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21C3: Auf Wiedersehen

29. Dezember 2004 - 19:43 Uhr - Irrlicht
19h. Upcoming Security Nightmares, darum geht es jetzt. Brainstorming und Saalsdiskussion sind geplant, angesetzt auf zwei Stunden, aber ich werde nicht die ganze Zeit da sein, der Saal ist komplett überfüllt & die Erdlinge und ich sitzen auf dem Boden - zum Teil auf der Bühne - und alle dreißig Sekunden tritt einer auf mich drauf.

Sie beginnen mit der Ansage einer Menge Empörung am Telefon während des Kongress und diskutieren die Frage nach Macht, Wissen und Verantwortung, was sich wohl mit dem Satz zusammen fassen lässt: man darf beim Hacken auch was denken... Hm, geht nicht, sie werden mich tot trampeln, da gehe ich lieber noch ein bisschen Quatschen und auf faul dem Sofa des Buch des Wissens der Erdlinge herumliegen. Gleich gibt es noch den Abschlussvortrag, aber hinterher werde ich nichts mehr berichten, sondern mich Aufräumarbeiten widmen (Außerdem hörte ich gerade gerüchteweise, dass um 20h das Netzwerk abgeschaltet wird...) Also: Vielen lieben Dank an die Orga und all die helfenden Hände, ich hatte drei sehr schöne Tage, drum nun:

Auf Wiedersehen ihr lieben Hacker und immer dran denken, wie schon Roland Huntford schrieb:

s»Amundsen hatte nicht vergessen, daß nach der Nord-West-Passage das Telegramm "gestohlen" und die Nachricht unbefugt weiter gegeben worden war. Das würde ihm nicht noch einmal passieren. Das Risiko mit einem R-Telegramm würde er nicht noch einmal eingehen, er würde mit Sicherheit nichts im voraus arrangieren und von seinen Absichten nichts nach außen dringen lassen. Anonym und als barzahlender Kunde würde er das Telegrafenamt betreten. Nach dem Verhalten von Major Glassford vom U.S.-Nachrichtenkorps traute er niemandem, der für irgend eine Telegrafengesellschaft arbeitete, und hatte deshalb ein Chiffre festgelegt, zu der nur er und sein Bruder den Schlüssel besaßen.«

P.S. Und einen besonders fetten Dank selbstredend an Herrn Moe für diese HeiMstatt.

21C3: Der Brief

29. Dezember 2004 - 11:50 Uhr - Irrlicht
A letter to His Majesty, from Fray Tomás de Berlanga, describing his voyage from Panamá to Puerto Viejo, and the hardships he encountered in this navigation. 26. April 1535

Ein Brief des Gesandten Irrlicht an seine Merkwürdikeit Rophopobb den Älteren von Rumulus 8



Euer Merkwürden,
Im Rahmen meiner Feldstudien, die Ihr mir erlaubt für Euch durchzuführen, und worüber ich mich glücklich schätze, finde ich nun einmal Zeit Euch zu schreiben, da ich die nächsten Veranstaltungen erst am Nachmittag besuchen werde. An diesem Ort - ähnlich wie bei dieser Tempelsache - haben sich ein paar Händler eingeschlichen. Sie verkaufen recht Nützliches, so u.a. Speisen, und fördern einen seltsamen Brauch, den ich bei den Erdlingen beobachten konnte. So pflegen sie ihre Körper zu vertextlichen, indem sie eine Art Stoffschläuche mit Schriftzeichen bedrucken und diese über ihre Körper ziehen. Diese Stoffschläuche enthalten Anweisungen wie »Sie können den Computer jetzt wegwerfen« oder »Igittigitt«. Woher dieser Brauch stammt und welche Funktion er haben könnte, habe ich nicht heraus gefunden. Vielleicht liegt es nur daran, dass sie ansonsten alles vergessen würden...

So verbleibt mit freundlichen Grüßen

Euer Irrlicht, das sich glücklich schätzt, in Schönheit zuverweilen, da es die Welt zu erfassen und zu veräußern vermag und hofft, sich und andere damit beschenkt zu haben...

