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Archiv: November 2007
26. November 2007 - 22:06 Uhr - Moe
Sollte es nicht darum gehen, damit irgendwelche Schwerverbrecher dingfest zu machen? War da nicht irgendwie die Rede von "Sicherheit", wasimmer das heißen mag? Weit gefehlt. Man kann bei der momentanen Debatte durchaus den Eindruck haben, es gehe vielleicht eher darum, Rechteinhaber direkt auf diejenigen, die dieses Recht verletzen loslassen zu können, ganz ohne Staatsanwalt. Selbstjustiz sozusagen. Dass Urheberrecht in einer digitalen Welt in seiner derzeitigen Form faktisch nicht wirklich gut funktioniert, aus einer kulturellen Perspektive vielleicht sogar Schaden anrichtet - und diese Erkenntnis
ist nicht neu - scheint dabei keine Rolle zu spielen. Oder eben doch, je nachdem aus welcher Perspektive man es nun betrachten mag. Das zynische Ergebnis dessen:
Während der Bundestag den Zugriff auf gespeicherte Daten grundsätzlich auf die Erteilung von Auskünften für hoheitliche Zwecke beschränken will, drängen die Länder darauf, die Daten auch Rechteinhabern zur Verfügung zu stellen. Diese sollen einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch gegenüber Internet-Providern erhalten, also ohne Einschaltung der Staatsanwaltschaft die Daten von Internetnutzern bei deren Providern abfragen können. [...]
Der Bundestag argumentiert dabei wie die Rechteinhaber: Es gehe darum, eine große Zahl von potenziellen Rechtsverletzern nicht in unnötiger Weise zu kriminalisieren und die Staatsanwaltschaften zu entlasten.
golem.de: Erhalten Rechteinhaber Zugriff auf Vorratsdaten?
[via
Spreeblick]
Letztendlich sind wir vielleicht gar nicht soweit davon entfernt, dass hier
ähnlich wie bei der Videoüberwachung argumentiert wird: Vorgeblich geht es um "Sicherheit", und dass man Verbrechern das Handwerk legen müsse. Der eigentlich intendierte Effekt ist aber die
Verhaltens- und im weitesten Sinne auch Bewusstseinskontrolle einer breiten Masse. Die Bürger müssen schliesslich Kunden und passive Komsumenten bleiben. Oder werden. Und die Wähler machen auch noch eifrig mit. Wofür ham wir denn schliesslich ne Demokratie.
Tags: Ueberwachung, Vorratsdatenspeicherung, Internet.
1 Kommentar
23. November 2007 - 14:02 Uhr - Moe
Mein Bruder
Mike hat seine Hausarbeit mit dem Titel
Das Computerspiel-Dispositiv in seinem Blog veröffentlicht:
In dieser Hausarbeit möchte ich die Apparatus-Theorie benutzen, um das Dispositiv Computerspiel näher zu betrachten und evtl. auftretende ideologische Effekte zu analysieren. Dabei wird – ganz im Geiste Baudrys –von konkreten Inhalten abstrahiert und lediglich das Dispositiv betrachtet. [...]
Ich werde genauer betrachten, ob und wenn ja, inwiefern ein Eintreten in den Regressionszustand beim Spielen am Computer möglich ist und skizzieren welche ideologischen Effekte dabei womöglich auftreten könnten.
Mosel, Michael: Das Computerspiel-Dispositiv (PDF)
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23. November 2007 - 10:33 Uhr - Moe
Was im Gesetzentwurf zur heimlichen "Online-Durchsuchung" steht, scheint sich nicht so ganz mit dem zu decken, was Herr Schäuble auf der Herbsttagung des BKA behauptete:
Online-Durchsuchung: Schäuble verschweigt wichtige Details (SWR.de)
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22. November 2007 - 09:08 Uhr - Moe
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21. November 2007 - 21:20 Uhr - Moe
Bei
Waxmann ist nun übrigens der von
Theo Hug herausgegebene Band
"Didactics of Microlearning" erschienen, der somit die Ausdifferenzierung des Begriffs des
Microlearning - welches zunächst im Rahmen der Proceedings der
Microlearning-Konferenzen eine weitere Verbeitung durch mehrere Autoren auch ausserhalb Innsbrucks fand - weiter vorantreibt.
