In der Tat ein wichtiger Punkt.
    # 21. Oktober 2003 - 19:58 Uhr
  4. Der Schockwellenreiter schrieb:
    Versicherung: Moe, Du verwischt den Unterschied zwischen Rechtsschutz und Haftpflicht. Wahr ist, daß vermutlich keine Haftpflichtversicherung der Welt die Kosten für eine Abmahnung übernehmen wird. Eine Rechtsschutzversicherung hingegen wird wohl (nach der üblichen Prüfung) <b>Deine</b> Anwaltskosten übernehmen, wenn Aussicht auf Erfolg besteht -- meine zumindest tut es.
    # 22. Oktober 2003 - 08:19 Uhr
  5. Moe schrieb:
    thx für die infos jörg, ich werde mich mal wegen rechtsschutzversicherungen schlau machen - vor allem, ob ich mir das als student leisten kann. ich hätte aber schon sehr gerne diese sicherheit, also mal sehen.
    ralph, der gedanke so etwas in blogger-kreisen durch eine art spenden-fonds zu organisieren kam mir gestern abend beim einschlafen auch! 8-)
    ich denke es wäre da eine gute idee, sich zusammen zu schliessen. über die genauen regeln müsste man dann eben sprechen.
    # 22. Oktober 2003 - 10:50 Uhr
  6. Christian schrieb:
    also (ich hab jetzt zahlreiche postings in zahlreichen logs zum thema dieser elfin gelesen und bin grade in diesem log ... und post deswegen hier ;) - also, ihr deutschen scheint - allen klischees zum trotz - ja wirklich weltmeister der vereinsmeierei zu sein. von einer OBKA hab ich da gelesen, die man gruenden moecht, von blogger-gewerkschaften usw.

    die kollegin "elfengleich" hat ein unternehmen offensichtlich unter einem namen geführt, der bereits geschützt war und ist. natürlich kann das unternehmen, das diesen schutz innehat gegen "elfengleich" rechtliche schritte vollziehen. OHNE im übrigen deswegen gleich als "drecksäcke" dazustehen. sollte ausserdem dieser schutz nicht bestehen, hat "elfengleich" auch mit keinerlei problemen zu rechen.

    ein bisserl entspannter könnte man da schon sein. mir hingegen drängt sich beim lesen der vielen berichte über "elfengleich" immer mehr die frage auf, wie die inhaberin dieses liebenswerten nicks wohl "irl" sein muss. aber das ist eine andere geschichte :)
    # 22. Oktober 2003 - 20:43 Uhr
  7. Moe schrieb:
    irgendwie interessant dass du das so ganz einfach an einer nationalität festmachen kannst, christian. bei österreichern oder schweizern würde ich mir derartige verallgemeinerungen nicht erlauben.
    # 23. Oktober 2003 - 12:21 Uhr
  8. xwolf schrieb:
    Was Firmennamen angeht:

    Da sollte man sich auch nicht in Panik versetzen lassen!
    Gerade bei Firmennamen gibt es ein "Bestandschutz" für die Namen. D.h. wer nachweisen kann, daß er schon länger als eine andere Firma aktiv tätig ist unter dem Namen, sollte auf der sicheren Seite sein. Selbst gegenüber einen Markeneintrag.

    (Freunde von mir hatten dasselbe Problem.)
    # 23. Oktober 2003 - 12:33 Uhr
  9. Christian schrieb:
    naja, natürlich war das - aber es gibt ja anscheinend nur mehr wenig "gemeinsamen sinn" - etwas ironisch gemeint. aber ich möcht jetzt nicht den eindruck erwecken, da "klein beizugeben"; weil mir erscheint es schon erlaubenswert, etwa vom "langweiligen schweizer" zu sprechen, oder weniger zutreffend aber jedenfalls bewährt vom "gemütlichen österreicher" und ich gehe sogar soweit, zu postulieren, dass etwa der schockwellenreiter nur ein deutscher sein kann; wiewohl jedenfalls ein französisches pendant zu ihm denkbar wäre - nur ganz anders ausgebaut halt ... ;)
    # 23. Oktober 2003 - 15:45 Uhr
  10. Moe schrieb:
    also den zusammenhang zwischen nationalität und weblog-stil müssten wir dann noch weiter verfolgen. ;-)
    # 23. Oktober 2003 - 16:02 Uhr
  11. Sebastian schrieb:
    Warum schlagen wir die Juristen nicht mal mit ihren eigenen Waffen?

    Keine Rechtsberatung, nur Spinnerei. Folgende Idee:

    7 Blogger gründen 21 eingetragene Vereine!

    Kostenpunkt pro Verein ca. 20 € beim Notar, also 60 € für jeden Blogger.

    Vereinszweck jedes Vereines ist das Betreiben jeweils eines Blogs, Forums und eines Fotoalbums (daher braucht man 3 Vereine).

    In jedem der Vereine gibt es einen Vorsitzenden, der den Verein nach außen hin vertritt und eventuell auch das Blog, Forum, Fotoalbum betreibt (der Blogger, Forenadmin, Fotograf). Der Vorsitzende kann natürlich auch mehrere Vereine vertreten.

    Die anderen Mitglieder beraten und unterstützen den Vorsitzenden z.B. durch Stammtischtreffen 1x pro Jahr.

    Als nächstes werden die Vereine untereinander Mitglied. Das Forum und das Fotoalbum beim Blog, das Blog und das Forum beim Fotoalbum und das Fotoalbum und das Blog beim Forum. Weil ja auch alle Vereine sich einen Webserver zusammen teilen wollen macht das auch Sinn. Es ist auch zulässig, dass eine juristische Person in einem Verein Mitglied wird, wenn die Satzung das erlaubt.

    Alle natürlichen Personen bis auf den Vorsitzenden können nun austreten, falls sich z.B. herausstellt, dass kein geeigneter Ort für den jährlichen Stammtisch gefunden werden kann oder dass man sich irgendwie zerstritten hat.

    Es bleiben drei Vereine mit der gesetzlich zulässigen Mindestmitgliederzahl (3) übrig, die de facto allein vom Vorsitzenden (Blogger, Forenadmin, Fotograf) kontrolliert werden, der so auch die volle Kontrolle über sein Blog behält.

    Die Vereine kann man natürlich an verschiedenen Registergerichten in Deutschland eintragen lassen, das kann man sich frei aussuchen. Auch kann man Vorsitzender in mehreren Vereinen sein.

    Jeder Verein hat praktisch kein nennenswertes Kapital, so dass es sich nicht lohnt, diesen zu verklagen. Und falls doch einer unbedingt diesen Verein plattmachen will meldet man sofort Insolvenz an. Bevor der insolvente Verein aufgelöst wird muss dann noch schnell ein neuer gegründet werden, der dessen Mitgliedschaft in den beiden anderen Vereinen übernimmt.

    Noch lustiger kann es werden, wenn man Auslandsvereine einschaltet (z.B. eine amerikanische Foundation, einen englischen Club), ist aber sicher eher etwas für Fortgeschrittene, da aufwändig und evtl. teuer.

    Wer das weiterspinnen will kann mir ja mal mailen an info@seriousmoneyfast.com
    # 26. Juni 2006 - 18:33 Uhr

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