"Bloggen" im 18. Jahrhundert

15. September 2003 - 11:25 Uhr - Moe
Die Debatte um die Rolle von Weblogs in der heutigen Medienöffentlichkeit zeigt auffallend viele Übereinstimmungen mit der Kultur der Pamphletisten im 18. Jahrhundert
Sowohl Weblogs als auch Pamphlete mussten ihre Durchschlagskraft erst gegen ein etabliertes politisches und intellektuelles Feld erzwingen. Auffallend ist: Wo Pamphlet und Blog größere Öffentlichkeit erzeugen, haben sie sehr oft Debatten mit einer stark ethischen Schlagseite provoziert. Das Zu-Tage-Bringen von Tabu-Themen war und ist dabei Zeichen eines solchen neuen medialen 'Eroberungs'-Diskurses.
[via Telepolis]

Sehr gut gefiel mir im Text auch die Stelle: Manches, so Darnton, was in Paris in den letzten Jahrzehnten des Ancien Regimes zirkulierte, "verrät den verfeinerten Höfling, manches trägt den Stempel des bloßen Gerüchts, und manches wurde in den Gasthäusern geschmettert oder bei der Arbeit weitergetratscht. Doch letztlich lief alles zusammen. Die Übertragungslinien kreuzten und gabelten sich oder breiteten sich fächerförmig aus, und sie verknüpften sich in einem Kommunikationssystem, das derart dicht war, dass ganz Paris von Neuigkeiten über die öffentlichen Affären widerhallte. Schon lange bevor das Internet existierte, existierte die Informationsgesellschaft."

2 Kommentare:

  1. Jim schrieb:
    Schön und spannend finde ich auch die Lektüre im ältesten aller modernen Bloggs: <a href="http://www.pepysdiary.com/"> Pepys Diary</a> aus dem 17. Jahrhundert. Heute vollständig online natürlich ... ;)
    # 15. September 2003 - 16:33 Uhr
  2. Moe schrieb:
    cool, den link kannte ich noch gar nicht. danke! :) http://www.pepysdiary.com/
    # 16. September 2003 - 13:21 Uhr

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