21C3: Kleine Dinge

28. Dezember 2004 - 23:33 Uhr - Irrlicht
21h Im Moment gibt Erdling Bogk eine Einführung in die Rastersondenmikroskopie. Bereits in den frühen 70iger Jahren gab es den Topographiner von Prof. Young. 1984 erfanden dann Rohrer und Binnig von IBM das Rastertunnekmikroskop. Dabei gab es Probleme mit Metalloberflächen und dem Vakuum, denn wenn noch was lebt muss man es tot machen. Deshalb erfanden sie 1986 das Rasterkraftmikroskop. Das kann man in offener Luft betreiben, es muss nur erschütterungsfrei sein. Es hat eine erreichbare Genauigkeit im Sub-Nanometerbereich und werden z.B. in der Biologie verwendet. Hacker mögen es zum Beispiel für gelöschte Bits auf Festplatten oder Chipoberflächen. Aber man sollte sagen, dass Passidierungsschichten (Glas...) auf Chips nerven...

Ein paar Bilder...


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21C3: Sehen, dass man gesehen wird...

28. Dezember 2004 - 20:13 Uhr - Irrlicht
Zwischendurch Es gibt hier eigenartige Schilder....



»When I found that I was a prisoner a sort of wild feeling came over me. I rushed up and down the stairs, trying every door and peering out of every window I could find, but after a little the conviction of my helplessness overpowered all other feelings. When I look back after a few hours I think I must have been mad for the time, for I behaved much as a rat does in a trap. When, however, the conviction had come to me that I was helpless I sat down quietly, as quietly as I have ever done anything in my life, and began to think over what was best to be done«

19h. Ich war wohl froher Hoffnung einen kleinen Radiosender bauen zu können, um bald nach Hause zu telefonieren, aber dazu hätte ich eine Anmeldung benötigt. Aber es soll demnächst die Baunanleitungen im Wiki geben... Auch dort zu findern: Eine Übersicht über alle Hacks...

21C3: Liste der nervigen Dinge

28. Dezember 2004 - 15:35 Uhr - Irrlicht
15.30h. Sie... sie haben eigenartige Veränderungen an mir vorgenommen. Hoffentlich darf ich bald nach Hause... Damit man mich nicht verdächtigen kann, ich wäre von den Erdlingen fremdgesteuert, soll hier nicht verschwiegen werden, was denn nicht so schön ist. Hilfreich hierfür ist - wie das das Buch des Wissens der Erdlinge weiß - eine Liste. Zum Beispiel die Liste der fiktionalen Computer oder die Liste esoterischer Programmiersprachen. Die Liste der explodierten Wale (Danke, Baldhur!) ist dankenswerterweise in einem Artikel zusammengefasst worden.

Liste der nervigen Dinge auf dem 21C3

  • Sie haben mein Raumschiff geklaut

  • Warum bin ich so klein, dass die Leute unbedingt immer an mir vorbei wollen?

  • Warum reden einige Leute so schnell, dass man unmöglich mitschreiben kann? Möglichst viel in möglichst knapper Zeit...

  • Nein, man muss seine Vorträge nicht ablesen

  • Es gibt tatsächlich Erdlinge, die penetrant darauf bestehen, sich mit einem zu unterhalten, obwohl man eindeutig klar gemacht hat, dass man in Ruhe in seinen Guckkasten schauen möchte (und das hier...)



Wird fortgesetzt...

21C3: Die Werbung

28. Dezember 2004 - 14:05 Uhr - Irrlicht
14h. Linkys Papa ist müde und ich bin auch ganz schummrig... doch zu meiner Freude habe ich soeben festgestellt, dass die Erdlinge eine Menge Bäume gefällt und daraus etwas hergestellt haben, dass sie Kongressband nennen. Es ist 435 Seiten dick und kostet 25 Euro (ISBN 3-934636-02-0). Ob man ihn auch von Rumulus 8 aus besellen kann, weiß ich nicht. Folgendes ist darin enthalten:

Keynote: Die üblichen Verdächtigen / Towards Next-generation Peer-to-Peer-Systems / Verdeckte Netzwerkanalyse / Ciphire Mail / Free Software in South America / Squak an Croquet / Cored Programming / Machine Learning in Science and Engeneering / Zufallszahlengeneratoren / SUN Bloody Daft Solaris Mechanisms / The Blinking Suspects / Digital Prostethics / Trusted Computing / Weird Programming 2 / USB - Unbekannter Serieller Bus / Quantenmechanik für Nichtphysiker / Portable Software-Installation with pkgsrc / Anti-Honeypot Technology / Automated Hacking via Google / Verified Fiasco / Enforcement of Intellectual Property Rights under German Law / Security Frameworks / Die Propagandawüste des realen Krieges / Voting Machine Tecnology / Merh Sicherheit für HostAP-WLANs / Suchmaschinenpolitik / Videoüberwachung im europäischen Vergleich / How to find *anything* on the web / State of emergent Democracy / Spam-Politik / Passive covert channels in the Linux kernel / Tor / Haskell / Practical Mac OSX Insequrity / Positionsbezogene Ad-Hoc Collabaration über WLAN / Sicherheitsmanagement / Forth / Information - Wissen - Macht / Fight for your right to Fileshare / Bericht von den BigBrotherAwards