This book is a comprehensive and articulate introduction to the emerging field of microlearning. In public institutions, in small and medium sized enterprises and in informal contexts we are all dealing with increasingly complex learning requirements, more fragmented knowledge, demands for greater cultural flexibility, and rapid technological change. As a result, new approaches are required, focusing on microcontent, medial fluency and spaces of learning. The volume is unique in its selection of concepts and examples that deal with:- micro-steps of learning in meso- and macro-contexts
- pedagogical, cultural, organizational and technological dimensions of microlearning
- the educational use of various local and mobile devices and media
- the integration of microcontent into new structures of knowledge
- networked spaces for learning, work and play
- game-based concepts for meaningful teaching and learning
- micromedia and micro-didactics for new learning cultures
- the evaluation of mediated learning environments and processes
Weiterlesen
Darauf weise ich doch gerne hin, da ich selbst in den
Microlearning Proceedings 2005 publiziert, und im Jahr 2006 wie bereits erwähnt für die
RSA im Bereich der didaktisch-konzeptionellen Entwicklung des Microlearning gearbeitet habe. Wer sich im akademischen Umfeld etwas auskennt weiss aber, dass Conference Proceedings schon nochmal etwas anderes sind, so im Vergleich zu regulären akademischen Buchpublikationen, die wesentlich stengere Qualitätsmerkmale haben. Aber ich schweife ab.
Tags: eLearning, Microlearning.
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21. November 2007 - 20:48 Uhr - Moe
Ok, das sind jetzt nicht gerade
Breaking News, die Geschichte geht ja schon seit letzter Woche durch die Blogosphäre. Aber
warum die SPD nun eigentlich die Vorratsdatenspeicherung abgenickt hat, muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Eine Zustimmung ist auch deshalb vertretbar, weil davon auszugehen ist, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts möglicherweise verfassungswidrige Bestandteile für unwirksam erklären wird.
Plenarprotokoll 16/24 (PDF) [via
law blog]
Ich habe das im PDF übrigens auf Seite 13032 gefunden, nicht auf S. 13031..?
Wurde das eigentlich auch in anderen Mainstream-Medien - von Blogs jetzt mal abgesehen - berichtet? Ich meine, das ist ja schliesslich schon ein ziemlich starkes Stück. Nicht dass ich ein besonderer Freund der SPD wäre - aber so schaufelt man sich ja nun wirklich sein eigenes Grab.
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18. November 2007 - 11:51 Uhr - Moe
Hier war es in den letzten Monaten ja mal wieder ziemlich ruhig. Meine Zeit in Innsbruck ging zuende, und dementsprechend hektisch ging es dann auch erstmal zu. Da mich in letzter Zeit einige Leute gefragt haben, was ich in Innsbruck eigentlich mache bzw gemacht habe und was ich jetzt so treibe, will ich nun wenigstens mal kurz Bescheid sagen. Wie diejenigen, die hier schon eine Weile mitlesen ja wissen dürften, bin ich nach Beendigung meines Studiums in Gießen Ende 2005 eingeladen worden, ab April 2006 im
Researchstudio eLearning Environments der
Research Studios Austria in Innsbruck zu arbeiten. Dort war ich dann bis Ende 2006, und habe an der didaktischen Entwicklung einer Microlearning-Anwendung gearbeitet, zwei Workshops zu Web 2.0 und
Microlearning für die
European Academy for Microlearning in Innsbruck durchgeführt sowie einen Workshop zu Microlearning an der
Donau-Uni Krems, und einen kurzen Vortrag auf der
Microlearning Konferenz 2006 gehalten.
