Archiv: November 2005

Neue und geänderte Buslinien in Gießen

21. November 2005 - 11:47 Uhr - Moe
Ist jetzt für nicht-Gießener vielleicht nicht so spannend, aber da ich viel Bus fahre und es seit gestern ein paar neue und geänderte Linien gibt, sei hier auf jeden Fall erwähnt, dass der Gießener Anzeiger eine Beschreibung der geänderten Buslinien abgedruckt hat.
Das wichtigste ist, dass die Uni-Ringlinie 10A und B auf die 10 zusammengelegt wurde und keine Ringlinie mehr ist, und dass es eine neue Linie 13 gibt, die ähnlich wie die 3, dann aber noch weiter bis zur Dialyse fährt. Das ist für mich ganz praktisch, denn genau bei mir vorm Haus gibts nun deswegen eine neue Haltestelle bei der Christian-Rinck-Straße. Und eine neue Linie 15 gibts auch, die ähnlich wie die 5, dann aber direkt zum Bahnhof und nicht über den Marktplatz fährt. Dafür wurde die Linie 9 komplett gestrichen und durch ASTs ersetzt.
Alle neuen Fahrpläne gibts auch als PDFs bei den Stadtwerken Gießen.

Gefährliches Gießen?

17. November 2005 - 17:00 Uhr - Moe
Mein Heimatstädtchen Gießen scheint ein ziemlich gefährlicher Ort zu sein, wenn man der hiesigen Polizei Glauben schenken will:
"Die Innenstadt ist erheblich mit Straftaten belastet", schob Klingelhöfer [Dienststellenleiter der Polizeistation Gießen-Nord] nach und unterstrich die Notwendigkeit einer Wache im Stadtzentrum. Seit Jahren nehme Gießen bei der Pro-Kopf-Kriminalität in Hessen hinter Frankfurt den zweiten Platz ein. In vielen Fällen sei es bereits als Erfolg zu werten, wenn eine drohende Eskalation erst gar nicht in eine Straftat münde, schilderte Klingelhöfer die Taktik der Polizei, bereits im Vorfeld tätig zu werden.
[via Gießener Anzeiger]

Die Polizei scheint sich nun also dahingehend legitimieren zu wollen, dass Straftaten, die überhaupt nicht passiert sind, ja jederzeit geschehen könnten - oder wie soll ich das verstehen?
Das ist nicht ganz untrivial, da man immer wieder eher seltsame Berichte über die hiesige Polizei liest, ich berichtete ab und zu:
Ähnlich dubiös äussert man sich dann auch zu der Videoüberwachung (NewSpeak: Videoschutzanlage) am Marktplatz (Foto):
Zurückhaltend äußerte sich Jakobi auf die Frage nach einem Rückgang der Kleinkriminalität seit der Installierung der Kamera. "Mit aller Vorsicht lässt sich sagen, dass die Veränderung nicht allzu groß gewesen ist", so der Leiter der Polizeidirektion. Dienststellenleiter Klingelhöfer ergänzte, dass es sich dabei vor allem um eine "taktische Maßnahme" handele.
[via Gießener Anzeiger]

Was ist also mit "taktische Maßnahme" gemeint? Dass eine Oma sich unter Videoüberwachung eventuell sicherer fühlen könnte, obwohl sie es faktisch gar nicht ist? Also zumindest wird die Polizei so langsam einmal erfrischend ehrlich in Sachen Videoüberwachung. Dabei ist Gießen mittlerweile eh mit einer relativ hohen Dichte von - überwiegend privaten - Überwachungskameras versehen (Fotos: Überwachungskameras in Gießen).

Ausserdem müsste man einmal erklären, wie diese Kriminalitätsstatistiken für Städte wie Gießen und Frankfurt denn überhaupt zustande kommen. Ob es nicht vielleicht so ist, dass die im Stadtbereich angegebenen Straftaten einfach auf die im Stadtbereich wohnenden BürgerInnen statistisch angerechnet werden. Was dazu führt, dass - rein rechnerisch - diejenigen Städte, die ein hohes Aufkommen an Pendlern haben, "gefährlicher sind". Denn die rechnerische Einwohnerzahl bleibt zwar gleich, aber es befinden sich tagsüber viel mehr Leute von ausserhalb in der Stadt, die eventuell eine Straftat begehen könnten. Wobei man ja auch durchaus nochmal zwischen den Straftaten differenzieren könnte. Wieviel man so als Polizist über Statistik weiss, ist mir allerdings nicht bekannt. Also ob die nun bewusst lügen, oder es in der Tat einfach nicht besser wissen. Oder vielleicht auch einfach glauben wollen.

Gießen: Mahngang in Erinnerung an die Opfer der Novemberprogrome von 1938

08. November 2005 - 16:46 Uhr - Moe
Vielleicht ist das weniger bequem und unterhaltend, als sich - meiner Ansicht nach unerträglich relativierende - Filme wie Der Untergang anzusehen. Vielleicht ist es aber auch "sinnstiftender". Auf jeden Fall ist es deutlich unpopulärer:
Mittwoch, 09.11.2005 ab 18 Uhr, Berliner Platz
In Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung Deutschlands im November 1938 wird auch dieses Jahr wieder ein Mahngang durch Gießen veranstaltet. Auf dem Weg werden historische Stätten des antisemitischen Terrors besichtigt und den Opfern des deutsches Wahns gedacht.
Weiterlesen beim Aufruf der Demokratischen Linken.

Uni Gießen: Protestaktion gegen Studiengebühren am Mi, 2.11.

01. November 2005 - 18:20 Uhr - Moe
Eben per Email bekommen:
Hallo liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

Ihr seid gefragt!

Morgen, am Mittwoch den 2.11.05 erwartet Euch auf dem Weg zur Mensa am „Mann im Turm“ eine kleine Überraschung. Die Gruppe „Studenten für freie Bildung“ hat einen Protest gegen Studiengebühren geplant.

Es wäre schön, wenn Ihr zwischen 10h und 15h zahlreich vorbeischauen würdet und Freunden und Bekannten von der Aktion erzählt.

Dort erwarten Euch neben unserem „Aufhänger“ auch Informationen zum Thema Studiengebühren, die Ihr natürlich mitnehmen könnt!