21C3: Bloggertreff am Mittwoch & einiges mehr

28. Dezember 2004 - 12:47 Uhr - Moe
Nico Lumma schlägt ein Bloggertreff auf dem 21c3 vor, und zwar am Mittwoch um 14 Uhr. Der Ort wird noch festgemacht, alles weitere dazu in Nicos Kommentaren.

Und da wir anscheinend für etwas Verwirrung gesorgt haben: Nein, ich bin nicht auf dem 21c3, sondern das Irrlicht ist dort. Und wir sind wirklich in der Tat nicht ein- und diesselbe Person. Auch wenn wir - aus reinem Hochmut heraus - auf einen Beweis dieser Behauptung verzichten werden. ;-)

Ansonsten bleibt mir nur, allen Erkundungsreisenden präventiv eine gute Besserung zu wünschen.

Last but not least noch zwei zentrale Links zum 21C3: Der Planet 21c3 ist ein Aggregator mit weiteren Blog-Feeds zum Thema, und die Wikipedia hat eine Portal-Seite zum 21c3.

21C3: Die Speisung

28. Dezember 2004 - 12:32 Uhr - Irrlicht
11h. Da ist sie. Die Terra Nova. Jenes Schiff, welches Kapitän Scott über die Wasser trug, bevor er zu Fuß gegen seinen Rivalen Amundsen den Kampf um den Südpol antrat. Scotts Mannschaft erhielt pro Mann und Tag 20 g Tee, 454 g Zwieback, 24 g Kakao, 340 g Pemmikan, 56,7 g Butter und 85,13 g Zucker. Admundsens Truppe erhielt 400 g Zwieback, 75 g Trockenmilch, 125 g Schokolade und 375 g Pemmikan. Mein Tag beginnt mir einer köstlichen Speisung, die der Kontaktaufnahme mit einer Gruppe namens Haecksen dient.
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21C3: Der Bär

27. Dezember 2004 - 22:11 Uhr - Irrlicht
20h Ich sollte ein paar Kalorien zu mir nehmen, doch es ist mir nicht vergönnt, einen echten Bären zu erlegen. Ja, Lewis, er durfte mit dem Bären kämpfen...

Set out this morning at the usual hour; the wind was moderate; I walked on shore with one man, about 8. A.M. we fell in with two brown or yellow [white] bear; both of which we wounded; one of them made his escape, the other after my firing on him pursued me seventy or eighty yards, but fortunately had been so badly wounded that he was unable to pursue so closely as to prevent my charging my gun; we again repeated our fir[e] and killed him.
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21C3: Ein Lichtlein

27. Dezember 2004 - 17:41 Uhr - Irrlicht
15h Papierpixel ist ein 6x6 großes, manuell gestuertes Display nicht größer als ein DIN A4 Blatt. Ob ein Pixel an- oder ausgeschaltet ist, wird, ähnlich wie bei einem klassischen Lochkarten-Computer, im althergebrachten Datenträger Papier bestimmt.


Zwischendurch. Viele Hände gehören den Engeln. Engel, so glauben die Erdlinge, wären dazu da, den Göttern zur Seite zu stehen, aber Götter habe ich hier noch keine gesehen. Die Engel werkeln hier und da, verkaufen Tickets, lassen rein und raus, dokumentieren, was so vor sich geht und vieles mehr. Das ist sehr nett. Danke.