Netterweise kamen neben dem Job auch noch ein paar andere interessante Einladungen, so war ich Ende 2006 zweimal beim
Institut für Wissensmedien in Tübingen, um dort an einem
Expertenchat zu Social Software teilzunehmen, und einen kurzen Vortrag auf dem
Workshop für Bildungsportale zu halten, bei dem ich das
BildungsBlog vorgestellt habe. Dann war ich im Dezember noch in Darmstadt, da die
Bundeszentrale für politische Bildung zum Workshop über game-based Learning in der politischen Bildung eingeladen hatte.
Soweit also 2006. Ende 2006 habe ich das Unternehmen dann zum Bedauern der Leitung verlassen, um mich neuen Aufgaben zu widmen.
Von Januar bis Mai 2007 war ich dann bei der
Abteilung für Digitalisierung der
Uni Innsbruck und habe dort einen EU-Antrag zur Nutzung von Web 2.0-Features in Digital Collections and Repositories geschrieben, und habe ausserdem zusammen mit meiner ehemaligen Kollegin Patricia eine Lehrveranstaltung zur Nutzung von Web 2.0 im Kontext von eLearning durchgeführt.
Seit Juni bin ich dann hier in Hamburg, und arbeite als Community Marketing Manager für
Qype (hier ist
mein Profi bei Qype). Der Umzug war relativ hektisch: Freitags hatte ich noch den letzten ganztägigen Termin unserer Lehrveranstaltung, Samstag bin ich ausgezogen, Sonntag Abend in Hamburg angekommen, und Montag bei Qype angefangen. Ich finde es allerdings sehr spannend für einen Startup zu arbeiten, und kann mich bisher über Langeweile wirklich nicht beklagen.
Sehr nervig war allerdings die Wohnungssuche: Das hat Monate gedauert, der Markt ist ziemlich teuer und trotzdem total überlaufen, und nun wohne ich bei einem ziemlich drakonischen Vermieter am Arsch der Welt. Hat jemand eine gescheite Wohnung für mich? :)
5 Kommentare
18. November 2007 - 11:37 Uhr - Moe
Dabei war ich ja eigentlich nie weg. Aber es wird wohl Zeit mal wieder was zu bloggen. Nach mehr als einem halben Jahr. Ich hab eigentlich keine Ahnung, wie das passieren konnte. Naja, nachdem ich im Juni von
Innsbruck nach
Hamburg gezogen bin, hatte ich erstmal 2 Monate lang keine eigene Wohnung. Jetzt hab ich zwar eine, und mein DSL Anschluss ist auch da, nur ist die Wohnung scheiße. Aber das ist eine andere Geschichte. Als ich Innsbruck verlassen habe, hab ich eigentlich ein Blogpost geschrieben, und das schimmelt hier seit 6 Monaten auf meiner Festplatte. Ich glaub ich fang damit mal an und poste es hier. Also was ich dort so getrieben habe. Was ich hier aktuell nun bei
Qype mache (ich arbeite seit Juni als Community Marketing Manager für Qype) und so kommt dann später dran. Mein größtes Problem ist im Moment eigentlich Zeit, denn ich hab keine. Und wenn ich mal welche habe bin ich meistens einfach nur müde und nicht sehr motiviert was zu bloggen. OK, ich blogge momentan ja beruflich im
Qype Blog - aber Corporate Blogging geht irgendwie ganz anders. So ist das also wenn man sein Hobby zum Beruf macht. Es macht großen Spaß, aber ich hab noch nie so viel Zeit vorm Computer und im Internet verbracht wie es derzeit der Fall ist.
Während ich noch Pädagogik studiert habe, war dieses Blog hier irgendwie ein cooler Ausgleich, so ne Art Gegengewicht. Jetzt im Moment wiegt es eher aber zusätzlich. Von
Flash Gamez und dem
BildungsBlog, um die ich mich auch noch dringend kümmern müsste fang ich erst gar nicht mal an. Naja vielleicht schaffe ich es in Zukunft ja, mich wenigstens mal alle paar Tage drum zu kümmern. Jedenfalls will ich das. Ich glaub mir liegt das eigentlich.
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