16h. Jetzt spricht der wehrte Herr, welcher für das das Buch des Wissens der Erdlinge verantwortlich ist, und den sie freundlicher Diktator nennen, über soziographische Faktoren der Buchproduktion. Hierbei gibt es zwei unterschiedliche Ansichten darüber, wie die Arbeit funktioniert. Die einen beahupten, es wäre eine Art pseudo-darwinistische Angelegenheit, wie ein Ameisenhaufen, der etwas produziert. Die andere Sichtweise sieht eine Community aus denkenden Usern, die etwas produzieren. Herr Wales folgt der zweiten Sichweise, was er mit ein paar Zahlen belegt, so würden 10% aller User 80% aller Änderungen machen. Er unterscheidet verschiedene Typen von Wikipedianern: 1. Die Arbeitsbienen. Jene arbeiten, aber fallen nicht weiter auf. Sie teilen sich in Generalisten (tun, was immer anfällt) Spezialisten und Korrektoren. 2. Sock-Pupppets: Leute, die unter mehr als einem Account editieren. Vielleicht, weil sie Anonymität wünschen oder weil sie von einem Troll zu einem User werden. 3. Richter: Bemühen sich um das Lösen von Regel-Probleme. 4. Motten: Jene suchen Flames, manchmal kann das inspirierend sein. 5. Vandalen: Machen unsinnige Zerstörungen, die aber so einfach zu reverten sind. Und wie funktioniert das nun? Seiner Ansicht nach besteht ein funktionierender Mix aus Konsens, Demokratie, Aristokratie und Monarchie. Aber nicht zuletzt über eine Flexibilität der Wikipedianer in Bezug auf den Punkt, Ergebnisse in einem Prozess zu erlangen. Gesteuert wird das alles über Software, Regeln und nicht zuletzt über Liebe und Respekt.

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21c3: Die Zurschaustellung

27. Dezember 2004 - 13:17 Uhr - Irrlicht
10h. Soeben wurde ich Zeuge einer schaurigen Begebenheit. In einem großen Saal fand eine Zurschaustellung statt. Welche Straftaten die beiden Unseeligen begangen haben, weiß ich nicht, jedenfalls hat man sie von den restlichen Erdlingen isoliert und sie gezwungen in aller Öffentlichkeit ein Bekenntnis abzulegen. Den einen Erdling nannten sie Pritlove, der andere hatte keinen Namen. Folgende Dinge haben die beiden eingestanden: Sie seien verantwortlich für die Zusammenrottung einer Horde Verdächtiger, genannt Hacker, welche aus allen Teilen des Planeten zusammengekommen sind. Ansonsten hätten sie einen Haufen Veränderungen vorgenommen, was der Grund dafür sein mag, dass die anderen sie so scheußlich verhafet haben. So würden die Erdlinge sich mehrsprachig äußern, mehr Räume als üblich seien besetzt und es gäbe mehr Equipment für das Netzwerk, aber das wäre nur ein Unfall gewesen. Was für ein Planet. Schlimm.
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21C3: Die Landung

26. Dezember 2004 - 19:27 Uhr - Irrlicht
Die Außenwelt - unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2004. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Irrlicht, das mit seiner 1 Außerirdischer starken Besatzung drei Tage lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Blogosphäre entfernt, dringt das Irrlicht in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

19Uhr. Landung erfolgreich, hier bin ich nun. Zunächst werde ich für den morgigen Tag eine Zugangsberechtigung benötigen, die ich im Tausch gegen ein paar frisch replizierte, bunt bedruckten Papierstreifen erhalten werde. Die vorangegangene Kontaktaufnahme mit den Erdlingen ergab die Möglichkeit die Aufzeichnungen meines Expeditionstagebuches bei dem wohlgeschätzten Herrn Moe archivieren zu dürfen, wofür ich sehr dankbar bin. So findet sich dort eine extra Schublade für mich und etwas, das die Erdlinge Feed nennen. Nun, der Reseiführer für extraterrestrische alleinreisende junge Damen beschreibt die Örtlichkeit wie folgt:

»Das Kongresszentrum am Alexanderplatz. Ehemals befand sich auf dem Gelände das Lehrervereinshaus, ein Jugendstilbau aus den Jahren 1907/08. Es bot Geschäftsräume und eine Bibliothek für ein reformorientiertes Weiterbildungsprogramm und 1919 fand die Gedenkfeier für Karl Liebkbecht und Rosa Luxemburg in ihm statt. Das heutige Gebäude wurde in den Jahren 1961-1964 erbaut. Im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs und des Nationalen Aufbauprogrammes entstand zusammen mit dem danebem gelegenen Haus des Lehrers ein Gesamtensemble nach den Entwürfen der Architekten Hermann Henselmann, Bernhard Geyer und Jörg Streitparth. Zu Beginn des neuen Jahrtausends, konkret vom März 2002 bis zum September 2003, wurde das Gebäude grundlegend saniert und umgebaut, rund 23 Räüme mit 5000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche bietet es nun. Und der Chaos Computer Club veranstaltet hier seinen jährlichen Kongress